RIOL/STUTGART. Ein Zwischenfall am Triolago in Riol bringt die Debatte um mehr Verantwortung in der Hundehaltung erneut ins Rollen: Am Dienstagnachmittag (5. August) attackierte ein angeleinter Border Collie einen ebenfalls angeleinten Schäferhund im Vorbeigehen. Um seinen Hund zu schützen, drückte der Halter den Angreifer zu Boden – und wurde dabei selbst ins Bein gebissen. Sichtbare Verletzungen blieben zwar aus, doch der Vorfall endete mit einer handfesten Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten. Die Polizei ermittelt.
Nun schaltet sich PETA ein – und fordert die Landesregierung von Rheinland-Pfalz auf, einen verpflichtenden Hundeführerschein einzuführen.
„Problem liegt meist nicht bei den Hunden“
„Die wahre Ursache von Beißvorfällen ist in der Unwissenheit der Menschen zu suchen, nicht beim Tier“, sagt Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. Oft fehle es Haltern an Wissen über Körpersprache, Signale und Bedürfnisse von Hunden – mit teils gefährlichen Folgen.
PETA betont, dass jede Hunderasse – ob reinrassig oder Mischling – potenziell gefährlich werden kann, wenn sie falsch gehalten, missverstanden oder schlecht behandelt wird.
So funktioniert der Hundeführerschein
Nach PETAs Vorstellung soll der Hundeführerschein aus einem Theoriekurs vor der Anschaffung sowie einem praktischen Training mit Hund bestehen. Dabei lernen Halter alles Wichtige zu Kommunikation, artgerechter Haltung und Verhalten.
Vorteile laut PETA:
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Vorbeugung von Beißvorfällen
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Bessere Mensch-Hund-Kommunikation
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Vermeidung unüberlegter Käufe
Beispiele aus anderen Bundesländern
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Niedersachsen: Seit 2013 Pflicht – laut PETA gingen Vorfälle deutlich zurück.
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Bremen: Führte 2023 ebenfalls eine Pflicht ein.
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Berlin: Sachkundenachweis seit 2017 erforderlich.
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München & Mannheim: Steuerbefreiungen für Halter mit Führerschein.
Auch Schutz vor Spontankäufen
PETA weist darauf hin, dass jedes Jahr rund 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen landen – oft, weil sie unüberlegt angeschafft wurden. Ein Hundeführerschein könne hier als „Filter“ wirken und den Tierschutz stärken.
Hintergrund:
Der Vorfall in Riol ist nicht der erste dieser Art in Rheinland-Pfalz. Fälle von Hundebissen und Auseinandersetzungen zwischen Haltern sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Ob die Politik PETAs Forderung aufnimmt, bleibt abzuwarten.
















