MAINZ. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat für das vergangene Jahr einen Höchststand an eingegangenen Beschwerden verzeichnet. Mehr als 5.000 schriftliche Hinweise auf mögliche Rechtsverstöße von Unternehmen gingen ein, teilten die Verbraucherschützer mit.
Im Jahr zuvor waren es nach eigenen Angaben rund 3.600. Insgesamt verzeichnete die Verbraucherzentrale 2025 rund 25.500 Beschwerden. Ein Jahr zuvor waren es etwas mehr als 21.000. Während Beschwerdehinweise schriftlich eingereichte Meldungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern sind, die als Grundlage für rechtliche Prüfungen dienen und weitere Schritte wie Abmahnungen nach sich ziehen können, handelt es sich bei allgemeinen Beschwerden um sämtliche Kontakte mit der Verbraucherzentrale, etwa per Telefon, E-Mail oder im Rahmen einer Beratung.
«Ich glaube, dass die Menschen unsere digitalen Wege noch einfacher nutzen», erklärte Heike Troue, Vorständin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz, den Anstieg. Eine E-Mail gehe leichter von der Hand als ein Anruf. Mehr als die Hälfte der Beschwerden drehte sich um Online-Käufe und digitale Dienste. Häufige Probleme seien untergeschobene Verträge, irreführende Angebote, Schwierigkeiten beim Widerruf sowie intransparente Preisänderungen gewesen.
KI-Beschwerden in Rheinland-Pfalz
Ein weiteres großes Thema war demnach der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Die helfe zwar bei vielen Aufgaben, sorge aber zunehmend auch für Probleme im Kundenkontakt. Viele Beschwerden seien zu KI-gestützten Antworten von Unternehmen eingegangen, die Anliegen von Kundinnen und Kunden nur unzureichend aufgriffen. «Da wünscht man sich die Zeiten zurück, dass man mal eine Stunde in der Hotline gewartet hat», sagte Troue.
Aus Sicht der Verbraucherzentrale müssten Unternehmen transparent machen, wenn der Kundenservice ganz oder überwiegend automatisiert erfolgt. Wichtig sei, dass Verbraucher weiter menschliche Ansprechpersonen hätten. (Quelle: dpa)















