Handwerkskammer Trier: Kfz-Mechatroniker Matthias J. Koch ist Lehrling des Monats

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Benzin im Blut und Begeisterung für Oldtimer ist neben besonderem Engagement in der Ausbildung die Mischung, die Matthias Julian Koch zum Lehrling des Monats machen. Foto: Handwerkskammer Trier

WITTLICH. Eher durch Zufall hat sich für den heute 19-jährigen Matthias Julian Koch die Möglichkeit ergeben, eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei dem Innungsbetrieb Benarrow GmbH in Wittlich zu absolvieren.

Dabei war die technische Begeisterung schön früh in der Kindheit zu erkennen: „„Meine ganze Kindheit verbrachte ich mit LEGO bauen in sämtlichen eigenen Kreationen, meist ohne Anleitungen, von Elektro-Motoren bis hin zu Pneumatiksteuerungen. Dort erfand ich die verrücktesten Fahrzeuge, Maschinen, welche aber nie nur dekorativ waren, sondern immer eine technische Funktionalität besaßen. Mit zwölf Jahren baute ich mir meinen ersten PC eigenständig aus den einzelnen Komponenten zusammen, lernte es erstmals, Stecker richtig anzuschließen und mir Wissen durch Lesen von Anleitungen anzueignen. Den großen Ursprung meines handwerklichen Interesses würde ich jedoch auf das Jahr 2017 schieben, als ich mein erstes Mofa, eine Hercules Prima 5s von 1988, erwarb““, erzählt Koch.

Somit fing der damals 14-jährige Matthias an, wild drauf loszuschrauben, tauschte Auspuff, Zündkerzen und sämtliche anderen Kleinigkeiten, jedoch baute er nach Einlesen in die Thematik kurzerhand aufgrund des Versagens der alten 6-Volt-Unterbrecher-Zündung das ganze Mofa auf 12 Volt und kontaktlose Zündung um. Viele weitere private Projekte, insbesondere an alten Zweirädern, folgten. Zum Erlangen seiner handwerklichen Orientierung absolvierte Matthias 2017 ein freiwilliges Praktikum im Beruf des Industrie-Mechanikers bei der Firma Benninghoven. Dort lernte er vor allem die Grundlagen der Metallbearbeitung sowohl maschinell als auch händisch. „“Das Praktikum sagte mir zwar zu, jedoch fehlte mir der Bezug zu Kraftfahrzeugen, da damals der Prozentanteil an Benzin in meinem Blut schon stetig stieg.““

Win-Win-Situation für Matthias J. Koch (3. v. l.) und dem Geschäftsführer Bernd Benninghoven (2. v. r.). Hier mit Vertretern der Handwerkskammer Trier und der Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region. Foto: Handwerkskammer Trier

Nach einem Jahr Tätigkeit bei der Firma Profi Parts in Föhren als Nebenjob neben der Schule absolvierte der junge Mann das schulische Praktikum in der Firma Benarrow GmbH in Wittlich. Hier hinterließ er offensichtlich einen bleibenden Eindruck, und es offenbarte sich die Möglichkeit, dort als Minijobber tätig zu werden. Der Nebenjob bei Benarrow entfachte bei Matthias das Interesse an Oldtimern nun aufs Maximum.

„“In dem Jahr, in welchem ich bei Benarrow als Nebenjobber arbeitete, änderte ich durch meine an den Tag gelegten Arbeiten deren Meinung bezüglich eines Auszubildenden. Im März letzten Jahres begleitete ich somit meinen jetzigen Ausbilder zur ADA-Prüfung (Ausbildung der Ausbilder – Ausbildereignungsprüfung), welche wir mit Erfolg zusammen bestanden. Nachdem das Unternehmen folglich von meinem Ausbildungsberater Karl-Heinz Schwall von der Handwerkskammer (HWK) Trier erfolgreich als Ausbildungsbetrieb geprüft und eingetragen wurde, stand dem ganzen nichts mehr im Weg. Im August letzten Jahres begann somit meine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker.““ Matthias J. Koch hat also maßgeblich dazu beigetragen, dass sein jetziger Ausbildungsbetrieb überhaupt ausbildet.

„“Dadurch, dass mein Betrieb sich auf das professionelle Instandsetzen von Oldtimern spezialisiert hat, lerne ich die pure Mechanik eines Autos kennen, arbeite mit Systemen, die für die Mehrheit heutzutage nur noch aus Fachbüchern präsent ist, behalte Kulturgut aufrecht, repariere Teile, die es nicht mehr zu erwerben gibt, lerne es, Fehlerursachen ohne PC zu finden, denn OBD-Stecker und diagnosefähige Steuergeräte sind bei Oldtimern nun mal nicht existent““, so der leidenschaftliche Motorradfahrer.

Für seine überdurchschnittlichen Leistungen im Rahmen seiner Ausbildung als Kfz-Mechatroniker wurde Matthias J. Koch kürzlich von der HWK Trier durch den Kammerpräsidenten Rudi Müller im Beisein des Ausbildungsberaters Karl-Heinz Schwall, des Kreishandwerksmeisters Raimund Licht und des stellvertretenden Geschäftsführers der Kreishandwerkerschaft (KH) Mosel-Eifel-Hunsrück-Region (MEHR), Christian Weirich, zum „“Lehrling des Monats Juli 2021““ ernannt. „„Diese Auszeichnung vergeben wir, auch wenn diese Bezeichnung es anders andeutet, nicht monatlich. Sie wird nur sehr punktuell und besonders auszeichnungswürdigen Auszubildenden verliehen. So ist Matthias für das Jahr 2021 der erste Auszubildende, der mit dieser Auszeichnung bedacht wird“, so Karl-Heinz Schwall von der HWK.

Der vorsitzende Kreishandwerksmeister für die Innungen im Gebiet der KH MEHR, Raimund Licht, war sichtlich stolz auf diese Auszeichnung, die hiermit an den Auszubildenden und den Ausbildungsbetrieb im Innungsbezirk der Kfz-Innung Bernkastel-Wittlich-Bitburg ging. „Hier zeigt sich, dass ein besonderes Engagement eines Auszubildenden und des Ausbildungsbetriebes auch besonders gewürdigt wird. In den Gesprächen am Rande der Verleihung mit dem Auszubildenden und dem Betrieb konnte man die Begeisterung für diesen Beruf im Handwerk deutlich spüren.“

Regulär würde Matthias J. Koch seine Ausbildung erst im Januar 2024 abschließen. Aufgrund seiner besonders überdurchschnittlichen Ausbildungsleistung wird Matthias die Ausbildung bereits im Januar 2023 als Geselle beenden können. „“Ich bin mir sicher, dass wir von diesem jungen Mann noch viele positive Nachrichten hören werden. Womöglich sehen wir Matthias ja in einem der Meisterkurse der Handwerkskammer““, so Schwall. (Quelle: Kreishandwerkerschaft MEHR)

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