Europäische Mobilitätswoche: Neuer Radweg und Umweltspur-Test in Trier

TRIER. Wie die Stadt Trier mitteilt, sind in der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September Kommunen auf dem gesamten Kontinent aufgefordert, nachhaltige Verkehrsprojekte auf den Weg zu bringen. Trier ist mit dabei: Bereits am Montag, 14. September, eröffnete Verkehrsdezernent die neue Radweg-Anbindung für den Stadtteil Ruwer. Als zweites Projekt folgt ab Mittwoch, 16. September, die Markierung einer Umweltspur für den Bus- und Radverkehr auf einem Abschnitt des Alleenrings für eine Testphase von zwei Monaten.

Die Lücke ist geschlossen: Mit der Fertigstellung des 780 Meter langen Radwegs zwischen dem Grüneberg und dem Stadtteil Ruwer besteht jetzt eine bequeme Anbindung aus Trier-Nord sowohl zum Ruwer-Hochwald-Radweg als auch zum Moselradweg Richtung Schweich. Die asphaltierte Fahrbahn des Radwegs ist drei Meter breit und verläuft abseits der Hauptstraße im Gleisbett der früheren Moselbahn.

Verkehrsdezernent Andreas Ludwig betont: „Bisher musste man auf diesem Teilstück im Hauptverkehr mitfahren, was für die meisten Radlerinnen und Radler kein Vergnügen ist. Jetzt haben wir das in Ordnung gebracht. Damit ist ein weiterer Meilenstein in unserem Radverkehrskonzept erreicht und auch bei der weiteren Umsetzung wollen wir aufs Tempo drücken.“ Christiane Probst, Ortsvorsteherin von Ruwer-Eitelsbach, hob die Bedeutung des Projekts für ihren Stadtteil hervor: „Das war ein langgehegter Wunsch des Ortsbeirats. Der Weg wird schon super angenommen und so kann auch Ruwer einen Beitrag leisten, den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen.“

Zur sicheren Querung der Ruwerer Straße am Anschlusspunkt Grüneberg wurde eine Furt mit Verkehrsinsel errichtet, die aufgrund von differenzierten Bordsteinhöhen allen Belangen der Barrierefreiheit gerecht wird. Am Radweg befindet sich auch ein kleiner Rastplatz mit Bänken, Tisch und Fahrradbügeln.

Die im Gleisbett lebende Population von circa 700 streng geschützten Mauereidechsen wurde vor Beginn der Tiefbauarbeiten eingefangen und in die eigens dafür hergestellten Habitate in Form von Erd- und Steinhügeln mit entsprechenden Nistmöglichkeiten umgesiedelt. Die temporären Eidechsenzäune, die die Amphibien von der Baustelle ferngehalten haben, werden nun wieder entfernt. Der Seitenraum des Radweges wurde möglichst naturnah nach den Bedürfnissen der Eidechsen als Schotterfläche angelegt.

Inklusive der Artenschutzmaßnahmen belaufen sich die Gesamtkosten für den neuen Radweg auf circa 1,2 Millionen Euro. Das rheinland-pfälzische Innenministerium hat eine Förderung des Projekts in Höhe von rund 430.000 Euro bewilligt. Da es zwischenzeitlich zu einer Kostenfortschreibung gekommen ist, wurde bei der Landesregierung eine Aufstockung des Zuschusses beantragt.

Auch in der Innenstadt will die Stadt Trier den Fahrradverkehr weiter fördern: In der Christophstraße, von der Porta Nigra kommend in Fahrtrichtung Hauptbahnhof, wird durch gelbe Markierung temporär eine Umweltspur eingerichtet. Somit ist die rechte Fahrspur nur noch Fahrrädern und Linienbussen vorbehalten. Ziel ist die Verbesserung der Anbindung des Hauptbahnhofs an die Innenstadt.

Die Umweltspur entlang der Christophstraße ist bereits im Mobilitätskonzept von 2012 und im Radverkehrskonzept von 2015 als wichtige Maßnahme aufgeführt. Der Test startet am 16. September und endet am 30. November, um den erfahrungsgemäß verkehrsreichsten Monat November mit betrachten zu können.

Währenddessen wird beobachtet, inwieweit sich das Verkehrsverhalten verändert und ob sich positive oder aber negative Effekte feststellen lassen. Im Vorfeld wurden die Verkehrsmengen und die Verkehrszusammensetzung (Modal Split) des Streckenabschnitts und des näheren Umfelds auf ihre Eignung überprüft. Während der Markierungsarbeiten ist der rechte Fahrstreifen am Mittwoch kurzzeitig vollständig gesperrt, für den Linienverkehr bestehen aber keinerlei Einschränkungen.

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3 KOMMENTARE

  1. Dieser kurze Abschnitt Umweltspur zwischen Porta Nigra und Balduinsbrunnen ist völlig unnötig. Der Verkehr staut sich dort niemals, egal zu welcher Uhrzeit. Dafür wird mit der unnötigen Spur nun eine gefährliche Kreuzung zwischen Radfahrern und Bussen, die zum Bahnhof wollen und denen auf der linken Spur, die weiter auf dem Ring bleiben wollen. Bis es dort zu einem Unfall kommt wird nur eine Frage der Zeit sein.
    Besser hätte man eine Umweltspur in der Südallee vom Ufer Richtung Kaiserthermen angelegt. Dort ist regelmäßig Stau, es sind teilweise drei Fahrspuren verfügbar, von denen man eine sogar dauerhaft umwidmen könnte.
    Es entsteht der Eindruck, dass hier einfach nur irgendein Alibi Projekt gemacht wurde, wo der Autoverkehr am wenigsten beeinträchtigt wird. Schade um die Chance.

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