Saarland: Neue brisante Details – 22-Jähriger wurde nach Verfolgungsjagd viermal getroffen!

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Zahlreiche Kräfte waren am Ostersonntag am Tatort und sicherten Spuren. Foto © Kevin Schößler/dpa

Nach der tödlichen Verfolgungsfahrt an Ostersonntag im Saarland sind weitere Details zu den Schüssen auf einen 22-jährigen Autofahrer bekannt geworden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der Mann insgesamt viermal getroffen. Gegen zwei Polizeibeamte wird weiterhin wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Obduktion bringt neue Details ans Licht

Nach dem nun vorliegenden Obduktionsbericht erlitt der 22-Jährige neben dem tödlichen Treffer im Rücken- und Brustbereich auch einen Durchschuss an der Schulter. Zudem wurden zwei Verletzungen im Kopfbereich festgestellt.

Dabei soll es sich nach derzeitigem Stand vermutlich um Streifschüsse oder um Verletzungen durch abgelenkte Projektile handeln.

Acht Schüsse auf das Fahrzeug abgegeben

Nach bisherigen Erkenntnissen hatten zwei der unmittelbar beteiligten Polizeibeamten insgesamt acht Schüsse auf den Wagen des 22-Jährigen abgegeben. Vorausgegangen war eine dramatische Situation, in der eine 27 Jahre alte Polizeibeamtin von dem Auto des 22-Jährigen zwischen zwei Fahrzeugen eingeklemmt worden sein soll.

Die Beamtin erlitt dabei Prellungen und Quetschungen. Inzwischen konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen.

Auch 19-Jähriger im Auto verletzt

Neben dem Fahrer befand sich ein 19-Jähriger auf der Rückbank des Renault. Er wurde durch einen Schuss an der Schulter verletzt, ist inzwischen aber ebenfalls aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Ein 23 Jahre alter Beifahrer hatte das Fahrzeug in Herrensohr verlassen und wurde nach Angaben der Ermittler kurze Zeit später unverletzt von der Polizei gefasst.

Flucht endete in Sackgasse

Der 22-Jährige war nach bisherigen Erkenntnissen ohne Führerschein unterwegs und war in Dudweiler in eine Polizeikontrolle geraten. Seine Flucht endete schließlich in einer Sackgasse in Herrensohr.

Nach Angaben des Anwalts der Familie gehörte der Renault dem 22-Jährigen selbst. Er habe das Fahrzeug bereits vor seiner Führerscheinprüfung gekauft.

Gestohlene Kennzeichen am Fahrzeug

In der Nacht zum Ostersonntag soll der 22-Jährige mit gestohlenen Kfz-Kennzeichen unterwegs gewesen sein. Das war den Beamten offenbar aufgefallen und hatte den Polizeieinsatz ausgelöst.

Ermittlungen gegen zwei Beamte dauern an

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin gegen zwei Polizeibeamte wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Noch offen ist unter anderem, ob Alkohol oder Drogen bei dem 22-Jährigen eine Rolle spielten. Die entsprechenden Untersuchungen sind laut Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen.

Auch die kriminaltechnischen und ballistischen Auswertungen dauern weiter an.

Anwalt der Familie will Rekonstruktion beantragen

Der Anwalt der Familie des getöteten 22-Jährigen will nach Angaben des Berichts eine Rekonstruktion der Ereignisse beantragen. Damit könnten zentrale offene Fragen zum genauen Ablauf der Schüsse und zur Situation am Fahrzeug weiter aufgeklärt werden.

Der Fall bleibt damit sowohl strafrechtlich als auch öffentlich hochsensibel.

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