Erdrosselt und in den Rhein geworfen: Prozess wegen Mord an Tochter (15) beginnt

Vater und Mutter sollen die 15-Jährige mit Tabletten hilflos gemacht und erdrosselt haben. Nach einer Fahrt von mehr als 100 Kilometern soll der Vater die Teenagerin in den Rhein geworfen haben.

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Die Polizei im Einsatz am 19. Juni. Hier fanden sie die tote 15-Jährige Foto: Michael Deines / Promediafoto / dpa

MAINZ. Rund acht Monate nach dem Fund der Leiche einer 15-Jährigen am Rhein bei Worms startet heute (9.00 Uhr) der Mordprozess gegen die Eltern. Dem 40 Jahre alten Vater und der 34-jährigen Mutter wird vorgeworfen, ihr Kind heimtückisch getötet zu haben.

Die Leiche der Jugendlichen war am 17. Juni vergangenen Jahres am Rhein im Wormser Stadtteil Rheindürkheim gefunden worden (lokalo.de berichtete). Zuvor hatte die Mutter sich bei der Polizei gemeldet. Getötet worden sein soll die 15-Jährige laut der Staatsanwaltschaft bereits am 15. Juni 2024.

In der gemeinsamen Wohnung in Pirmasens soll die Mutter der Teenagerin zwei Tabletten eines opioidhaltigen Medikaments gegeben haben, was die 15-Jährige hilflos gemacht habe. Der Vater soll die Tochter mit einem von der Mutter umgelegten Schal erdrosselt und später bewusstlos in den Rhein geworfen haben. Bei Letzterem soll die Mutter nicht dabei gewesen sein, laut Staatsanwaltschaft hatten die zwei aber einen gemeinsamen Tatplan.

Eltern sitzen in Untersuchungshaft

Eine Obduktion ergab, dass die 15-Jährige durch Ertrinken und Gewalt gegen den Hals starb. Die in Untersuchungshaft sitzenden Eltern sollen den Lebenswandel ihrer Tochter als Gefahr für das Familienleben gesehen haben. Religiöse Gründe oder kulturelle Wertvorstellungen sollen der Anklage zufolge kein «bestimmendes Motiv» gewesen sein. Alle Drei sind beziehungsweise waren afghanische Staatsangehörige.

In dem Prozess sind bislang noch zwölf weitere Verhandlungstage bis Mitte April angesetzt. (Quelle: dpa)

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