TRIER. Die Partnerschaft zwischen Trier und Ruanda ist sehr lebendig: Das zeigte sich beim städtischen Empfang für den ruandischen Botschafter Igor César und dessen Frau Jeanne Adili Ndatirwa, die OB Wolfram Leibe am Samstag in der Beletage begrüßte. Anlass war die zehnjährige Kooperation des Vereins Silvesterlauf Trier mit dem ruandischen Leichtathletikverband, dessen Präsident Lemuel Kayumba ebenfalls zu den Ehrengästen zählte.
An seiner Seite waren sieben Läuferinnen und Läufer mit nach Trier gekommen, die eigentlich am Trierer Stadtlauf teilnehmen wollten, der aber bekanntlich wegen der extremen Hitze abgesagt werden musste.
Im Rahmen der Kooperation nehmen ruandische Spitzenläuferinnen und -läufer am Trierer Silvesterlauf und am Flutlichtmeeting im Moselstadion teil. Mit der „Rise and Shine-Academy“ wurde ein gezieltes Förderangebot für talentierte Jugendliche aus benachteiligten Familien in den ländlichen Regionen Ruandas aufgebaut. Ein zehntägiger Jugendaustausch konnte 2019 und 2024 in Trier sowie 2022 in Ruanda organisiert werden. Eine Fortsetzung ist für 2027 geplant. Hans Tilly vom Verein Silvesterlauf nennt als Ziel der Partnerschaft nicht nur den sportlichen Erfolg, sondern auch Gewaltprävention, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Armutsbekämpfung.
Einen regelmäßigen Austausch gibt es auch in der Wissenschaft: Aktuell sind Forscher sowie Studentinnen und Studenten der Fächer Architektur und Nachhaltigkeit von der University of Ruanda an der Trierer Hochschule zu Gast. Das Ruanda-Komitee Trier veranstaltet zudem seit über 30 Jahren Spendenaktionen für den Schulbau und ähnliche Projekte in dem ostafrikanischen Land. Kulturelles Highlight des Empfangs war der Auftritt der zwölfköpfigen Trommelgruppe „Iteka“, die auch auf dem Altstadtfest für Furore sorgte.
„Sehr viele Menschen auf beiden Seiten engagieren sich ehrenamtlich für diese Partnerschaft. Wir begegnen uns auf Augenhöhe, dadurch entstehen Beziehungen, Freundschaften und Verständnis“, bilanzierte Leibe, der selbst bereits zweimal in Ruanda zu Gast war. Botschafter Igor César, der in der Trierer Partnerstadt Weimar als Sohn eines ruandischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren wurde, betonte: „An den Erfolgen unserer Athleten sehen wir sehr deutlich die Früchte dieser Zusammenarbeit. Wir möchten diese Beziehungen mit Trier weiter aufbauen und vertiefen, um uns gegenseitig zu erheben.“ (Quelle: Stadt Trier)
















