TBB: Trübe Aussichten in Bamberg

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TBB-Regisseur Jermaine Anderson war in den letzten Spielen auf Formsuche.

Bildquelle: Helmut Thewalt

TRIER. Höher könnte die Hürde für die Trierer Bundesliga-Basketballer kaum sein. Am 22. Spieltag der Saison gastiert das Team von Trainer Henrik Rödl beim derzeitigen Hot Spot der Liga. Am Sonntag (17 Uhr) trifft die TBB in der Brose Arena auf die Brose Baskets Bamberg , die in der BBL seit Wochen von Sieg zu Sieg eilen und inzwischen seit elf Spielen ungeschlagen sind.

Als „Aufbaugegner“ für die Moselaner, die am vergangenen Spieltag beider 67:82-Niederlage gegen Schlusslicht Crailsheim Merlins eine schlimme Vorstellung ablieferten, taugt der sechsmalige Meister sicherlich nicht. Die Gründe dafür sind neben der Topform der Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri die chronische Trierer Auswärtsschwäche in dieser Saison – nur ein Sieg bei 10 Anläufen – und die ganz schwache Bilanz der TBB gegen die Baskets, gegen die in Bamberg in 25 Bundesliga-Jahren erst ein Sieg gelang.

Ein Erfolg bei den Oberfranken wäre mehr als eine Überraschung, er wäre eine Sensation. Daran zu glauben fällt angesichts der Voraussetzungen aber wohl selbst einem eingefleischten Fan des Trierer Basketballs schwer. Die Tabellensituation, die bis zum Ende der Saison nichts anderes als den Kampf um den Klassenerhalt erwarten lässt und der Restspielplan diktieren Realismus. Eine Niederlage beim Titelkandidaten ist wohl kaum zu vermeiden. Das spielende Personal tut aber gut daran, anders aufzutreten als bei der Blamage gegen Crailsheim – wegen der Außenwirkung, aber auch um der eigenen Psyche willen.

Aber da ist noch etwas. „Normalerweise hänge ich nicht an die große Glocke, wenn die Mannschaft gesundheitliche Probleme hat – weil es einfach kein Thema ist. Aber nach den Leistungen der letzten Woche muss man einfach ansprechen, dass wir die Grippe in der Mannschaft haben und einige diese Woche noch überhaupt nicht trainiert haben.“

Das ist, wie er selbst völlig richtig sagt, nicht die übliche Art wie Henrik Rödl Fragen nach dem nächsten Spiel beantwortet. Zurzeit bleibt ihm aber relativ wenig Auswahl – an Antworten ebenso wenig wie an Spielern, die gesund genug sind, um im Training vor dem kommenden Auswärtsspiel gegen die Brose Baskets in Bamberg (Sonntag, 17:00 Uhr) mitzumachen. Bereits in der Vorwoche hatte sich die Grippewelle angedeutet, im letzten Viertel gegen Crailsheim fehlte schlicht und ergreifend die Energie für den letzten großen Angriff. Als alleinige Begründung für das Debakel will Rödl den Krankheitsstand aber nicht verstanden wissen.

Fragt man den Headcoach der TBB Trier also dieser Tage nach den Brose Baskets Bamberg, bekommt man zunächst einmal zu hören, dass die Trainingshalle leerer ist als üblich: „Wir suchen im Moment eher nach Energie und Gesundheit, als uns auf den nächsten Gegner vorzubereiten.“

Die elf Siege in Serie haben die Brose Baskets mit einer extrem geschlossenen Mannschaftsleistung erreicht, die ihre Scorerqualitäten gut in Szene setzt: Ganze sechs Spieler scoren zweistellig, Ryan Thompson führt die Liste mit 14,6 Punkten pro Spiel an, Point Guard Brad Wanamaker folgt mit 14,4, Josh Duncan komplettiert den „Club der Vierzehner“ mit 14,1 Zählern pro Partie. Josh Duncan greift dazu noch 6,3 Rebounds pro Spiel ab – in der Zone wird die TBB jede Menge Arbeit haben. Seit mittlerweile drei Spielen greift außerdem der ehemalige Frankfurter Dawan Robinson ins Geschehen ein und gibt den Brose Baskets mit 11,7 Punkten noch mehr Tiefe. Mit Daniel Theis und Elias Harris stehen zwei der größten deutschen Talente der letzten Jahre im Team von Trinchieri, der lettische Scharfschütze Janis Strelnieks und das Bamberger „Urgestein“ Karsten Tadda runden das Bild ab.

„Die Baskets sind ganz klar eine der besten Mannschaften Deutschlands, die mittlerweile sehr organisiert spielt“, sagt Rödl, „sie haben, wie so oft nach einem Trainerwechsel, eine kleine Anlaufzeit gebraucht, aber mittlerweile zeigt sich die Qualität dieses Teams. Sie sind gut zusammengestellt, spielen körperlich und extrem diszipliniert auf allen Positionen. In der Bundesliga hat Bamberg gerade eine starke Serie hingelegt, für mich sind sie mit Bayern und Berlin eines der Top-Teams der Liga.“

Lieber Bett statt Basketball also? Natürlich nicht, sagt Rödl, dem man derlei auch nicht zutrauen würde. Es wird normal weitergearbeitet: „Die, die gesund sind, arbeiten hart und trainieren gut – aber ich bin zurzeit noch nicht in der Lage zu sagen, wer am Wochenende spielen kann.“

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