Das Antiatomnetz Trier startet gemeinsam mit Umweltverbänden eine neue Kampagne gegen die geplante Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks Cattenom. Die Initiative warnt vor erheblichen Risiken für die gesamte Großregion Saar-Lor-Lux.
TRIER. Unter dem Motto „STOPP CATTENOM – Keine Laufzeitverlängerung für das Pannen-AKW!“ ruft das Bündnis Politik und Kommunen zum Handeln auf. Im Fokus steht das nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernte Atomkraftwerk Kernkraftwerk Cattenom.
Kritik an geplanter Laufzeitverlängerung
Nach Angaben der Initiatoren plant der Betreiber EDF, die Reaktoren in Cattenom um mindestens zehn Jahre länger am Netz zu lassen. Das Bündnis bezeichnet die Anlage als pannenanfällig und sieht angesichts des Alters der Reaktoren erhebliche Sicherheitsrisiken.
Das Kraftwerk liegt rund 12 Kilometer von der deutschen und etwa 9 Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt. In unmittelbarer Nähe befinden sich unter anderem die Städte Trier, Saarbrücken und Luxemburg.
Das Bündnis warnt vor möglichen technischen Störfällen, Bedrohungen durch Extremwetterereignisse sowie weiteren sicherheitsrelevanten Risiken.
Appell an Kommunen und Landesregierungen
Zu den Unterstützern der Kampagne gehören neben dem Antiatomnetz Trier auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Rheinland-Pfalz sowie die Kreisgruppe Trier-Saarburg.
Thomas Heinen vom Antiatomnetz Trier ruft Städte und Gemeinden in der Grenzregion dazu auf, sich öffentlich gegen eine Laufzeitverlängerung zu positionieren. In Luxemburg hätten sich bereits zahlreiche Kommunen zu einem Bündnis zusammengeschlossen und den Weiterbetrieb kritisch bewertet.
„Sicherheit vor Profitinteressen“
Vertreterinnen und Vertreter der Initiative betonen, die Sicherheit der Bevölkerung müsse Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben. Ein schwerer Unfall in Cattenom hätte nach ihrer Einschätzung gravierende Folgen für die dicht besiedelte Region.
Auch ökologische Aspekte spielen eine Rolle. Der BUND verweist unter anderem auf mögliche Auswirkungen auf das Ökosystem der Mosel.
Forderungen an Frankreich und Deutschland
Die Kampagne richtet sich an politische Entscheidungsträger in Frankreich und Deutschland. Gefordert werden unter anderem:
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ein Stopp der Laufzeitverlängerung
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Transparenz bei Sicherheitsfragen
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eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung
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klare diplomatische Initiativen der Landesregierungen
Zudem kritisiert das Bündnis den bestehenden Katastrophenschutz und fordert eine umfassendere Information der Bevölkerung.
Petition und Informationsangebote
Zentrales Element der Kampagne ist eine Petition, die über die Website stop-cattenom.de erreichbar ist. Dort finden Interessierte Hintergrundinformationen, Materialien sowie Hinweise auf Veranstaltungen.
Das Antiatomnetz Trier versteht sich als überparteilicher Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen und Bürger der Region. Ziel ist eine Energiewende ohne Atomenergie sowie eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien in der Grenzregion.
















