TRIER. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Trier kritisiert die Bundesregierung für ihre Ablehnung eines Weiterbetriebs der Kernkraftwerke in Deutschland, wie die MIT mitteilt. „Der Krieg in der Ukraine muss zu einem Umdenken in unserer Energiepolitik führen. Wir sollten jetzt jede Option prüfen, unsere Abhängigkeit von Russland zu verringern“, sagt Manuel Kappes, stellvertretender Kreisvorsitzender der MIT Trier.
Die bisherigen Gegenargumente der Regierung hält die MIT Trier durch die Betreiber und Kernenergieexperten für weitgehend widerlegt. „Wenn man will, ist ein Weiterbetrieb von sechs Reaktoren durchaus möglich“, so Kappes. Die MIT Trier führt an, dass die Kernkraft im vergangenen Jahr für fast zwölf Prozent der deutschen Bruttostromerzeugung gesorgt hat. „Wenn wir unsere sechs Kernkraftwerke weiterlaufen lassen, könnten wir mehr als zwei Drittel der Verstromung durch Gas ersetzen. Dies wäre außerdem ein enormer Beitrag gegen den Klimawandel, weil wir unsere CO2-Emissionen erheblich reduzieren würden“, so Kappes. Allerdings müsse die Entscheidung durch die Politik schnell erfolgen: „Im Frühsommer gibt es kein Zurück mehr. Wenn wir bis dahin nicht die politischen Weichen gestellt haben, ist diese Möglichkeit der sicheren, klimafreundlichen und günstigen Energieversorgung in Deutschland für immer abgeschnitten. Das wäre verantwortungslos.“
Die MIT Trier hält die im „Prüfvermerk“ des Bundeswirtschafts- und des Bundesumweltministeriums aufgelisteten Gegenargumente für nicht sachlich begründet und für widerlegt. „Nach Einschätzung vieler Branchenexperten wäre es sowohl technisch als auch rechtlich möglich, die Kernkraftwerke noch fünf bis zehn Jahre weiter zu nutzen“, sagt Kappes. „Die Anlagen, das Personal, das Know-how, die Lieferketten – all das ist noch vorhanden. In der aktuellen Energiekrise ist die Kernkraft schlichtweg unverzichtbar. Andernfalls droht Deutschland in eine energiewirtschaftliche Notlage zu geraten. Das kann niemand wollen.“
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) – vormals Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU – ist mit rund 25.000 Mitgliedern der größte parteipolitische Wirtschaftsverband in Deutschland. Sie beruft sich auf die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft und fordert mehr wirtschaftliche Vernunft in der Politik.















