Städteranking: Trier landet im Mittelfeld

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Symbolbild

Bildquelle: pixabay



Es gibt wenige Listen, auf die gewählte Kommunalpolitiker ein so scharfes Auge haben wie auf Städterankings. Denn im Auf und Ab der Bestenlisten lässt sich ablesen, ob ihre Arbeit von Erfolg gekrönt wurde. Manche haben Grund zur Freude, andere müssen ernsthaft überlegen, ob es so weitergehen soll. In Trier genießt man derzeit, so scheint es zumindest, das gesunde Mittelmaß. Zumindest, wenn man einem aktuellen Städteranking Glauben schenken will, dass die Wirtschaftswoche gemeinsam mit Immobilienscout24 durchgeführt hat.

Die wunderschöne Trierer Altstadt, die gute Bewertungen erhält, kann natürlich nicht mit diesem Mittelmaß gemeint sein. Doch auf fast alle anderen Bereiche trifft dies zu: Trier scheint geradezu das Mittelmaß der Bundesrepublik zu sein. In der aktuellen Auswertung der Wirtschaftswoche landet die Stadt mit ihren 100.000 Einwohnern auf Platz 43 von 69. Ganz vorne, wie eigentlich immer, der Musterschüler unten den deutschen Großstädten: München. Den letzten Platz belegt in diesem Jahr Gelsenkirchen.

Leichte Verschlechterung im Dynamikranking



Das Dynamikranking der Studie gibt an, inwieweit Kommune und Infrastruktur in der Lage sind, auf Veränderungen zu reagieren. Hier hat sich Trier ein wenig, aber auch nicht viel verschlechtert. Grund hierfür dürften fehlende, aber auch falsche Investitionen sein. Hier gibt es also noch einiges an Nachholbedarf für die Stadtväter. Die Beschäftigungsentwicklung, die Arbeitsplatzversorgung und die Bildungsquote sind wichtige Teilbereiche des Dynamikrankings.

In Sachen Arbeitsplatzversorgung belegt Trier den vorletzten Platz, und das trotz durchaus dynamischem Arbeitsmarkt mit vielfältigen Jobangeboten, wie ein Blick in die Stellenbörse StepStone.de zeigt. Auch die Beschäftigungsrate von Frauen landet mit Platz 43 im unteren Mittelfeld.

Im letzten Vergleich sah das noch ein wenig besser aus, weswegen hier wohl ein deutlicher Handlungsbedarf besteht.



Niveauranking und Zukunftsindex bleiben fast konstant



Zwei weitere wichtigen Faktoren sind das Niveauranking und der Zukunftsindex. Beide werden durch verschiedene Werte wiedergegeben. Dazu gehört die Schulversorgung ebenso, wie die Infrastruktur und die öffentliche Versorgung mit sozialen Leistungen. Auch hier konnte sich Trier nicht verbessern, ganz im Gegenteil: Im Schnitt rutschte die Stadt immer um ein bis zwei Plätze nach unten und konnte keine Steigerung im Ranking erreichen. Auch hierfür ist der Grund in der falschen, oder fehlenden Investitionsbereitschaft zu suchen. Zwar hat Trier eine gute Infrastruktur mit entsprechenden Möglichkeiten, aber in anderen Bereichen gibt es noch deutlichen Nachholbedarf. Die Stadt gibt sich selbst nicht attraktiv genug und könnte weitaus mehr tun, um ihren Einwohnern und Unternehmern ein attraktives Umfeld anzubieten.

Doch auch, wenn dadurch der Stadt Trier ein eher mäßiges Zeugnis ausgestellt wird, gibt es keinen Grund, das Handtuch zu werfen. Denn jeder, der hier lebt, weiß: Die Stadt hat durchaus ihren ganz eigenen Charme, der sich nur schlecht in Zahlen und Tabellen ausdrücken lässt.

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