Kunsthistorikerin der Universität Trier gewinnt Deutschen Lichtkunstpreis

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Die Robert Simon Kunststiftung ehrt die wissenschaftlichen Verdienste zur Lichtkunst der Kunsthistorikerin Prof. Dr. Ulrike Gehring mit dem Deutschen Lichtkunstpreis. Foto: Universität Trier

TRIER. Mit dem Deutschen Lichtkunstpreis wird die herausragende wissenschaftliche Leistung von Prof. Dr. Ulrike Gehring gewürdigt, wie die Universität Trier. Auch in der Stadt Trier hat sie sich verdient gemacht.

Erstmals geht der Deutsche Lichtkunstpreis nicht an eine Künstlerin oder einen Künstler, sondern in die kunsthistorische Forschung. Prof. Dr. Ulrike Gehring wird für ihre Verdienste als internationale Expertin für Lichtkunst des 20. und 21. Jahrhunderts von der Robert Simon Kunststiftung ausgezeichnet. Die Jury möchte bewusst den 10.000 Euro dotierten Preis für die Lichtkunstforschung öffnen. Damit soll auch die zukünftige Zusammenarbeit von Forschung und musealer Praxis gestärkt werden.

Als Begründung, warum die Wahl auf die Trierer Kunsthistorikerin fiel, führt der Namensträger der Stiftung, Robert Simon, an: „Die wissenschaftliche Erforschung des Mediums Licht in Praxis und Theorie halten wir für außerordentlich wichtig. Das zeigen wir mit der Verleihung des fünften Lichtkunstpreises an eine der wenigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit diesem Forschungsschwerpunkt“.

In Trier und weit darüber hinaus hat sich Ulrike Gehring auch mit der Kombination von Forschung und Ausstellungen einen Namen gemacht. Es geht auf ihre maßgebliche Initiative mit Kunsthistoriker Dr. Stephan Brakensiek zurück, in der Heizkraftzentrale von Campus II einen spektakulären Ausstellungsraum der Universität Trier zu etablieren. Vor der Konversion von Campus II war der Hochtrakt auf dem Petrisberg ein ehemaliges Militärhospital der französischen Garnison. Die Universität Trier übernahm das Gebäude Ende der 1990er Jahre zunächst als Wohnheim und baute es später zum Lehrgebäude aus. Doch von den Umbauarbeiten und Sanierungen blieb der ehemalige Bunker des Militärkrankenhauses unberührt, weshalb er in seiner weitgehend originalen Substanz heute zu den vielleicht aufregendsten offspaces der rheinland-pfälzischen Kulturszene gehört.

2016 installierte das Künstlerduo Hartung und Trenz mit 24 ausgedienten Diaprojektoren der Universität Trier das Lichtkunstwerk „LOREM IPSUM“. Sie tauchten die zweigeschossige Halle in ein warmes Licht mit dem gleichnamigen auf Cicero basierenden Blindtext. Foto: Universität Trier

Ein studentisches Filmprojekt machte die beiden Kunsthistoriker auf die Kellerräume aufmerksam; mit Unterstützung der Hochschulleitung und zahlreichen Studierenden des Fachs Kunstgeschichte überführten sie die unteriridische Bunkerarchitektur in wenigen Monaten zu einem fast 1500 qm großen Medienkunstlabor. Seither wird dort Licht- und Medienkunst auf höchstem Niveau präsentiert. Noch dazu dienen die Ausstellungen Studierenden als kuratorisches Labor. Lichtkünstler wie Micha Kuball oder auch die Künstlerduos Hartung und Trenz sowie Joeressen und Kessner gastierten schon auf dem Universitätscampus. Was in der internationalen Presse schnell ein Echo fand, erfreut sich auch in Trier eines wachsenden Freundeskreises. Ein Leuchtpunkt auf der internationalen Karte für Lichtkunst.

In der Forschung von Ulrike Gehring geht es stets um das Verhältnis von Naturwissenschaft und Kunst. Schon in ihrer Dissertation zur kalifornischen Light & Space-Bewegung der 1960er Jahre arbeitete sie mit Neurophysiologen des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung (Frankurt/Main) zu Wahrnehmungsfragen zusammen. Die Ergebnisse wurden ähnlich wie ihre jüngeren Veröffentlichungen zum ‘Licht’ in Mark Rothkos Farbfeldern weitreichend rezipiert und geehrt. Nach ihrer Promotion zur amerikanischen Lichtkunst war Ulrike Gehring zunächst Volontärin, dann Kuratorin am ZKM Karlsruhe (Zentrum für Kunst und Medien). 2003 erhielt sie einen Ruf als Juniorprofessorin für Gegenwartskunst und Neue Medien an der Universität Trier. Seit 2009 ist Ulrike Gehring hier Professorin für Kunstgeschichte der Moderne. Außerdem hat sie seit 2019 das Amt der Vizepräsidentin der Universität mit den Schwerpunkten Studium, Lehre und Weiterbildung sowie Qualitätssicherung inne.

Im Januar 2022 soll die Preisübergabe des Deutschen Lichtkunstpreises im Kunstmuseum Celle stattfinden. Die Auszeichnung vergibt die Robert Simon Kunststiftung alle zwei Jahre. Der erste Preisträger war der Lichtkunstpionier Otto Piene. Darauf folgten Mischa Kuball, Brigitte Kowanz und Jan van Muster.

Zum generator | medienkunstlabor.trier: (http://generator.uni-trier.de/)

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