4,8 Millionen Euro Fördergeld weg? Jetzt gerät Trierer Baudezernent Dr. Thilo Becker unter Druck

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(rechts) Bau- und Verkehrsdezernent Dr. Thilo Becker in einer Sitzung. (links) Innenstadtdezernent, Ralf Britten. Foto (Ausschnitt): Eric Thielen

TRIER. Wenn bei Schulen fast fünf Millionen Euro Fördergeld wegbrechen, ist das kein Verwaltungsdetail mehr. Dann wird es politisch brisant. Genau das steht in Trier jetzt im Raum. Im Mittelpunkt: Bau- und Verkehrsdezernent Dr. Thilo Becker.

Nach einer Mitteilung der Freien Wähler geht es dabei um mögliche Förderverluste in Höhe von 4.792.901 Euro bei drei großen Projekten – der Egbert-Grundschule, der Wolfsberghalle und dem Erweiterungsbau des Humboldt-Gymnasiums.

(links) Daniel Klingelmeier (Freie Wähler) und (rechts) Michael Frisch (Die Demokraten/ ehemals AfD)brachten das Thema ins Rollen. ; Foto: Eric Thielen

Im Mittelpunkt der Kritik steht Baudezernent Dr. Thilo Becker. Fraktionschef Daniel Klingelmeier wird deutlich: „Der große Schaden, der unter der Verantwortung des Baudezernenten entstanden ist, lässt sich nicht einfach ignorieren.“

Worum geht es?

Die drei Projekte laufen beziehungsweise liefen unter dem Förderprogramm KI 3.0, Kapitel 2. Dahinter steckt das Investitionsprogramm für die kommunale Schulinfrastruktur in Rheinland-Pfalz. Für diese Förderung galt laut Finanzministerium eine klare Frist: Fertigstellung und vollständige Abnahme bis spätestens 31. Dezember 2025. Genau diese Frist soll Trier bei den drei Projekten verpasst haben.

Besonders heikel: Die Stadt Trier selbst hatte die drei Baustellen noch im Sommer 2025 als große Schulbauprojekte mit zusammen knapp 30 Millionen Euro Investitionsvolumen vorgestellt. Mit dabei auf der Baustellentour: Schuldezernentin Elvira Garbes und Baudezernent Thilo Becker.

Genau deshalb ist der Vorgang für viele Bürgerinnen und Bürger so leicht verständlich – und so schwer vermittelbar. Wenn Schulen saniert oder erweitert werden und dafür Millionen an Fördergeld bereitstehen, dann erwartet man, dass die Stadt diese Mittel auch sichert. Reißt eine bekannte Frist, wird es teuer. Und zwar nicht nur auf dem Papier.

Warum der Fall so brisant ist

Trier plant für 2026 ohnehin mit einem hohen Defizit. Da wiegen verlorene Fördermittel doppelt schwer. Denn das Geld, mit dem die Stadt gerechnet hat, müsste am Ende aus eigener Kraft ersetzt werden, im Zweifel möglicherweise über neue Kredite.

Und genau deshalb trifft der Vorgang einen empfindlichen Punkt: Es geht nicht um irgendein Prestigeprojekt, sondern um Schulen. Also um Gebäude, die Kinder, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer ganz konkret betreffen.

Becker steht nicht zum ersten Mal in der Kritik

Hinzu kommt: Dr. Thilo Becker steht schon länger nicht nur wegen inhaltlicher Entscheidungen unter Beobachtung, sondern auch wegen seines Umgangs mit Information und politischen Gremien. So warf ihm die Trierer CDU bereits 2023 beim Thema Parkgebühren und Umweltspur vor, Stadtrat und Ausschüsse nur unzureichend einzubinden und wichtige Entscheidungen an den Gremien vorbei laufen zu lassen. Damals fiel Seiten der Trierer CDU sogar der Vorwurf, gewählte Vertreter würden eher als „lästiges Beiwerk“ behandelt.

Ob man solche Kritik teilt oder nicht: Sie zeigt, dass der jetzige Ärger nicht aus dem Nichts kommt. Es bestärkt den möglichen Eindruck, dass im Dezernat mit Thilo Becker in der politischen Verantwortlichkeit, nicht immer frühzeitig und vollständig kommuniziert wird.

Fazit

Sollte sich bestätigen, dass Trier bei Egbert-Schule, Wolfsberghalle und Humboldt-Gymnasium wegen verpasster Fristen tatsächlich 4,8 Millionen Euro Fördergeld verliert, wäre das ein schwerer Schlag – für den Haushalt, für die Schulpolitik und für den zuständigen Dezernenten Dr. Thilo Becker.

Oder einfacher gesagt: Wenn bei Schulen Millionen verloren gehen, weil Fristen reißen, dann ist das kein kleiner Patzer mehr. Dann wird daraus ein echtes Problem – für die Stadt und für den Dezernenten. (sz)

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3 Kommentare

  1. Fördermittel sind immer lästig, weil die Bearbeitung zeit- und personalintensiv ist. Da stellt sich immer gerne ein Minister mit einem dicken Scheck hin mit dem genauen Wissen, dass das Geld nie oder nicht vollständig abgerufen wird. Die Verfahren sind zu kompliziert, Stichwort Entbürokratisierung. Nichts desto trotz ist der Dezernent, der durch seine grünen Freunde ideologisch gesteuert ist, ungeeignet.

  2. dann hoffen wir mal, dass sein Kopf endlich rollt… das ist ja schon mehr als fahrlässig.
    Genauso wie diese „Umweltspuren“ – in der Südallee sieht man selten bis gar nicht irgendwelche Radfahrer. – kann also weg.

    Aber generell sollte die Stadt beim Ausschreibungen ihre Verträge mal nachschärfen, dass die Firmen nicht den Reibach machen, sondern empfindliche Strafen erhalten, wenn sie ihren Fristen nicht nachkommen – hier in Trier verzögert sich ALLES ins unermessliche – Baustellen dauern immer Wochen oder Monate länger – von Schulen braucht man nicht anfangen.
    aber hier geht es mal wieder um unser aller Geld – vielleicht sollte die Stadt auch spätestens jetzt darüber nachdenken, dass das Geld was fürs Theater geplant wird – sowieso absolute Frechheit – mal in die Schulen zu stecken, damit die Kinder und Lehrer endlich gute Bedingungen erhalten.

  3. Warum kann der „gemeine und dumme“ Bürger diesen T.B. schon lange in die Schublade stecken, in die er gehört? Nur die verantwortliche Führung der Stadt und da insbesondere deren Anführer, lässt diesen sogenannten Bau- und Verkehrsdezernenten gewähren. Der ist derart grün/rot-ideologisch infiziert, auch ohne offizielles Parteibuch, dass er völlig die Bodenhaftung verloren hat. Quo vadis Trier?

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