749 Menschen in Rheinland-Pfalz mit Coronavirus infiziert: Erster Todesfall

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Die Zahl der in Rheinland-Pfalz an Covid-19 erkrankten Menschen steigt weiter. Das Gesundheitsministerium in Mainz sprach am Donnerstag von einem sprunghaften Anstieg der Infektionen von 603 am Mittwoch auf mindestens 749 (Stand Donnerstag, 11.00 Uhr). Auch ist in Rheinland-Pfalz erstmals ein Todesfall als Folge der Lungenkrankheit festgestellt worden.

In Rheinland-Pfalz ist erstmals ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Es handele sich um eine 84-jährige Frau aus dem Westerwaldkreis, teilte das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium am Donnerstag in Mainz mit. Die Frau sei am Dienstag auf die Intensivstation einer Klinik in Bad Ems gebracht worden und dort kurze Zeit später gestorben. Das Ergebnis der Diagnostik liege erst seit kurzem vor.

Zuletzt war die Zahl der Infektionen im Land sprunghaft gestiegen, von 603 am Mittwoch auf mindestens 749 (Stand Donnerstag, 11.00 Uhr). Das waren 146 Menschen mehr als am Vortag. Auch die Hochschule Koblenz vermeldete zwei bestätigte Fälle. Ein Großteil der Erkrankungen verläuft bislang eher milde, aber immer wieder müssen Patienten mit schwereren Verläufen behandelt werden.

Das Land hat wegen der Gefahren durch eine schnelle Verbreitung der Lungenkrankheit das öffentliche Leben immer weiter eingeschränkt. Befürchtet wird vor allem, dass ansonsten Krankenhäuser überlastet werden könnten. Ziel der Maßnahmen ist es, durch eine Verringerung der sozialen Kontakte die Zahl der Neu-Infektionen zu begrenzen.

KONTROLLE – Die Ordnungshüter in Mainz müssen häufiger einschreiten, weil sich Bürger und Gewerbetreibende nicht an die Einschränkungen im öffentlichen Leben halten. «22 Betriebe hatten noch geöffnet und mussten vom Ordnungsamt Mainz ermahnt werden», sagte ein Sprecher der Stadt. Auch zwei Bordelle mussten geschlossen werden. Bei Spiel- und Sportplätzen hätten die Beamten mehrmals eingreifen müssen. Der Betreiber von zwei Sonnenstudios habe sich geweigert, die Betriebe zu schließen. Bisher sei es bei Verwarnungen geblieben.

KRIMINELL – Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz warnt vor neuen Betrugsmaschen. Demnach würden sich Betrüger als Angehörige ausgeben, die sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert hätten und Geld für die Behandlung benötigten, teilte das LKA mit. Im Anschluss würden Boten entsandt, die das Geld abholen. Die Masche sei eine neue Variante des «Enkeltricks» und des «falschen Polizeibeamten». Reagiert haben auch Online-Fake-Shops, die stellten ihre Ware auf Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel um. Die bezahlte Ware wird aber nie geliefert.

FINANZEN – Bei finanziellen Einbußen wegen der Coronakrise können Steuerzahler eine Senkung von Vorauszahlungen und eine Stundung beantragen. «Wir werden in der aktuellen Situation alles tun, um auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzumildern», sagte Finanzministerin Doris Ahnen (SPD). Seit Donnerstag ist ein Hilfspaket wirksam, das die Finanzministerien beschlossen haben.

KEINE SPERREN – Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fordert von den Energieversorgern des Landes, Strom-, Gas- und Wassersperren für den Zeitraum der Coronavirus-Pandemie auszusetzen. «Schon vor der Krise war es für Betroffene schwer, eine Sperre abzuwenden oder wieder aufheben zu lassen», teilte Antje Kahlheber, Leiterin des Projekts Energiekostenberatung bei der Verbraucherzentrale, mit.

HILFE VOM LAND – Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten können vom Land Kreditbürgschaften für mehrere Millionen Euro erhalten. Der bisherige Höchstbetrag von 3,5 Millionen Euro für eine Bürgschaft der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) sei angesichts der Ausbreitung des Coronavirus auf fünf Millionen erhöht worden, sagte Finanzministerin Doris Ahnen (SPD). Bürgschaften ab fünf Millionen Euro werden weiterhin als Landesbürgschaften vergeben.

SORGE VOR ABBRUCH – Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 sieht sich in der Krise um das Coronavirus gut aufgestellt. «Die Jobs im Verein sind gesichert, auch für einen längeren Zeitraum», sagte der kaufmännische Vorstand Jan Lehmann. Dennoch ist auch beim Proficlub die Sorge groß, wenn es zum Abbruch der Saison käme. Den Ausfall von rund 16 Millionen Euro an Fernsehgeldern müssten die 05er beklagen.

KEIN WETTBEWERB – Innenminister Roger Lewentz hat den Dorferneuerungswettbewerb «Unser Dorf hat Zukunft» aufgrund des Coronavirus für 2020 abgesagt. Die Kreise, auf deren Ebene die erste Stufe des Wettbewerbs stattfindet, wurden entsprechend informiert.

FORDERUNG – Der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz (GStB) fordert finanzielle Unterstützung für die Kommunen. Aufgrund der Schließung von öffentlichen Einrichtungen, Schwimmbädern und Geschäften werde nichts eingenommen, während etwa die Personalkosten weiter liefen. In der Krise sei eine Nachbesserung des kommunalen Finanzausgleichs unverzichtbar. Der GStB forderte, den Ausgleich in Rheinland-Pfalz um mindestens 400 Millionen Euro aufzustocken.

KEIN PARTEITAG – Die Grünen in Rheinland-Pfalz verschieben wegen der Coronakrise ihren für Mai geplanten Landesparteitag. Die Versammlung zur Aufstellung einer Landesliste für die Landtagswahl im März 2021 soll am 22./23. August in Ramstein-Miesenbach stattfinden.

KEINE WAHL – Die Stadt Mayen verschiebt aufgrund des Coronavirus die für Ende April geplante Oberbürgermeisterwahl. Das habe der Landeswahlleiter der Stadt telefonisch mitgeteilt, heißt es auf der Homepage der Kommune. Die Bürger hätten am 26. April einen neuen Oberbürgermeister wählen sollen. Ein neuer Termin steht nicht fest.

ISOLATION – Die Ausbreitung des Coronavirus hat Konsequenzen für die Verwaltungsspitze von Pirmasens. Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU) habe sich wegen Umgangs mit einer Kontaktperson der Verwaltung, bei der das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden sei, vorsorglich bis Ende März in häusliche Isolation begeben und alle Termine abgesagt, teilte die südwestpfälzische Stadt mit. Das gleiche gelte auch für Bürgermeister Michael Maas und einen Beigeordneten.

KONTROLLE – Die Polizei in Kaiserslautern hat mehrere Versammlungen aufgelöst, die gegen die Corona-Schutzregeln verstoßen haben. Das teilten die Behörden in der pfälzischen Stadt am Donnerstag mit. Etwa 100 Jugendliche hatten sich im Stadtpark getroffen, eine Streife forderte die Gruppe per Lautsprecherdurchsagen zum Heimweg auf. Die Polizei löste zudem zwei Grillpartys mit Erwachsenen und Kindern in Kaiserslautern und Pirmasens auf. Eine Gruppe Jugendlicher auf einem Spielplatz in Kaiserslautern ging nach einer Aufforderung nach Hause.

PREISVERLEIHUNG VERSCHOBEN – Die ursprünglich für den 4. April in Landau geplante Verleihung des Hans-Rosenthal-Ehrenpreises an die ehemaligen Skirennfahrer Rosi Mittermaier (69) und Christian Neureuther (70) findet nicht statt. «Die Veranstaltung mussten wir von behördlicher Seite absagen und auf unbestimmte Zeit verschieben», teilte eine Sprecherin des Vereins «Aktion Hilfe in Not» der dpa mit.

JUSTIZ – Um Risiken zu minimieren, wurde in Abstimmung mit den Behörden der Dienstbetrieb in der Justiz auf das zwingend Notwendige reduziert. Die Anwesenheit in Dienstgebäuden soll auf ein unabdingbar erforderliches Maß beschränkt werden, hieß es. Die Funktionsfähigkeit der Gerichte und Staatsanwaltschaften sei aber gesichert.

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