Milliarden-Investition in China: Gewerkschaftschef Vassiliadis kritisiert BASF

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Foto: Uwe Anspach/dpa/Archiv

HAMBURG/LUDWIGSHAFEN. Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, hat die China-Politik von BASF kritisiert. Der Chemiekonzern mache sich in der deutschen Industrie öffentlich zum «Frontrunner» für eine Fortsetzung der bisherigen China-Strategie, sagte Vassiliadis, dienstältester Aufsichtsrat bei BASF, dem Magazin «Spiegel».

«Ich warne davor, alles auf eine Karte zu setzen und die geopolitischen Risiken zu unterschätzen», sagte Vassiliadis. Wenn BASF-Chef Martin Brudermüller «die Expansionspläne für China noch weiter antreiben und zugleich für die Standorte in Europa keine strategische Perspektive aufzeigen würde, wäre das nicht akzeptabel». BASF wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Brudermüller will die Kosten des Chemiekonzerns in Europa und vor allem in Deutschland so schnell wie möglich senken. In dieser Woche bekräftigte der Konzernchef dem «Spiegel» zufolge zudem, an der geplanten Investition von zehn Milliarden Euro in einen neuen Verbundstandort in China festhalten und den Umsatz in dem Land deutlich steigern zu wollen.

Brudermüller gehört dem «Spiegel» zufolge der Wirtschaftsdelegation an, die Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in der kommenden Woche auf seiner Chinareise begleitet. Scholz ist der erste Regierungschef, das mit Staatspräsident Xi Jinping zusammenkommt, seit dieser vom Parteikongress für eine dritte Amtszeit bestätigt wurde. (dpa)

2 Kommentare

  1. Carlos
    BASF will nach China gehen.
    „Sie wollten gehen, dann sollen sie gehen“, so hat
    es der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn einmal
    zu den Engländern bezüglich des Brexit gesagt.
    Genau dies würde ich auch den Herren der BASF sagen.
    Dieses Weltunternehmen geht mir seit einiger Zeit sowieso gehörig auf die Nerven.
    Schreien nur rum, verlangen Hilfe vom Staat und vom Steuerzahler.
    Klar sind die Energiepreise wahnsinnig gestiegen.
    Dass sie aber durch ihre Tochterunternehmen Milliardengewinne durch die hohen
    Ölpreise gemacht haben, verschweigen sie.
    Also gehen könnt ihr, nur zurückkommen und hier großes Geld machen, braucht ihr nicht mehr.

  2. Im Grunde genommen ignoriert die von Carlos vorgenommene Einschätzung das Grundproblem.

    “ Also gehen könnt ihr, nur zurückkommen und hier großes Geld machen, braucht ihr nicht mehr. “

    Die BASF geht und viele tausend Leute stürzen ins Elend, das meinen Sie???? Was glauben Sie denn wie die unmittelbar Betroffenen das sehen????

    Die BASF ist ein international operierender Konzern, der an seinem aktuellen Standort in Ludwigshafen und Umgebung fast 40 000 Menschen Arbeit und Brot verschafft. Dazu kommen noch die zahlreichen Zulieferbetriebe mit den einhergehenden Arbeitsplätzen.

    Das BASF jetzt nach China wechselt, fügt sich doch nahtlos in eine Entwicklung ein, die wir seit der Ära Merkel immer deutlich wahrnehmen konnten. Hierzulande wird die Infrastruktur und die Wirtschaft mit dem Wegfall autonomer Energieversorgung, Migration, Seuchen und vielen anderen „Kleinigkeiten“ kontinuierlich geschwächt, während das KnowHow und eben auch die Konzerne – wie jetzt eben BASF – sich aus Europa zurückziehen.

    Getoppt wird diese bedenkliche Entwicklung durch eine „politische Elite“, die sich durch ein enormes Fachwissen und sehr spezielle Prioritäten hinsichtlich der Lösung der hierzulande anstehenden Probleme auszeichnet. Aus meiner Wahrnehmung hat sich die Politik in den letzten zwei Jahrzehnten doch vor allem damit beschäftigt, die vor kurzem noch exzellente Infrastruktur zu schädigen, langfristig zu zerstören und vor allem die Vorbilddemokratie China stark zu machen. Oder beobachte ich das falsch, gibt es Fehler in meiner Argumentationskette???

    Der „Morgentauplan“ mit der gewünschten Zerstörung Europas und speziell Deutschlands läuft anscheinend auf Hochtouren, am „Great Reset“ scheint doch was dran zu sein. Schon mal darüber nachgedacht????

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