Werkstätten für Behinderte: Saar-Minister fordert bessere Bezahlung

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Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Symbolbild

SAARBRÜCKEN. Der neue saarländische Sozialminister Magnus Jung (SPD) fordert, dass Beschäftigte in Werkstätten für Menschen mit Behinderung besser bezahlt werden. Angesichts eines Jahresumsatzes von rund 38,5 Millionen Euro von 31 Betriebsstätten im Saarland sei das monatliche Entgelt «viel zu gering». Laut Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V. beträgt es durchschnittlich rund 209 Euro.

Jung kündigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur an, sich für eine bundesweite Regelung nach den Maßgaben des Mindestlohns einsetzen zu wollen. Diese solle die Wettbewerbsfähigkeit der Werkstätten sichern und zugleich eine gute Kombination von Beschäftigung und weiteren Leistungen der Eingliederungshilfe ermöglichen. «Zwölf Euro Mindestlohn ist der Referenzrahmen für die Entwicklung eines Entlohnungsmodells von dem die Menschen leben können, ohne auf Grundsicherungsleistungen angewiesen zu sein», sagt er.

Als Vorsitzland der Arbeits- und Sozialministerkonferenz werde das Saarland darauf hinwirken, dass die Zwischenberichte eines Gutachtens des Bundesministeriums (BMAS) frühzeitig in die politische Diskussion eingebracht werden, «damit Lösungen für ein verbessertes Entgeltsystem zeitnah umgesetzt werden können».

Der Geschäftsführer der Lebenshilfe Obere Saar, Klaus Posselt, hält eine «gut durchdachte Reform» der Werkstätten-Entlohnung für «zwingend notwendig». Schutzrechte dürften dabei nicht verloren gehen. Gleichzeitig hofft er für die Zukunft, dass die Bittsteller-Rolle für Betroffene und ihre Angehörigen endlich beendet werde: «Es muss aufhören, dass Menschen mit Behinderung in diesem Staat in jedem Jahr durch Anträge immer wieder irgendwelche Leistungen beantragen müssen.» (dpa)

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