Verkehrsbilanz 2025 im Raum Trier: Weniger Unfälle – aber deutlich mehr Tote!

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Symbolbild: Nach einem schweren Verkehrsunfall an einem Zebrastreifen ist die Straße gesperrt – Polizei und Rettungskräfte sichern die Unfallstelle.

Trier / Region. Weniger Unfälle insgesamt – aber mehr Tote auf den Straßen: Die neue Verkehrsunfallbilanz 2025 des Polizeipräsidiums Trier zeigt ein widersprüchliches und in Teilen alarmierendes Bild. Zwar sank die Gesamtzahl der registrierten Unfälle im gesamten Präsidialbereich um 2,2 Prozent auf 23.326. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der Unfälle mit Getöteten von 22 auf 25. Noch drastischer fällt der Blick auf die Zahl der Verkehrstoten aus: 30 Menschen verloren 2025 im Gebiet des Polizeipräsidiums Trier ihr Leben – nach 23 im Vorjahr.

Auch wenn die Gesamtzahl der verunglückten Personen insgesamt um 2,8 Prozent auf 2.767 zurückging, bleibt der Anstieg bei den Todesopfern der entscheidende und bedrückende Befund der Bilanz. Die Polizei spricht selbst von einer „besonders tragischen“ Entwicklung. Unter den Todesopfern waren auch drei Kinder, die als Mitfahrende in Fahrzeugen ums Leben kamen. Das jüngste Opfer war gerade einmal vier Jahre alt.

Weniger Unfälle – aber nicht automatisch mehr Sicherheit

Insgesamt registrierte das Polizeipräsidium Trier 2025 23.326 Verkehrsunfälle, nach 23.852 im Jahr zuvor. Während die Unfälle innerorts leicht stiegen, gingen sie außerorts und besonders auf Autobahnen zurück. Trotzdem nahm die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden leicht zu: von 2.152 auf 2.200. Dabei wurden 426 Unfälle mit Schwerverletzten und 1.749 mit Leichtverletzten gezählt.

Die Polizei weist darauf hin, dass der langfristige Rückgang bei schweren Verletzungen immerhin anhält. So sank die Zahl der Schwerverletzten im Präsidialbereich von 488 auf 471. Doch die gestiegene Zahl der Getöteten überschattet diese Entwicklung. Hauptursache tödlicher Unfälle bleibt laut Bilanz vor allem nicht angepasste Geschwindigkeit. Bei 56 Prozent der tödlichen Unfälle spielte sie die entscheidende Rolle.

Kinder, junge Fahrer, Senioren: Drei Risikogruppen stechen heraus

Besonders sensibel bleibt der Blick auf die Risikogruppen. Die Zahl der Unfälle mit Kinderbeteiligung stieg im Präsidialbereich leicht auf 121 Fälle. Zwar sank die Zahl der insgesamt verunglückten Kinder von 203 auf 161, doch die drei getöteten Kinder verleihen der Statistik besondere Schwere. Hinzu kommt: 22 Schulwegunfälle wurden 2025 registriert – doppelt so viele wie im Vorjahr.

Bei den jungen Fahrenden zwischen 18 und 24 Jahren setzte sich der Rückgang der Gesamtunfälle fort: Die Zahl sank von 4.610 auf 4.303. Dennoch stieg die Zahl der schwerverletzten jungen Fahrenden deutlich von 55 auf 89. Diese Altersgruppe macht nur 7 Prozent der Bevölkerung aus, ist aber an rund 18,45 Prozent des gesamten Unfallgeschehens beteiligt.

Auch bei den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren zeigt sich ein gemischtes Bild. Ihre Gesamtunfallzahl sank leicht auf 4.669, zugleich stieg die Zahl der getöteten Senioren von sechs auf sieben.

Wildunfälle und Unfallfluchten bleiben ein Massenphänomen

Fast schon ein Dauerthema in der Region: Wildunfälle. Laut Polizeipräsidium Trier gehen knapp 28 Prozent aller aufgenommenen Unfälle auf Wild auf der Fahrbahn zurück.

Ebenfalls auffällig: Die Zahl der Unfallfluchten stieg auf 4.231 Fälle. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote auf 39 Prozent. Das heißt: In mehr als sechs von zehn Fällen blieb unklar, wer nach dem Unfall davongefahren war.

Fazit: Die große Zahl sinkt – die härteste Kennzahl steigt

Die neue Verkehrsunfallbilanz 2025 für den Raum Trier zeigt vor allem eines: Eine sinkende Gesamtzahl an Unfällen bedeutet noch lange keine Entwarnung. Weniger Crashs insgesamt, aber mehr Todesopfer – das ist die bittere Kernbotschaft dieser Statistik. Vor allem Geschwindigkeit, Risikoverhalten und der Schutz besonders verletzlicher Gruppen bleiben die großen Baustellen der Verkehrssicherheit in der Region.

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