„Regel-Irrsinn“ ums „Alkoholverbot“ – warum das „Bierchen“ an der Mosel 100 Euro Strafe kosten kann!

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Bildquelle: dpa-Archiv

TRIER. „Der Konsum von alkoholischen Getränken im öffentlichen Raum ist untersagt“ – dieser Punkt ist seit dem 1. Dezember des vergangenen Jahres, fester Bestandteil der Corona-Landesverordnung in Rheinland-Pfalz. Die Umsetzung des „Alkoholverbotes“, sorgt jedoch bei vielen Triererinnen und Trierer für mehr und mehr Unverständnis.

Während die Kontrollen der benannten Regeln durch das Trierer Ordnungsamt an einschlägigen öffentlichen „Hot-Spots“, beispielsweise der Treviris, scheinbar etwas „lockerer“ ausgelegt werden, kann es den brav im Abstand sitzenden Gast auf der Zurlaubener Moseltreppe schon eher mal „erwischen“. Egal ob Radler, Bier oder ein leckeres Glas Wein – beim Besuch des Ordnungsamtes an der Treppe ist die entspannte Stimmung dahin. Denn: Ein Verstoß gegen die derzeit geltende Verordnung kann vom Trierer Ordnungsamt mit einer 100-Euro Geldstrafe geahndet werden. Glücklicherweise zeigen sich die Ordnungskräfte meist verständnisvoll und bieten alternativ zur Zahlung, auch das „Verlassen“ des entsprechenden Platzes nach vorheriger Ermahnung an.

In der Verantwortung sieht sich die Stadt Trier dabei zurecht nicht: „Wir setzen als Stadt Trier als ausführende Behörde jeweils die Regeln um, die vom Land Rheinland-Pfalz in den jeweils geltenden Corona-Bekämpfungsverordnungen erlassen werden“, heißt es auf Lokalo.de-Nachfrage. Doch die Akzeptanz in der Bevölkerung nimmt scheinbar immer weiter ab.

Hierzu ein regelmäßiger Besucher der Trierer Mosel-Treppe gegenüber lokalo.de: „Die „Alkohol-Verbotsregel“ ist an Absurdität kaum zu überbieten und sinnbildlich für die teilweise realitätsferne „Maßnahmen-Willkür“. Ich verstehe, dass es verständlicherweise aktuell nicht zu größeren Ansammlungen kommen soll und der Faktor Alkohol sicherlich bei „Missbrauch“ eine enthemmende Wirkung diesbezüglich haben kann. Da es jedoch bereits festgeschriebene Kontakt- und Abstandsregeln gibt, sehe ich das Alkoholverbot als reine Schikane. Davon abgesehen erlaube ich mir die Freiheit zu trinken was und wo ich möchte – dies bedarf keiner Regelung durch die Politik.“

Verbunden mit der „Öffnung der Außengastronomie“ ergeben sich seit einigen Tage skurrile Situationen. Ist der Verzehr von alkoholischen Getränken in den Außenbereichen der Gastronomie nicht verboten, kann der Konsum nur wenige Meter weiter 100 Euro kosten!

Auf Lokalo.de-Nachfrage bei der Stadt Trier, erhalten wir folgende Antwort:

„Die Außenbereiche eines gastronomischen Betriebs unterliegen einer Sondernutzungserlaubnis. Sie gehören zum Betrieb und sind ein in sich geschlossenes Areal. Am festen Sitzplatz dürfen also auch alkoholische Getränke serviert und verzehrt werden, da es sich hier nicht um „öffentlichen Raum“, wie in Teil 2 Versammlungen, Veranstaltungen und Zusammenkünfte von Personen § 2 (9) beschrieben, handelt. Das Alkoholverbot im „öffentlichen Raum“ bleibt weiterhin bestehen.“

„Das verstehe wer will, zwei Meter hinter mir sitzen vier Personen an einem Tisch und haben freie Getränke-Auswahl. Ich sitze im Abstand mit meiner Freundin hier auf der Treppe und müsste für denselben Konsum 100 Euro bezahlen. „Das ist ein Witz“, so Studentin Anni, die mit einer Freundin die letzten Sonnenstrahlen des Tages an der Mosel genießt.

4 KOMMENTARE

  1. Es ist nur schwer zu verstehen: wie im Text bereits erwähnt wird, scheint es keine Sanktionen gegen die Treveris-Säufer und die bekannten Gruppen an anderer Stelle zu geben, jedoch hier greift das Ordnungsamt ein. Ich war jedenfalls heute in den Mosel-Weinbergen mit ein, zwei Flaschen Wein unterwegs und ich war nicht alleine! Das zeigt, was viele von dieser Regelung halten! Bitte abschaffen und sich auf sinnvolle Maßnahmen konzentrieren.

    • Das ist doch ganz einfach: Für die Treverisgruppen bräuchte es schon ein grösseres Aufgebot, aber die deutschen Normaldeppen lassen sich eben alles gefallen. Also selbst schuld.

  2. ^^ die Alkoholiker beschweren sich gleich alle … Lächerlich … So geht es uns Kiffern schon immer !

  3. Also ich sehe das mittlerweile so. Ich nehme mein im Grundgesetz verankertes Widerstandsrecht (gewaltfrei natürlich wenn`s geht) wahr und die können mich alle mal. Bußgeldbescheid: egal, wird halt Widerspruch eingelegt. Wenn das viele machen, haben die doch eine schöne Beschäftigung …. 🙂

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