Stadt und Region Trier: Erneut mehr Krankschreibungen im ersten Halbjahr 2023

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Frau liegt krank im Bett Foto: dpa-Archiv

TRIER. Der Krankenstand in der Stadt Trier sowie in den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist im ersten Halbjahr 2023 weiter gestiegen.

Die Beschäftigten in der Region hatten 28 Prozent mehr Fehltage als im Vorjahreshalbjahr. Mit 6,0 Prozent lag der Krankenstand nun genau im Landesdurchschnitt. Laut DAK-Gesundheitsreport fallen die Veränderungen in manchen Altersgruppen stärker ins Gewicht als in anderen. Insgesamt haben Fehltage aufgrund von Atemwegsproblemen und psychischen Erkrankungen besonders zugenommen, Arbeitsausfall durch Corona ist hingegen um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Der hohe Krankenstand verschärft die Situation für Beschäftigte in Berufen mit hohem Personalmangel weiter.

 „Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand in Trier und den umliegenden Landkreisen“, sagt Nico Reppert, Leiter der DAK-Gesundheit in Trier. Dafür wertet die Kasse die Krankschreibungen aller Beschäftigten aus, die bei ihr versichert sind. „Unsere aktuelle Halbjahresanalyse für 2023 zeigt, dass die Fehlzeiten auch nach dem Ende der Pandemie ein wichtiges Thema für die Unternehmen und Betriebe vor Ort bleiben“, so Nico Reppert. „Ein Krankenstand von 6,0 Prozent bedeutet immerhin, dass von 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an jedem Tag von Januar bis Juni insgesamt 60 krankgeschrieben waren.“

Mehr Atemwegsprobleme und psychische Erkrankungen

Die meisten Ausfalltage gingen im ersten Halbjahr 2023 auf das Konto von drei Erkrankungsgruppen: An erster Stelle standen die Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie etwa Rückenschmerzen. In dieser Gruppe stieg die Anzahl der Fehltage um 36 Prozent an, von 158 Tagen je 100 Beschäftigte auf 215 Tage. Viele Fehltage verursachten auch Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis. Hier erhöhte sich der Arbeitsausfall um 57 Prozent. Aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände waren DAK-versicherte Beschäftigte im ersten Halbjahr ebenfalls häufiger krankgeschrieben (186 Fehltage je 100 Beschäftigte). Das Plus betrug hier 47 Prozent. Deutlich rückläufig waren dagegen die Fehlzeiten durch Corona: Sie sanken um mehr als ein Drittel (40 Prozent) von rund 61 auf rund 37 Fehltage je 100 Beschäftigte.

Die Hälfte der Beschäftigten hatte mindestens eine Krankschreibung

Schon mehr als die Hälfte der Beschäftigten hatte im ersten Halbjahr mindestens eine Krankschreibung (52,0 Prozent). So eine hohe Quote wird gewöhnlich erst am Ende eines Jahres erreicht. Bei den jungen Erwerbstätigen bis 30 Jahren war die Steigerung der Krankschreibungen mit einem Plus von 98 Prozent besonders deutlich. Auf 100 Beschäftigte kamen in dieser Altersgruppe insgesamt 127 Krankschreibungsfälle. Bei den über 50-Jährigen waren es mit 87 Fällen je 100 Beschäftigte wesentlich weniger. Allerdings sind ältere Erwerbstätige dafür eher von langwierigen Erkrankungen betroffen wie etwa Bandscheibenvorfällen oder schweren Depressionen. Für ihre Altersgruppe zeigt die Analyse deshalb zwar weniger Fälle, aber insgesamt mehr Fehltage.

Sonderanalyse zum Gesundheitsrisiko Personalmangel

Die DAK-Gesundheit hat in einer Sonderanalyse gemeinsam mit dem IGES Institut in Berlin auch die Auswirkungen von Personalmangel auf den Krankenstand untersucht und dafür eine repräsentative Forsa-Befragung beauftragt. Demnach erleben im Bundesland Rheinland-Pfalz 52 Prozent der Beschäftigten regelmäßig Personalmangel in ihrem Arbeitsumfeld. Das führt zu einem starken Leistungs- und Termindruck, zu Überstunden und zu einem Verzicht auf Pausen. In der Folge berichten die Betroffenen von allgemeiner Erschöpfung (56 Prozent), von Schlafstörungen (29 Prozent) und Kopfschmerzen (25 Prozent). Sie geben solche Beschwerden wesentlich häufiger an als Beschäftigte ohne Personalnot. „Wir müssen die Situation von Menschen, die unter Personalmangel arbeiten, besonders im Blick behalten. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass sich die damit verbundenen Belastungen auf den Krankenstand auswirken“, sagt Nico Reppert. „Firmen und Betriebe in Rheinland-Pfalz sollten auch im eigenen Interesse verstärkt auf den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeitenden achten und weitere Ressourcen ins Betriebliche Gesundheitsmanagement investieren.“, so Reppert. „Unsere Kasse hilft Unternehmen dabei, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu stärken.“

(Quelle: DAK Trier)

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