Wahlkreis Trier: Sienkiewicz (CDU) Erststimmen-Sieger – aber kein Bundestagsmandat!

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Der CDU-Bundestagskandidat für Trier und Trier-Saarburg, Dominik Sienkiewicz, erhielt die meisten Erststimmen, zieht aber nicht in den Bundestag ein. Bild: CDU Trier via Facebook

TRIER. Dominik Sienkiewicz hat bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Trier die meisten Erststimmen gewonnen. Nach dem vorläufigen Endergerbnis entfielen auf den CDU-Politiker 30,8 Prozent der Stimmen. Verena Hubertz (SPD), die den Wahlkreis bei der letzten Wahl 2021 gewonnen hatte, liegt knapp dahinter mit 30,3 Prozent.

Die Stimmen für die übrigen Kandidatinnen und Kandidaten verteilten sich wie folgt: Marcel Philipps (AfD) 14,2 Prozent, Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen) 8,3 Prozent, Lin Lindner (Die Linke) 5,0 Prozent, Gerd Benzmüller (FDP) 4,0 Prozent, Leo Miguez (BSW) 3,4 Prozent, Niels Becker (Freie Wähler) 2,7 Prozent, Loreen Reemen (Volt) 1,0 Prozent und Matthias Reimann (ÖDP) 0,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 83,6 Prozent, eine deutliche Steigerung gegenüber 2021, als 77,2 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt hatten.

Obwohl er die meisten Erststimmen erhalten hat, wird Sienkiewicz jeodch kein Bundestagsmandat erhalten. Das liegt an der Wahlrechtsreform zur Verkleinerung des Bundestags: Falls eine Partei in einem Bundesland über die Erststimmen mehr Wahlkreise gewinnt, als ihr gemessen am Zweitstimmenergebnis an Sitzen zustehen, gehen die Wahlkreissieger mit den schlechtesten Ergebnissen leer aus. Dies war in Rheinland-Pfalz bei der CDU der Fall.

Auch bei den Zweitstimmen liegt die CDU im Wahlkreis 202, der die Stadt Trier und den Landkreis Trier-Saarburg umfasst, vorn und kommt auf 30,7 Prozent (plus 7,0 im Vergleich zu 2021). Zweitstärkste Kraft ist die SPD mit 20,0 Prozent (minus 10,3). Auf Platz drei landet die AfD mit 15,5 Prozent (plus 9,3), vor Bündnis 90/Die Grünen mit 12,2 Prozent (minus 3,4). Die Linke erreicht 7,7 Prozent (plus 3,8), die FDP 4,7 (minus 6,4) und das erstmals angetretene Bündnis Sahra Wagenknecht 4,4 Prozent. Auf die sonstigen Parteien entfallen 4,8 Prozent.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe, zugleich Wahlleiter im Wahlkreis 202, bedankte sich bei rund 1000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfern für ihren Einsatz in den 59 Wahllokalen und im Briefwahlzentrum in der SWT-Arena. „Dass für die Bürgerinnen und Bürger Demokratie wichtig ist, zeigt die Bereitschaft, freiwillig bei der Wahl anzupacken. Wir hatten diesmal keine Probleme, die Wahlvorstände mit ehrenamtlichen Kräften zu besetzen. Das zeigt, dass die demokratische Gesellschaft in Trier lebendig ist.

Während der Wahl kam es zu einem Vorfall mit falschen Stimmzetteln in einem Wahllokal in Trier-Süd (lokalo.de berichtete). Offenbar wurden von der Druckerei, die für mehrere Bundesländer Wahlzettel druckt, einige Zettel, die für einen anderen Wahlkreis bestimmt waren, nach Trier geliefert. Nachdem der Fehler festgestellt wurde, wurden keine falschen Stimmzettel mehr ausgegeben. Bei der Auszählung zeigte sich, dass 15 dieser falschen Stimmzettel in die Urne gelandet waren. Der Landeswahlleiter hat entschieden, dass diese Stimmen als ungültig gewertet werden müssen.

Ergebnisse Stadt Trier

Für die Stadt Trier wurde bei den Erststimmen folgendes Ergebnis ermittelt:

Verena Hubertz (SPD) 31,4 %
Dominik Sienkiewicz (CDU) 26,6 %
Marcel Philipps (AfD) 12,9 %
Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen) 11,9 %
Lin Lindner (Die Linke) 7,2 %
Leo Miguez (BSW) 3,7 %
Gerd Benzmüller (FDP) 2,9 %
Niels Becker (Freie Wähler) 1,6 %
Loreen Reemen (Volt) 1,2 %
Matthias Reimann (ÖDP) 0,4 %

Für die Stadt Trier wurde bei den Zweitstimmen folgendes Ergebnis ermittelt:

CDU 25,4%
SPD 19,5 %
Bündnis 90/Die Grünen 16,6 %
AfD 13,9 %
Die Linke 11,3 %
BSW 4,6 %
FDP 4,5 %
Sonstige 4,3 % (Quelle: Stadt Trier)

10 Kommentare

  1. Sensationeller Erfolg für Sienkiewiecz in Trier
    Der weithin unbekannte politische Quereinsteiger luchst der bisherigen Wahlkreiskandidatin Verena Hubertz das Direktmandat ab. Außer Namen, Alter und Beruf war kaum etwas bekannt von dem politischen Newcomer. Mit Minimalaufwand und nur mäßiger Parteiunterstützung gewinnt der Trierer Polizeidirektor knapp gegen Verena Hubertz, die mit riesigem medialen Aufwand und Investitionen im fünfstelligen Eurobereich nach einen einen von ihr intensivst geführten Wahlkampf nur zweite Siegerin bleibt.

    • Und sie kommt nur über die Landesliste in den Bundestag, die Superfrau der roten Partei in Trier. Hat ja auch schon so viel bewegt, naja, vielleicht in Berlin und nicht in Trier.

    • Sie ist im Bundestag, er nicht. Sie stand auf Platz drei der SPD-Landesliste, er auf Platz 12 der CDU-Landesliste. Was nützt es das, trotz des wirklich großartigen Erfolges, dass man den Wahlkreis gewonnen hat. Natürlich, nach dem alten Wahlgesetz hätte es geklappt, aber die Auswirkungen des neuen Wahlgesetzes waren durchaus allen bekannt. Zurück zum alten Wahlgesetz ist jedenfalls keine gute Idee, denn schließlich war der jetzige Bundestag, mit rund 100 Abgeordneten mehr als der neu gewählte, viel zu groß!

  2. Dominik Sienkievicz stand auf Platz 12 der CDU-Landesliste. Wie kann man den Kandidaten der viertgrößten Stadt in RLP auf den zwölften Platz setzten? Nun ist die Stadt Trier für weitere vier Jahre ohne CDU-Bundestagsabgeordneten. Es geht eben alle nur nach den aktuellen Chancen, die große christdemokratische Tradition in Trier scheint da keine Rolle mehr zu spielen. Für die CDU, eine Partei die Tradition hochhält, ist das ein Armutszeugnis.

    • Stimmt nicht ganz – Verena H. und Corinna Rüffer sind dabei über die Landeslisten. Aber gut ich gebe Ihnen Recht – es fehlt die schwarz-blau-vernünftige Stimme für Trier und die engere Region.

  3. Das nennt man Demokratie.

    Ich hoffe sehr dass die symphatische und auch optisch herausragende Frau Hubertz irgendwie doch in den Bundestag reinkommt. Die Frau strotzt geradezu vor fachlicher Kompletenz und Intelligenz, sieht auch sehr gut aus.

    Viel besser übrigens als der im Artikel genannte Gegenkandidat, der sicherlich auch sehr kompetent ist, aber meiner Meinung nach optisch gegenüber der SPDlerin abfällt.

    • Super Demokratie, der Gewählte bleibt zu Hause, der zweite und dritte zieht ins Parlament.
      Suche den Fehler.
      Gefunden : das Gesetzt ist es. Schlechtes Gesetzt, Verlust des Vertrauens. Von wem ist das Gesetz nur?

  4. Wenn Politiker schon ein Gesetz raus bringen, dann wird es kompliziert.
    Dabei könnte das Wahlgesetz soooooooo einfach sein und sooooooo simpel und vor allem würden minimal 299 oder nur maximal 598 Politiker und Politikerinnen im Bundestag sitzen.

  5. Wenn Politiker und Politikerinnen schon ein Wahlgesetz machen, dann kann es nur kompliziert werden.
    Dabei könnte das sooooooo einfach und sooooooo simpel sein.
    Nach meiner Idee wären mindestens 299 bis maximal 598 Politiker und Politikerinnen im Bundestag vertreten.

  6. Naja, das geht jetzt die nächsten 4 Jahres so weiter, es werden weiterhin jedes Monat 1000e ins Land strömen die nix hier zu suchen haben und die die schon hier sind, zb die 400tausend Syrer die seit 2015 nix arbeiten, kriegt man nicht mehr los weil der Wille und das Personal fehlt.
    Ca 3x pro Woche wird irgendwo jemand abgestochen, begleitet von AllahuAkhbarRufen, dann gibts wie immer Demos der Omas gegen Rechts usw.
    In vier Jahren ist Deutschland dann fertig und falls die AfD dann stärkste Partei wird ist es zu spät.
    Wird spannend sein das alles anzusehen.

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