
TRIER. Eine innovative Ersthelfer-App hat im Kreis Trier-Saarburg erstmals einem Menschen das Leben gerettet. Der Vorfall im Taben-Rodter Ortsteil Hamm zeigt eindrucksvoll, wie digitale Technik und engagierte Helfer gemeinsam Leben retten können. Dank der schnellen Reaktion des Ersthelfers Ken Schneider schlug das Herz eines Rentners nach einem Herzstillstand wieder – ein Erfolg, der ohne die neue Technologie kaum möglich gewesen wäre.
Alarm in Hamm: Sekunden entscheiden über Leben und Tod
Es war der 23. November 2024, als Udo Mahren plötzlich in der Küche seiner Tochter zusammenbrach. Der Rentner erlitt einen Herz-Kreislauf-Stillstand, ohne dass zuvor Symptome erkennbar gewesen wären. Geistesgegenwärtig alarmierte Mahrens Schwiegersohn über die 112 die Integrierte Leitstelle Trier. Gleichzeitig informierte das System qualifizierte Ersthelfer in der Umgebung – darunter Ken Schneider aus Serrig, einen Notfallsanitäter, der sich erst eine Woche zuvor in der App registriert hatte.
„Ich war gerade dabei, mein Badezimmer zu renovieren, als mein Smartphone Alarm schlug“, erinnert sich Schneider. Er ließ alles stehen und liegen und machte sich sofort auf den Weg. Innerhalb von fünf Minuten war er vor Ort. Dort hatte Mahrens Tochter bereits mit den ersten Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Gemeinsam setzten sie die Reanimation fort: Schneider übernahm die Herzdruckmassage, während die Tochter die Mund-zu-Mund-Beatmung durchführte.
Rettungskette funktioniert optimal
Rund 25 Minuten dauerte es, bis das Herz des 75-Jährigen wieder zu schlagen begann. Der Rentner wurde ins Cardiac Arrest Zentrum des Brüderkrankenhauses Trier gebracht. Heute, nur wenige Tage später, steht er bereits wieder auf eigenen Füßen und freut sich auf seine bevorstehende Reha.
„Die Rettungskette hat optimal funktioniert“, lobt Dr. Dirk Nauheimer, stellvertretender Schwerpunktleiter Intensivmedizin und Mitinitiator der App. Ohne die Alarmierung von Ken Schneider und dessen rasches Eingreifen wäre Udo Mahren wahrscheinlich nicht mehr am Leben. „Nur wer rechtzeitig Hilfe bekommt, hat eine gute Chance zu überleben“, betont der erfahrene Mediziner.
Ein System mit Zukunft
Die Ersthelfer-App, entwickelt vom Verein „Region der Lebensretter“ aus Freiburg, ist eine tolle Innovation. Sie wurde kürzlich in Trier und dem Kreis Trier-Saarburg eingeführt, News Trier, Nachrichten Trier, News
und ermöglicht es, qualifizierte Ersthelfer in der Nähe eines Notfalls sofort zu alarmieren. Bereits 400 Personen haben sich registrieren lassen. Der Leitstellenbereich Trier ist die erste Region in Rheinland-Pfalz, die dieses System nutzt.
Ken Schneider, der durch die App zu seinem Einsatz in Hamm gerufen wurde, zeigt sich bescheiden: „Ich habe einfach gemacht, was ich gelernt habe.“ Dennoch ist er froh, dass er im entscheidenden Moment helfen konnte. „Ohne die App hätte ich den Alarm nicht bekommen und wäre weiter in meinem Badezimmer gewesen.“
Hoffnung und Vorbild für andere Regionen
Die erfolgreiche Reanimation zeigt, wie wichtig schnelle Hilfe in Notfällen ist. Für Dr. Nauheimer und sein Team ist dies erst der Anfang: „Wir hoffen, dass dieses System bald in weiteren Regionen eingeführt wird.“ Die App gibt nicht nur den Betroffenen und ihren Angehörigen Hoffnung, sondern auch den Helfern ein Gefühl der Sicherheit, im entscheidenden Moment unterstützen zu können.
Mega!! Richtig klasse – das freut einen wirklich, dass eine so tolle Entwicklung sich auch so super in der Praxis bewährt! Hoffentlich wird das eines Tages flächendeckend umgesetzt.
Toll das es solche Leute gibt,Hut ab.Wären alle so sozial eingstellt 50% weniger Problembe
Toll was Notfallsanitäter Ken Schneider geleistet hat. In fünf Minuten von Serrig nach Hamm ist schon eine besondere Leistung. Frage mich, warum niemand aus dem näher gelegenen Krankenhaus Saarburg nach Hamm fuhr.