Klöckner: CDU ist keine Partei der „Kopflosigkeit“

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Julia Klöckner (CDU). Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild

BERLIN. Kurz vor der konstituierenden Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag ruft die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner ihre Partei zur Mäßigung auf. «Wir sind eine staatstragende Partei, dazu gehört nicht Kopflosigkeit, sondern Berechenbarkeit», sagte die scheidende Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz der «Rheinischen Post».

Eine Aufarbeitung der Wahl und eine Erneuerung des Parteiauftretens seien angesichts des Ergebnisses unumgänglich. «Wovon ich aber nichts halte, ist jetzt ohne Plan das Dach abzudecken und die Wände einzureißen», betonte Klöckner.

In der Union brodelt es, vereinzelt wurden bereits Rufe nach dem Rücktritt von CDU-Chef und Unionskanzlerkandidat Armin Laschet laut. Obwohl die Union auf 24,1 Prozent abstürzte und die SPD stärkste Partei wurde, hatte Laschet noch am Wahlabend bekräftigt, dass er eine Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen anstrebt. Dieser Kurs stieß auch in Teilen der Union auf Kritik.

Bei der konstituierenden Sitzung der stark geschrumpften Fraktion am Dienstagnachmittag steht auch die Neuwahl des Fraktionschefs auf der Tagesordnung, die für politischen Zündstoff sorgen könnte. Laschet hatte am Montag angekündigt, er wolle vorschlagen, dass der bisherige Vorsitzende Ralph Brinkhaus «in der Phase dieser Koalitionsverhandlungen» Fraktionschef sein solle. Dies sorgte für Unmut bei Brinkhaus, der sich wie üblich für ein Jahr wählen lassen wollte. In dem Fall fürchten Mitglieder der CDU-Führung Kampfkandidaturen um den Posten. Hintergrund: Sollte es Laschet nicht gelingen, eine Jamaika-Koalition zu bilden und die Union in der Opposition landen, wäre der Posten des Fraktionsvorsitzenden einer der mächtigsten in der Union. (dpa)

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