Petition bewegt Trier: Arbeit, Schule, Ehrenamt – und trotzdem soll Familie Gomez abgeschoben werden

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Familie Gomez aus Trier; Foto: https://www.change.org/p/abschiebung-verhindern-f%C3%BCr-den-verbleib-einer-arbeitenden-integrierten-familie-in-trier

Petition erreicht fast 7.000 Unterschriften

TRIER. In Trier wächst der Widerstand gegen die drohende Abschiebung einer seit Jahren integrierten, arbeitenden Familie. Innerhalb kurzer Zeit haben nahezu 7.000 Menschen eine Online-Petition unterzeichnet, die den Verbleib der Familie Gomez Alvarez in der Stadt fordert. Der Fall sorgt nicht nur in der Zivilgesellschaft für Empörung – auch die Trierer Stadtpolitik ist inzwischen aufmerksam geworden.

Arbeiten, Steuern zahlen – und trotzdem vor der Abschiebung

Die kolumbianische Familie lebt seit vielen Jahren in Trier. Sie arbeitet, zahlt Steuern und Sozialabgaben, engagiert sich ehrenamtlich und ist fest im sozialen Leben der Stadt verankert. Die Kinder besuchen hier die Schule, sprechen Deutsch und haben ihren Lebensmittelpunkt in Trier.

Für viele Unterstützer ist klar: Diese Familie erfüllt genau das, was unter gelungener Integration verstanden wird. Dennoch droht nun die Abschiebung.

Flucht vor Gewalt in Kolumbien

Der Familienvater Edinson war in Kolumbien als Polizist tätig. Nach Angaben aus dem Umfeld der Familie führten seine Einsätze gegen Kriminalität zu massiven Morddrohungen gegen ihn und seine Kinder. In einem von Drogenkartellen und bewaffneten Gruppen geprägten Umfeld sei ein Leben in Sicherheit nicht mehr möglich gewesen.

Die Familie floh nach Deutschland – in der Hoffnung auf Schutz, Sicherheit und eine Zukunft ohne Angst.

Ein neues Leben in Trier aufgebaut

In Trier gelang der Familie ein Neuanfang:

  • Edinson (43) arbeitet als Haustechniker

  • Neyeri (37) ist Altenpflegehelferin – in einem Bereich mit akutem Fachkräftemangel

  • Sohn Kamilo (18) steht vor dem Start einer handwerklichen Ausbildung

  • Diego (14) und Seylim (6) besuchen die Schule, sprechen Deutsch und sind sozial integriert

Zusätzlich engagiert sich die Familie ehrenamtlich im Stadtteil Trier-Feyen/Weismark. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie vollständig selbst.

Arbeitserlaubnis entzogen, Perspektive unklar

Trotz dieser Integration stuft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Einreise als irregulär ein. Fehlende schriftliche Nachweise der Bedrohungslage in Kolumbien werden der Familie nun zum Verhängnis.

Im Januar wurde den Eltern zudem die Arbeitserlaubnis entzogen. Damit ist eine Familie, die sich bislang selbst versorgt hat, gezwungen, staatliche Unterstützung zu beantragen – obwohl Arbeitgeber signalisiert haben, sie sofort weiterzubeschäftigen.

Petition wächst – Politik prüft den Fall

Die Petition mit dem Titel „Abschiebung verhindern – für den Verbleib einer arbeitenden, integrierten Familie in Trier“ verzeichnet einen starken Zulauf. Zahlreiche Unterstützer äußern in Kommentaren Unverständnis und fordern eine menschlichere Lösung.

Auch Vertreter von Grünen, FDP und CDU in Trier haben erklärt, den Fall prüfen zu wollen. Parteifreie Stimmen und Initiativen fordern, alle rechtlichen Spielräume auszuschöpfen, um der Familie eine Bleibeperspektive zu ermöglichen.

👉 Zur Petition:
https://www.change.org/p/abschiebung-verhindern-f%C3%BCr-den-verbleib-einer-arbeitenden-integrierten-familie-in-trier

„Ein Prüfstein für Menschlichkeit“

Für viele Unterstützer ist der Fall mehr als ein Einzelschicksal. Er wird als Beispiel dafür gesehen, wie stark rechtliche Verfahren und gelebte Realität auseinanderklaffen können. Die Familie gilt als fester Bestandteil der Stadtgemeinschaft – Nachbarn, Kollegen und Freunde sprechen von Herzlichkeit, Engagement und Verantwortungsbewusstsein.

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