TRIER. Seit mehr als zwei Jahren herrscht im Bürgeramt Trier ein untragbarer Zustand – das Bürgeramt, einst die „Visitenkarte der Verwaltung“, ist mittlerweile Sinnbild für administrative Missstände. Bürger warten wochen- oder gar monatelang auf einfache Dienstleistungen, und die Mitarbeitenden sind aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen chronisch überlastet. Trotz zahlreicher Diskussionen und Versprechungen des zuständigen Dezernenten blieb eine echte Verbesserung aus. Die Trierer SPD-Fraktion macht nun in einem offenen Antrag für die nächste Stadtratssitzung am 6. November 2024 deutlich: So kann es nicht weitergehen!
Katastrophale Zustände – SPD erhebt schwere Vorwürfe
Besonders drastisch zeigte sich die Misere am 1. Oktober dieses Jahres. Laut SPD-Fraktion entstand an diesem Tag ein „Desaster für Bürger und Mitarbeitende“, das deutlich macht, wie sehr der Alltag in der Behörde außer Kontrolle geraten ist. „Katastrophale Bilder für die Akzeptanz unseres funktionierenden Staates“, so die SPD, waren die Folge. Die Fraktion kritisiert in ihrem Antrag nicht nur den desolaten Zustand, sondern auch das Versagen des zuständigen Dezernenten, der es seit Jahren nicht geschafft habe, tragfähige Lösungen auf den Weg zu bringen.
Die SPD-Fraktion lässt dabei kein gutes Haar an den Verantwortlichen. „Wir trauen den Ankündigungen und Durchhalteparolen des Dezernenten nicht mehr“, heißt es in ihrem Schreiben an den Oberbürgermeister. Diese deutliche Kritik zeigt: Das Vertrauen in die Leitung des Bürgeramts und die Fähigkeit, grundlegende Probleme zu lösen, ist erschüttert.
Klarer Forderungskatalog
Um den Missständen endlich Einhalt zu gebieten, empfiehlt die SPD fünf konkrete Maßnahmen. Diese sollen das Bürgeramt wieder funktionsfähig machen und sowohl Bürger als auch Mitarbeitenden Entlastung bringen:
- Parallelstruktur für spontane und termingebundene Besuche: Das Bürgeramt soll täglich für beide Besuchsarten verfügbar sein.
- Verlängerte Öffnungszeiten: An zwei Abenden in der Woche sollen Bürger bis 19 Uhr Termine wahrnehmen können.
- Digitale Abholstationen: Dokumente wie Personalausweise sollen künftig bequem an Abholstationen nach dem Vorbild von Packstationen abgeholt werden können.
- Prozessmanagement: Die Effizienz von Terminvergaben und anderen Abläufen soll engmaschig überwacht und kontinuierlich optimiert werden.
- Engmaschiges Reporting: Die Verwaltung soll regelmäßig über den Fortschritt dieser Maßnahmen berichten.
Die Verwaltung als „Visitenkarte des Staates“
Die SPD formuliert eine klare Erwartung: Das Bürgeramt muss sich zu einer echten „Visitenkarte“ entwickeln, die den Bürgern einfache und schnelle Zugänge zu Dienstleistungen ermöglicht. Dabei wird vor allem auf Digitalisierung gesetzt, um langfristig Wartezeiten zu minimieren und unnötige Bürokratie zu reduzieren.
Fazit: Der Druck steigt
Die SPD macht mit ihrem Antrag deutlich, dass die Situation im Bürgeramt nicht mehr hinnehmbar ist. Der Oberbürgermeister und die Verwaltung stehen nun in der Pflicht, die dringend notwendigen Reformen umzusetzen. Es bleibt abzuwarten, ob der Stadtrat die Forderungen am 6. November unterstützt und endlich Taten folgen lässt.
(Quelle: Pressmitteilung SPD Stadtratsfraktion)
Ach refomieren. Heißt das, dass Desaster irgendwie wieder gut machen? Irgendwie das „wieder weg machen“, was von selbigen angerichtet wurde?
Roland Baader sagte einst zum Thema „politische Kasten“: ..
Ach es wird ja eh, als reine Meinung zensiert und jeder Interessierte findet alles.. wie viel Wahrheit darin steckt, eröffnet sich selbigen hoffentlich ebenso.
Der gesamte Stadtrat hat dem Treiben doch einige Jahre tatenlos zugesehen und jetzt tut die Spd so, als wenn sie der Heilsbringer wäre? Die waren doch jahrelang in der Verantwortung, oder habe ich da was versäumt? Vor einigen Jahren lief es auch sehr gut in diesem Amt, aber vielleicht bringt ja eine neue Amtsleitung etwas Schwung in das Haus? Es war doch eine Stelle ausgeschrieben, vor kurzer Zeit. Und noch was: die geforderten Punkte müssen auch mit der entsprechenden Anzahl von Personal hinterlegt werden. Die hauen doch alle ab, bei der miesen Bezahlung im Frontoffice. Es fehlt ausgebildetes Personal, auch wenn man sagt, es sind überall zu viele. Das stimmt nicht.
Da kann ich Wolfgang der Ersten nur beipflichten. Außerdem ist Personaldezernent doch zufällig der Herr Oberbürgermeister, und der kommt aus dem Hause der SPD….
@ J-Klein: zuständig ist doch der Herr Britten. Der nennt sich doch selbst Innenstadtdezernent. Wieso eigentlich? Weil der mit den Außenstadtteilen wie z.B. Ehrang oder Ruwer nichts zu tun hat? Komische Betrachtungsweise seinerseits.
Das problem liegt nicht an der Politik sondern an der Verwaltung selbst. Die Entscheider auf allen ebenen der Verwaltung bleiben und die Politiker werden neu gewählt. Unfassbare Strukturen von Faulheit, Arroganz, Blaumachen und Arbeitsunlust haben grosse Teile der Verwaltung erreicht. Das ist bequem. Die arbeit machen wenige, hervorragende und fleißige Verwaltungsangestellte. Der gesamte Apparat muss getauscht werden und von einzelnen der pflichtbewusst wieder aufgebaut werden. Wenn ich sehe das ich in München ohne Termin mein Nummernschild in 8 Minuten habe und es hier selbst mit Zulassungsdienst mehrere Tage dauert muss ich weinen.
schrecklich, dass die SPD sich jetzt wieder profilieren will, aber dabei einfach nur dumm agiert. Der 5 Vorschlag aus dem forderungskatalog ist zum Beispiel nur reines berichtswesen und führt zu nichts außer unnötigem Mehraufwand für die mitarbeitenden. Oder wurde schonmal etwas verändert der oder „besser“ nachdem man einem Kommunalpolitiker gesagt hat, dass etwas nicht funktioniert?
Außerdem geht es in den übrigen Vorschlägen auch eher um Dinge, die das ohnehin schon stark überlastete Personal noch weiter belastet. Man liest a er nirgends von der SPD, dass die vorschlagen die Gehälter des Personals anzuheben, oder mehr Personal einzustellen. Das zeigt doch nur zu klar, dass es der SPD mit ihrem „Forderungskatalog“ um nichts anderes geht als Werbung für ihre auf Bundesebene angeschlagene Partei.
Ich war heute zufällig gegen 8.00 Uhr am Viehmarkt und sah die vielen Leute im/am Bürgeramt. Nach genaueren Hinsehen wer denn da steht, kann ich sagen, die vielen Probleme im Land gehört alles zusammen und haben eine Ursache, auf die sich die Verwaltungen allerorts nur unzureichend vorbereitet haben. Das macht den Unterschied zu früher.
Dieser Kommentar enthält mehr Niveau und Diplomatie als die meisten linksgrünen Machtmenschen zusammen…
Das ist alles richtig… jeder weiß hier immer alles. Trotzdem liegt die Personalverantwortung bei Herrn Oberbürgermeister.
habe bei der stadt gearbeitet. null (!) einarbeitung. 2 sätze im vorbeigehen oder auf zuruf- und man musste sofort alles können. wenn nicht- oh, große verwunderung. anbrüllen, mieses vorführen, auflaufen lassen, mobbing, etc. von vorgesetzten & angestellten war an der tagesordnung, etc. ich war da nicht die einzige. könnt ein buch schreiben! hab trotzdem alles gegeben, die arbeit an sich hat mir spaß gemacht. als mein zeitarbeitsvertrag dem ende zuging, hat man mir nicht angeboten zu verlängern, obwohl an vielen stellen leute fehlen. ich war aber froh darüber! lieber arbeitslos als diese tägliche anspannung. so traurig und absolut unverständlich wie man dort mit menschen umgeht, die einem nix getan haben sondern da sind um die angestellten zu entlasten, ihnen zu helfen.
@ Werte Susi Sonnenschein
Mir liegt es fern, diese Lichtgestalten auf der Führungsebene der Trierer Stadtverwaltung in Schutz zu nehmen. Beim Durchlesen deiner Zuschrift erkenne ich eine gewisse Verbitterung, allerdings deuten sowohl der grammatikalische Satzaufbau als auch der Formulierungsstil darauf hin, dass dir für diese Tätigkeit einfach die entsprechende Qualifikation fehlt.
Ansonsten finde ich die im Artikel veröffentlichte Erklärung der SPD-Fraktion lustig. Seit vielen Jahren stellt die SPD die Chefs der Verwaltung. Zuerst war es dieser SPD „Gegen rächtttsss“ und jetzige Honorarkonsul Jensen, seit vielen Jahren dann dieser SPD „Verwaltungsexperte“ Leibe.
Finde den Fehler…
Ich denke immer lösungsorientiert. Wie kann die Lösung ausssehen?
Man sollte den grössten Teil dieser Leute in der Trierer Verwaltung rausschmeissen und einfach durch eine KI ersetzen. Technisch wäre das längst realisierbar und würde sicher zu besseren Ergebnissen in der Praxis führen. Diese Massnahme würde viel Geld sparen, bislang scheut man noch anscheinend die sozialen Konsequenzen. Die Betonung liegt auf „noch …“
Der Leibe könnte sich dann darauf konzentrieren, im Altersheim die Blumen für ein Jubiläum vorbeizubringen und freundlich zu lächeln. Das würde ich ihm noch zutrauen.
@ bintolerant
Ich erlaube mir den Hinweis dass auch Ihnen Rechtschreibefehler unterlaufen,z.B. in der Fragestellung.
In Ihrem Post sprechen Sie mit den Fortschritten der künstlichen Intelligenz einen wichtigen Punkt an. Viele Menschen ist nicht bewusst was diese Technologie bereits jetzt schon leisten kann und welche Konsequenzen sich für unsere Zukunft ergeben.
Nehmen wir das Beispiel „Transport,Lieferverkehr,Personenverkehr“, konkret die Bahn. Es ist kein Problem die Abläufe mittels KI zu betreiben. Fahrtkarte/Ticket kaufen geht online. Kontrolle zum Einstieg in den Zug: geht nur mit digital erworbener Fahrkarte. In Konsequenz kann man viel Personal einsparen und benötigt dann nur noch Security innerhalb der Züge….. 🙁
Taxis,ferngesteuerte LKW `s zum Transport,alles heute schon machbar.
Personal im Supermarkt – unnötig. Kassenpersonal durch digitale Zahlsperren ersetzen, Auffüllung der Warenregale durch KI gesteuerte Roboter. Alles machbar.
Standardabläufe in Verwaltungen, wie z.B. der Stadtverwaltung,Finanzamt, u.s.w. alles bereits jetzt schon mit KI machbar.
Man kann dazu viele Beispiele anführen. Der springende Punkt. In den kommenden Jahren wird es immer mehr Menschen geben, deren Arbeitskraft/Qualifikation einfach nicht mehr benötigt wird. Also Massenarbeitslosigkeit.
Gutgläubige Menschen würden diese Entwicklung begrüssen, weil die Menschen mit entsprechenden finanziellen Mitteln mehr Freizeit und Gestaltungsspielraum für ihr persönliches Leben haben. Also Grundeinkommen u.s.w. Aber ist das realistisch, werden die Profiteure dieser Entwicklung bereits sein, für diese „Nichtsnutze“ zu zahlen????
Pessimisten sehen das so, dass die Profiteure auf die Idee kommen könnten, dass es keine gute Idee ist diese „unnützen“ Individuen durchzufüttern oder mit materiellen Zuwendungen zu unterstützen.
Ich tippe eher auf die pessimistische,aber realistischere Variante und glaube an die Aussage einer bedeutenden Person der Zeitgeschichte:
„Ihr werdet nichts besitzen aber trotzdem glücklich sein …“ Ob Teil 2 des Zitats wirklich realistisch ist, bezweifle ich natürlich.
Liebe Stadtverwaltung,
man kann es nicht oft genug wiederholen, denn Ihr zeigt Euch gegenüber Eurem wahren Arbeitgeber und Wohltäter allzu häufig sehr vergesslich. Dabei erleidet Ihr regelmäßig unerträglicher Arroganz und Größenwahn. Schon wieder habt Ihr vergessen: Ihr arbeitet für die Bürgerschaft. Das ist die einzige Aufgabe, die Ihr zu erfüllen habt, vom gewählten politischen Oberbürgermeister bis hin zur öffentlich-rechtlichen Reinigungskraft im Minijob. Dies betrifft auch Eure anhängigen Gesellschaften, Institute und Machenschaften. Auch das (Steuer)Geld, welches Euch alimentiert, Ihr verbraucht und ausgebt, wird vom Bürger vertrauensvoll zur Verfügung gestellt.
Jetzt reißt Euch gefälligst in allen Ebenen zusammen und bringt ohne Verzug schnellstmöglich die Missstände in Ordnung. Und wahrt dabei bitteschön den gebotenen Respekt gegenüber dem Souverän.
susi sonnenschein, genau diese Arbeitsmoral der Vorgesetzten einschließlich Mobbing, haben zwei meiner Bekannten dort auch in der Vergangenheit erlebt.
Geändert hat sich dort nichts, im Gegenteil, immer mehr Arbeit für immer weniger Arbeitskräfte.
Wen wundert es das so viele diesem schlecht organisierten und unterbesetztem Bürgeramt den Rücken kehren?
Die letzten Bürokräfte können einem nur leid tun, sie müssen unter diesem dieses Chaos leiden.