Frauenfußball in Deutschland: Vom Verbot zum Erfolg

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Foto: Unsplash

 Man kann kaum leugnen, dass es deutsche Frauen im Fußball schwer hatten. Jedes Jahrzehnt brachte etwas anderes mit sich, und meistens war es nicht so toll – sei es, dass der gesamte Sport verboten war oder dass man ausgelacht wurde.

Jetzt tragen aber Spielerinnen wie Alexandra Popp, Lena Oberdorf oder Jule Brand den Sport auf ihren Schultern. Wichtige Spiele locken volle Stadien an, und der Sport erhält endlich den Respekt in unserem Land, den er verdient. Das war jedoch nicht immer so.

 Der Aufstieg des Frauenfußballs

Der Frauenfußball nicht nur in Deutschland, sondern weltweit verzeichnet einen bemerkenswerten Aufstieg. Die Zuschauerzahlen in der Frauen-Bundesliga sind im Vergleich zur Saison 2021/22 um 277 % gestiegen. Der DFB berichtet, dass sich inzwischen 19 Millionen Fans in Deutschland für Frauenfußball interessieren.

Die FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2023 zog weltweit über 1,1 Milliarden Zuschauer an. Das kommt davon, dass die UEFA über einen Zeitraum von 6 Jahren 1 Milliarde Euro für die Weiterentwicklung des Frauenfußballs in ganz Europa bereitgestellt hat.

Diese Trends zeigen sich bereits, wie bei der rekordverdächtigen Zuschauerzahl von 91.648 Fans beim UEFA-Frauen-Champions-League-Spiel des FC Barcelona in 2022 sowie bei der derzeitigen Verfügbarkeit der Sportwetten im Internet, da man immer einfach auf verschiedene Ligen und Turniere wetten kann.

Anfänge: Der Kampf um Anerkennung

Der Frauenfußball entstand in Deutschland erstmals im frühen 20. Jahrhundert, als Frauen begannen, an inoffiziellen Events teilzunehmen. Die ersten Spiele wurden jedoch mit gesellschaftlicher Kritik aufgenommen. Frauen sollten in konventionellen Rollen verbleiben, und Fußball wurde als übermäßig aggressiv und für Frauen ungeeignet angesehen.

Der Deutsche Fußball-Bund sprach sich 1955 offiziell gegen den Frauenfußball aus. Das kam davon, dass Fußball angeblich ein „Kampfsport“ sei, der den Körper und die Psyche von Frauen schädigen könne.

Trotz des Verbots spielten Frauen weiterhin heimlich oder in geplanten „wilden Teams“ gegen das Verbot an. Ende der 1960er-Jahre war der Frauenfußball zu groß geworden, um ihn zu ignorieren, und der DFB musste seine Position ändern.

Die 1970er-Jahre: Aufhebung des Verbots und die ersten Meisterschaften

1970 hob der DFB das Verbot des Frauenfußballs endlich auf, aber das Spiel wurde immer noch nicht ernst genommen. Zu den spezifischen Vorschriften gehörten sechsmonatige Winterpausen, kürzere Spielzeiten und leichtere Fußbälle – denn angeblich hatten Frauen nicht die gleiche Kraft, um unter den Bedingungen der Männer teilzunehmen.

Trotz dieser Hindernisse fand 1974 in Deutschland das erste offizielle Frauenfußballturnier statt. Der Sport wurde schnell sehr beliebt, und zwar nur 8 Jahre später, 1982 hatte Deutschland seine erste anerkannte Frauen-Nationalmannschaft.

Barrieren durchbrechen in den 1980er und 1990er Jahren

In den 1980er und 1990er Jahren bewegten sich die Sachen schon ein bisschen. Die erste Europameisterschaft, die die deutsche Frauen-Nationalmannschaft 1989 gewann, war legendär. Doch der Gewinn – Kaffeeservice statt Geld – machte die brutale Ungleichheit zwischen Männer- und Frauenfußball deutlich.

Der Erfolg der Nationalmannschaft hielt bis in die 1990er Jahre an. Denn die Frauen-Bundesliga erschien erst im Jahr 1990. Deutschland schnitt bei internationalen Events oft gut ab, gewann viele Europameisterschaften und legte auch in den 1990er Jahren den Grundstein für den nächsten Weltcup-Sieg.

21. Jahrhundert: Deutschland erobert die Bühne des Frauenfußballs

Nachdem die Nationalmannschaft 2003 erstmals die FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft gewonnen hatte, verteidigte sie die Meisterschaft 2007 erfolgreich. Die Mannschaft gewann außerdem 2016 eine olympische Goldmedaille und viele Europameisterschaften.

Deutsche Teams wie der VfL Wolfsburg und der 1. FFC Frankfurt wurden auf Vereinsebene zu europäischen Spitzenmannschaften und holten viele UEFA Women’s Champions League-Trophäen. Auch konventionellere Männer Teams wie Bayern München und Borussia Dortmund begannen, den Frauenfußball zu fördern und verbesserten so die Infrastruktur des Spiels.

Der Kampf um Gleichberechtigung und Sichtbarkeit

Eindeutig hinkt die Berichterstattung über den Frauenfußball in den Medien hinterher. Obwohl die Berichterstattung deutlich zugenommen hat, haben viele Spiele der Frauenliga immer noch Schwierigkeiten, das gleiche Interesse zu wecken wie die Spiele der Männer.

Ein immer wiederkehrendes Problem ist Sexismus. Allein aufgrund der Tatsache, dass sie diesen Sport ausüben, werden Kommentatorinnen und Sportlerinnen angegriffen und im Internet beleidigt. Seit sie über den Männersport berichtet, ist die bekannte Fußball-Analystin Claudia Neumann Opfer sexistischer Beleidigungen geworden.

Die Zukunft des Frauenfußballs in Deutschland

Der deutsche Frauenfußball scheint eine vielversprechende Zukunft zu haben. Immer mehr junge Mädchen interessieren sich für den Breitensport, da die Investitionen in den Sport steigen. Die Stadien sind voll und Sponsoren beginnen, das Potenzial des Frauenspiels zu erkennen.

Auch eine größere finanzielle Parität ist vielversprechend. Nationen wie Australien und Norwegen haben bereits gleiche Gehälter für ihre Männer- und Frauennationalmannschaften eingeführt und damit ein Vorbild für die Zukunft Deutschlands geschaffen.

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