Knollenblätterpilz gegessen: Drei Kinder – darunter zwei aus dem Saarland – in Lebensgefahr

Im Herbst werden viele Pilze gesammelt. Dabei gibt es die Gefahr durch Giftpilze. An einer Klinik in Hessen müssen gleich drei Kinder wegen schwerer akuter Gesundheitsprobleme behandelt werden.

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Foto: dpa / Symbolbild

ESSEN/SAARBRÜCKEN. Drei Kinder und ein Erwachsener werden von Experten der Universitätsmedizin Essen wegen akuten Leberversagens behandelt, vermutlich ausgelöst durch den Verzehr giftiger Pilze.

Die Kinder schweben nach Angaben der Ärzte in Lebensgefahr. «Bereits drei Kinder wurden heute Nacht in der Kinderklinik mit akutem Leberversagen aufgenommen, die nun dringend eine Notfalltransplantation benötigen», erklärte die Einrichtung. Außerdem werde der Vater eines der Kinder deshalb behandelt.

Zwei getrennte Fälle

Es handele sich um zwei getrennte Fälle. Zwei der Kinder seien verwandt, erläuterte eine Sprecherin auf Nachfrage. Alle drei Kinder stammten nicht aus Nordrhein-Westfalen und seien zur Behandlung zu den Experten nach Essen gebracht worden, zwei von ihnen aus dem Saarland. Laut der Saarbrücker Zeitung wurden mehrere Mitglieder einer Familie nach dem Verzehr von Giftpilzen am Wochenende erst im Klinikum auf dem Winterberg in Saarbrücken ntensivstationär behandelt. Die Eltern und Kinder hatten am Wochenende Pilze gesammelt, darunter offensichtliche mehrere grüne Knollenblätterpilze, wie das Klinikum mitteilte. Beim Verzehr des grünen Knollenblätterpilzes liegt die Sterblichkeitsrate trotz modernster intensivmedizinischer Behandlungsmöglichkeiten immer noch bei 15 bis 20 Prozent. Wegen akuter Lebensgefahr wurden die Patienten an die Uniklinik Essen verlegt.

Weitere Details wie das Alter der drei Kinder nannte die Sprecherin nicht. Die Universitätsmedizin Essen ist nach eigenen Angaben eines der wenigen Lebertransplantationszentren in Deutschland.

Diese Fälle seien alarmierend und unterstrichen die Gefahren, die mit dem Sammeln und Verzehr von Pilzen verbunden seien, hieß es. Die Universitätsmedizin Essen warnt vor lebensbedrohlichen Gefahren insbesondere durch Knollenblätterpilze. Die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» hatte über die drei Kinder mit akutem Leberversagen berichtet.

Lebensgefahr und Transplantationsbedarf

Die drei Kinder würden für Lebertransplantationen gemeldet. Es sei hoch wahrscheinlich, dass dies erforderlich sein werde, sagte der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin II am Uniklinikum Essen, Prof. Dr. Lars Pape. Der Vater eines der Kinder werde ebenfalls in Essen behandelt, sagte er.

Akutes Leberversagen sei typisch bei Knollenblätterpilzen. «Wir sehen das alle paar Jahre wieder», erklärte Pape. Bei Anzeichen einer Pilzvergiftung sollten sich Betroffene sofort ins Krankenhaus begeben. Schnelle Hilfe sei wichtig, bevor ein Leberversagen eintrete.

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