Viel genehmigt, wenig gebaut: Windkraft-Ausbau stockt in Rheinland-Pfalz

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Beim Ausbau der Windkraft werden die Ziele der rheinland-pfälzischen Landesregierung verfehlt. Foto: Harald Tittel/dpa

MAINZ. Mehr Tempo bei Genehmigungen, solide Zuwächse bei Leistung: Rheinland-Pfalz kommt beim Ausbau der Windenergie voran, bleibt im Ländervergleich aber im Mittelfeld. Das zeigen aktuelle Zahlen der Fachagentur Wind und Solar für das Jahr 2025.

Platz sechs bei neuen Anlagen in Rheinland-Pfalz

Im vergangenen Jahr gingen im Land 41 neue Windenergieanlagen ans Netz. Das bedeutete Rang sechs unter den 13 Flächenländern. Bei der installierten Leistung kamen 225,5 Megawatt hinzu – Platz fünf im Vergleich.

Bundesweit wurden 2025 laut der Fachagentur Wind und Solar 958 Anlagen mit einer Leistung von 5,2 Gigawatt in Betrieb genommen. Das entspricht einem kräftigen Leistungszuwachs von rund 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Rheinland-Pfalz lag das Plus dagegen bei 9,6 Prozent.

Vergleich mit anderen Ländern relativiert Zahlen

Hohe Zuwachsraten in anderen Bundesländern sind teilweise erklärbar: In Bayern etwa lag die Zuwachsrate 2025 bei rund 65 Prozent – allerdings von einem niedrigen Ausgangsniveau. In absoluten Zahlen wurden dort nur 17 Anlagen mit 82,5 Megawatt Leistung errichtet – deutlich weniger als in Rheinland-Pfalz.

Viele Stilllegungen drücken den Nettozubau

Auffällig ist die hohe Zahl an Stilllegungen: 2025 wurden in Rheinland-Pfalz 34 Anlagen mit knapp 57 MegawattLeistung außer Betrieb genommen. Nur in fünf Bundesländern wurde mehr Leistung zurückgebaut.

Der Nettozubau lag damit bei 169 Megawatt, was Rang sieben unter den Flächenländern bedeutet.

Insgesamt waren Ende 2025 in Rheinland-Pfalz 1.792 Windräder mit einer installierten Leistung von 4,3 Gigawatt in Betrieb. Bundesweit stehen etwas über 29.000 Anlagen mit rund 68 Gigawatt. Rheinland-Pfalz kommt damit auf einen Leistungsanteil von 6,4 Prozent.

Genehmigungen nehmen deutlich zu

Für die kommenden Jahre deutet sich weiteres Wachstum an. Denn 2025 wurden im Land Windenergieanlagen mit knapp 1,4 Gigawatt Leistung genehmigt. Das reichte für Rang vier – hinter Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (jeweils über 5 Gigawatt) sowie Brandenburg (1,5 Gigawatt).

Verfahren werden schneller – bleiben aber lang

Trotz Fortschritten dauern Genehmigungsverfahren in Rheinland-Pfalz weiterhin länger als im Bundesdurchschnitt.

  • 2025: durchschnittlich 20,4 Monate

  • 2024: noch 23,1 Monate

  • Bundesdurchschnitt 2025: 16,7 Monate

Am schnellsten genehmigt wird weiterhin in Bayern – dort lag die Verfahrensdauer im Schnitt bei nur 8,7 Monaten.

Die Fachagentur hält fest, dass die Genehmigungszeiten trotz vieler neuer Bescheide in fast allen Ländern gesunken seien. Grundlage ist der Bericht „Status des Windenergieausbaus an Land in Deutschland im Jahr 2025“.

Fazit: Solide Basis, aber Luft nach oben

Rheinland-Pfalz genehmigt inzwischen deutlich mehr Windenergieprojekte und beschleunigt Verfahren spürbar. Gleichzeitig bremsen Stilllegungen und vergleichsweise lange Genehmigungszeiten den Aufstieg in die Spitzengruppe. Für einen stärkeren Beitrag zur Energiewende wird es auf Tempo, Netzanschlüsse und Umsetzung der genehmigten Projekte ankommen.

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