Rosenmontag in Corona-Zeiten: Kaum Narren auf den Straßen

Wegen des Coronavirus mussten die Rosenmontagsumzüge dieses Jahr ausfallen. Die meisten Innenstädte waren leer - doch einige Narren ließen sich auch von Schneeregen und eisigen Temperaturen nicht vom Feiern abhalten.

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TRIER/MAINZ/KOBLENZ. Bunte Umzüge, verkleidete Menschen: An Rosenmontag sind viele Städte in Rheinland-Pfalz üblicherweise voll mit feiernden Narren.

Doch wegen des Coronavirus müssen die Veranstaltungen dieses Jahr ausfallen. «Es ist tatsächlich ruhig», sagte ein Polizeisprecher aus der Landeshauptstadt Mainz am Montag. Die Polizei sei mit wenigen Einsatzkräften in der Stadt unterwegs, die Lage sei aber unauffällig. «Es scheint sich zu bewahrheiten, was an Weiberfastnacht begonnen hat», sagte der Polizeisprecher. «Dieses Jahr feiert in Mainz niemand.»

Auch das Ordnungsamt in Mainz stellte im Laufe des Tages nur wenige Verstöße gegen das Alkoholverbot und die Kontaktbeschränkungen fest. Am Gutenbergplatz in der Innenstadt sei es kurzzeitig zu einer kleineren Ansammlung gekommen. Zwei Personen hätten hier Bonbons geworfen. Aber nach Aufforderung seien die Menschen weitergezogen. «Wir können insgesamt eine positive Bilanz ziehen», sagte ein Sprecher der Stadt.

Einige Mainzer Narren ließen sich aber auch von eisigen Temperaturen, grauem Himmel und Schneeregen nicht aufhalten und liefen den Weg ab, den sonst der Rosenmontagszug nimmt. Die Kostümierten waren meist zu zweit oder dritt unterwegs, riefen Helau und hatten Fastnachtsmusik vom Band dabei.

Auch in Koblenz blieben die meisten Narren am Rosenmontag laut Polizei zu Hause. «Normalerweise hätten wir jetzt viel zu tun», sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. «Aber heute ist die Stadt so wie an jedem grauen Montagmorgen im Winter: leer.» Kaum jemand sei auf den Straßen anzutreffen. Verstöße gegen Abstandsgebot oder Maskenpflicht seien auch bis zum Nachmittag nicht registriert worden. «Die Narren sind alle auf Tauchstation und warten auf nächstes Jahr», teilte ein Sprecher mit.

Ganz auf Fastnachtsstimmung mussten die Koblenzer aber nicht verzichten. Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 14. März, Christian Baldauf, verteilte 111 Fastnachts-CDs, wie ein Sprecher der Partei mitteilte.

Wenigstens den Geschmack von Fastnacht konnten einige Menschen an Rosenmontag in Trier erleben. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) verteilte in ihrer Heimatstadt Fastnachtsgebäck. Sie reichte die «Trierer Mäuschen», fettgebackene Bällchen aus Quark-Öl-Teig, in kleinen Tütchen verpackt in einem Korb an Bürger, die sich coronakonform bedienten. «Abstand halten ist das einzige, das was bringt. Und nächstes Jahr wieder richtig feiern!», sagte Dreyer bei einem Gang durch die Innenstadt. Sie habe «großen Respekt davor», was in diesem Jahr trotzdem vor allem online auf die Beine gestellt worden sei. «Die Saalfastnacht: Ich habe einiges gesehen im Fernsehen und im Livestream und gesehen, wie viel Mühe man sich gegeben hat.»

In Nicht-Corona-Zeiten lockt der Rosenmontagszug in Trier Zehntausende Zuschauer an. In diesem Jahr ist er – wie alle anderen närrischen Umzüge bundesweit – abgesagt worden. In Mainz hatten im vergangenen Jahr noch fast eine halbe Million Menschen den bunt gestalteten Fastnachtswagen zugejubelt. Das letzte Mal ist der Rosenmontagsumzug in der Landeshauptstadt 2016 ausgefallen. Damals wurde er aus Sorge vor orkanartigen Böen abgesagt.

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