ALSDORF. Rund zwei Monate nach einem eskalierten Familienstreit im Westerwald hat die Staatsanwaltschaft Koblenz ihre Ermittlungen gegen zwei Polizisten eingestellt. Sie hätten am 26. Oktober in Alsdorf im Kreis Altenkirchen in Nothilfe beziehungsweise Notwehr eine Schusswaffe und ein Distanz-Elektroimpuls-Gerät (Taser) eingesetzt, teilte die Behörde am Montag mit.
Eine Polizistin habe damals auf einen 22-Jährigen geschossen und ihn schwer verletzt. Der junge Mann soll zuvor gedroht haben, seine Mutter und sich selbst zu erstechen. Die Ermittlungen ergaben laut Staatsanwaltschaft vor allem aufgrund übereinstimmender Angaben der anwesenden Zeugen, dass er dann «mit einem Messer in bedrohlicher Haltung» auf einen der alarmierten Polizisten zugelaufen sei und wiederholt angekündigt habe, ihn zu töten.
Der Beamte habe zweimal mit dem Taser auf den jungen Mann geschossen und ihn beim zweiten Mal getroffen – ungefähr in dem Moment, als auch die Kugel der Dienstwaffe einer Polizistin in seine Hüfte eindrang. Der 22-Jährige sei von dem Schuss der Beamtin schwer verletzt und notoperiert worden. Bis heute befindet er sich nach den Angaben in einem Justizvollzugskrankenhaus in Untersuchungshaft.
Die Ermittlungen wegen mutmaßlichen versuchten Totschlags gegen ihn dauern an. Das Motiv für den Familienstreit ist laut Staatsanwaltschaft weiter unklar. Der Beschuldigte sage, er könne sich wegen seines damaligen Alkoholkonsums an nichts mehr erinnern. Derzeit würden Zeugen zu seiner Alkoholmenge vor der Tat vernommen. Der 22-Jährige gelte bislang als schuldfähig.















