Psychische Erkrankungen: Kita-Beschäftigte in Rheinland-Pfalz stark betroffen

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Foto: pixabay/Symbolbild

GÜTERSLOH/MAINZ. Im Jahr 2023 waren Beschäftigte in Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz deutlich häufiger krankgeschrieben als in anderen Berufsgruppen, wie die FAZ berichtet. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung mit Sitz in Gütersloh meldeten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinderbetreuung und -erziehung durchschnittlich 30 Tage im Jahr krank. Im Vergleich dazu lag der Durchschnitt der Krankentage über alle Berufe hinweg bei etwa 21 Tagen.

Die Untersuchung der Bertelsmann Stiftung basiert größtenteils auf Daten der Krankenkasse DAK, bei der bundesweit 12,2 Prozent der Beschäftigten in der Kinderbetreuung versichert sind. Zahlen anderer Krankenkassen, die der Stiftung vorliegen, bestätigen diesen Trend ebenfalls.

Überlastung als Hauptursache

Die Studie zeigt, dass die krankheitsbedingten Ausfälle von Erzieherinnen und Erziehern deutschlandweit zwischen 2021 und 2023 um 26 Prozent gestiegen sind, was besonders auf psychische Belastungen zurückzuführen ist. In Rheinland-Pfalz wurden 17,4 Prozent der Krankheitstage in Kitas durch psychische Erkrankungen verursacht. Bundesweit lag die Zahl der Krankentage in diesem Berufsfeld bei 29,6 Tagen, im Vergleich zu 20,1 Tagen im Durchschnitt aller Berufsgruppen.

Anette Stein, Expertin für frühkindliche Bildung bei der Bertelsmann Stiftung, beschreibt die Lage als problematisch: „Viele Kitas stecken in einem Teufelskreis: Aufgrund der steigenden Krankenstände fallen immer mehr Fachkräfte aus, wodurch die Überlastung für die verbleibenden Beschäftigten weiter zunimmt“. Stein sagte weiter: „An gute frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ist vielerorts gar nicht mehr zu denken.“ Die Stiftung fordert deshalb eine gesetzliche Regelung zur Finanzierung von Vertretungskräften, um Ausfallzeiten abdecken zu können.

1 Kommentar

  1. An erster Stelle ist Personalmangel, zweitens, manche glauben, die Erziehung läuft dort ab, zuhause weniger.
    Oder beide Elternteile sind 100% berufstätig, und überlassen Kitas/Schulen größtenteils die Erziehung,werden mit materiellen Sachen zuhause zufrieden gestellt.

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