MAINZ/KOBLENZ. Die Zahl der behördlich registrierten Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz hat sich seit Mitte September verdreifacht.
Das Landesuntersuchungsamt ermittelte am Donnerstag eine Inzidenz von 919,9 Fällen je 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. Am Donnerstag vergangener Woche waren es 630,6.
Angesichts der rasch steigenden Zahlen sollten sich nach einer Empfehlung des Mainzer Virologen Bodo Plachter alle überlegen, ob sie an größeren Veranstaltungen teilnehmen. «Es ist ziemlich heftig, was im Augenblick passiert», sagte Plachter der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die sich seit September deutlich verschärfende Infektionslage.
«Wir haben Oktoberfest, Bundesliga und viele große Veranstaltungen», sagte der Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zusammen mit den kühleren Temperaturen sei der Anstieg zu erwarten gewesen. An den Kliniken sei die Situation aufgrund der Versorgung von vielen Infizierten inzwischen «sicherlich anspruchsvoll».
Wie sehr das Ausmaß der Corona-Infektionen jetzt noch größer werde, lasse sich nicht vorhersagen, sagte Plachter. Dies werde auch von den politischen Entscheidungen zur Eindämmung der Pandemie und vom Verhalten der Bevölkerung beeinflusst. Es sei jetzt besonders zu empfehlen, Abstand zu halten, Maske zu tragen und auf größere Veranstaltungen zu verzichten. Es müsse aber jeder und jede für sich entscheiden, sich im Alltagsleben stärker zu schützen.
Die Corona-Inzidenz in Rheinland-Pfalz liegt über dem Bundesdurchschnitt, den das Robert Koch-Institut am Donnerstag mit 793,8 angab. Die Gesundheitsämter des Bundeslandes meldeten am Donnerstag 7452 neue Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand 14.10 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 11 auf 7452. Zurzeit sind nach Daten des Landesuntersuchungsamts 103.466 Menschen mit dem Virus infiziert.
Es wird allerdings angenommen, dass das tatsächliche Ausmaß der Infektionen mit Sars-CoV-2 höher ist, weil es inzwischen weniger Testungen gibt; nur positive PCR-Tests werden von den Gesundheitsämtern erfasst.
Auf einem hohen Niveau ist die Zahl stationärer Behandlungen von Infizierten: Die Hospitalisierungsinzidenz stieg von 10,38 in der vergangenen Woche auf 13,25. Diese für die Belastungen im Gesundheitssystem wichtige Kenngröße gibt die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Covid-Patienten binnen einer Woche je 100.000 Einwohner an.
Die ausgewiesene Inzidenz war nach Daten vom Donnerstag im Kreis Südwestpfalz mit 1642,1 am höchsten. Es folgten die Kreise Mainz-Bingen (1542,2) und Kaiserslautern (1497,4). Am niedrigsten war die Inzidenz mit 403,0 in der Stadt Koblenz.


















Im Herbst rollt die Grippewelle an , wie seit ewigen Zeiten, ganz normal. Übersteht man ganz ohne Impfung.
Deutschland, wenn man es noch so nennen darf, ist wohl das einzige Land, welches noch diese merkwürdigen Zahlen beackert. Wieso wird nicht Mal mit der Zahl der an Krankenhauskeimen erkrankten was angefangen und entsprechend darauf reagiert? Gut, lässt sich nicht so gut Panik verbreiten, aber wäre doch mal was neues und nur ein Beispiel von vielen.