Ärger um die Einführung der Biotüte in der Vulkaneifel – Offener Brief der A.R.T

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TRIER. In einem offenen Brief richtet sich der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) an die Bürger der Vulkaneifel. Hier der genaue Wortlaut der Bürgerinformation:

Zu Problemen und Lösungen bei der Einführung der Biotüte im Landkreis Vulkaneifel

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

in Sachen Bioabfall hat das Jahr 2020 für die Menschen im Landkreis Vulkaneifel nicht besonders erfreulich begonnen. Und wir – der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) – möchten uns für die damit verbundenen Unannehmlichkeiten bei Ihnen entschuldigen. Die Umstellung der Entsorgung Ihres Bioabfalls von der Biotonne im Holsystem hin zur Biotüte im Bringsystem ging leider nicht so reibungslos wie geplant vonstatten.
Ein komplexer Prozess

Warum war das so? Eine solch große Systemumstellung ist ein sehr komplexer Prozess mit vielen Unbekannten, die sich nicht verbindlich prognostizieren lassen. Die Gründe dafür, dass Container hoffnungslos überfüllt vorgefunden wurden, sind vielfältig. So wurden beispielsweise im Vorfeld falsche Annahmen zu Resonanz und möglicher Nutzungsintensität der Biotüte getroffen. Bisherige Erfahrungswerte hatten andere Nutzungen vorausgesagt. Auch die Mengen an Bioabfall im Landkreis sind im bundesdeutschen Vergleich überproportional hoch. Oder kurz: Wir haben unterschätzt, dass so viele Bürgerinnen und Bürger dieses neue System so schnell in diesen Dimensionen in Anspruch nehmen. Weiterhin verliefen die Genehmigungs- und Benennungsprozesse der konkreten Container-Standorte länger als erwartet, da diese Entscheidung in den Händen der Kommunen liegt.
Fehlentwicklungen erkannt
Die Fehlentwicklungen und Probleme bei der Einführung der Biotüte haben wir erkannt und unmittelbar darauf reagiert: Die Zahl der bereitgestellten Container wurde – Stand 23.1.2020 – von bisher 365 Containern auf 553 Container im Landkreis erhöht. In Status „Vorbereitung zur Verteilung“ sind derzeit weitere 36 Behälter, die also kurzfristig an abgestimmten Standorten platziert werden können. Weitere befinden sich derzeit in Abstimmung.
Darüber hinaus wurden wir die Leerungszyklen der Behälter optimiert und dem Nutzungsverhalten angepasst. Die Behälter werden durch ein Abfallsammelfahrzeug planmäßig einmal wöchentlich angefahren, entleert und – sofern die Außentemperaturen es zulassen – gereinigt. Bei gemeldeten Überfüllungen werden wir umgehend Abhilfe schaffen, indem wir Kontakt zu den Gemeinden aufnehmen, um weitere Behälter aufstellen zu können.

Der A.R.T. ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts für die Abfallentsorgung in Ihrem Landkreis zuständig. Wir möchten für Sie aber nicht nur reiner öffentlich-rechtlicher Entsorger sein, sondern auch zuverlässiger Ansprechpartner. Deshalb können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen, wenn sie Fragen, Beschwerden oder Anregungen habe. Wir werden versuchen, Ihre Anliegen schnell und zielgerichtet zu beantworten.
An dieser Stelle noch ein Hinweis: Derzeit wird durch die Kreisverwaltung des Landkreises Vulkaneifel eine Beschlussvorlage für den Kreistag im März vorbereitet, wonach Sie die Möglichkeit erhalten sollen, in einer Bürgerbefragung der Ihre Meinung dazu abzugeben, welches Bioabfall-Entsorgungssystem Ihre präferierte Lösung wäre. Wir als A.R.T. werden die daraus resultierende und politisch verabschiedete Entscheidung zuverlässig, rechtssicher und kosteneffizient umsetzen.

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