KOBLENZ. Großer Einsatz mit gutem Ende in Koblenz: Eine 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe ist am Dienstagvormittag erfolgreich entschärft worden. Nach der Sperrung eines weiten Bereichs rund um den Gülser Moselbogen können rund 1.100 Menschen nun wieder in ihre Häuser zurückkehren.
Bombe in Koblenz kurz nach 10 Uhr entschärft
Wie ein Stadtsprecher mitteilte, wurde der Blindgänger kurz nach 10 Uhr erfolgreich entschärft. Zuvor war seit 8.30 Uhr ein Evakuierungsbereich von 1.000 Metern rund um den Gülser Moselbogen gesperrt worden.
Einsatzkräfte kontrollierten den gesamten Sperrkreis. Kurz vor 10 Uhr wurde dann die Freigabe für die Entschärfung erteilt. Auch der Luftraum wurde während des Einsatzes gesichert.
Die eigentliche Entschärfung dauerte nach Angaben der Experten nur wenige Minuten.
Weltkriegsbombe musste auf Schiff entschärft werden
Bei dem Blindgänger handelte es sich um eine 500-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg mit einem intakten und einem abgebrochenen Zünder. Gefunden worden war sie bei Baggerarbeiten im Rhein.
Die Bombe wurde anschließend auf einem Baggerschiff in einer Moselschleuse zwischengelagert. Laut Kampfmittelräumdienst durfte sie nicht umgelagert werden und musste direkt dort entschärft werden.
Nach Angaben der Stadt hätte eine Entschärfung am ursprünglichen Fundort im Rhein deutlich größere Folgen gehabt: Dort hätten rund 16.000 Menschen sowie mehrere Einrichtungen evakuiert werden müssen.
Experten entfernten beide Zünder
Die Entschärfung übernahmen Marco Ofenstein und Sascha Hummrich vom Kampfmittelräumdienst. Wie Ofenstein erklärte, bestand die Arbeit darin, die Zünder mit Spezialwerkzeug zu entfernen.
Foto: Sascha Ditscher/dpa
Nach seinen Angaben ließen sich beide Zünder sehr gut ausbauen, sodass der Einsatz vergleichsweise schnell abgeschlossen werden konnte. Auch die Entschärfung auf dem Schiff sei unproblematisch gewesen, weil das Schiff stabil lag und die Mosel ruhig war.
Erst Brötchen und Streuselkuchen, dann die Entschärfung
Vor dem heiklen Einsatz pflegen die Experten offenbar ein festes Ritual: Vor der Entschärfung wird gemeinsam noch etwas gegessen. Auch diesmal nutzten die beiden Spezialisten die Wartezeit auf dem Schiff dafür.
Auf dem Speiseplan standen Brötchen und Streuselkuchen.
Kita, Campingplatz und Verkehrswege betroffen
Von der Evakuierung betroffen waren Teile des Koblenzer Stadtteils Lay, die dortige Kindertagesstätte sowie der Campingplatz Güls. Zudem mussten der Sportboothafen, die Bahnstrecke entlang der Mosel sowie die Bundesstraßen 416 und 49 gesperrt werden.
Die Bundesstraße 327, die Hunsrückhöhenstraße, blieb dagegen offen.
Für Kinder aus der betroffenen Kita und weitere Betroffene wurden im Stadtteil Lay Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen.
Warum Bomben zu Blindgängern werden
Nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes werden Bomben häufig dann zu Blindgängern, wenn sie nicht richtig aufschlagen. Bomben mit Aufschlagzündern müssten mit der Spitze zuerst aufkommen.
Wenn eine Bombe jedoch flach auftreffe, könnten die Zünder versagen.

















