20 Cent mehr fürs Parken in der Trierer City

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TRIER. Seit 2011 waren die Parkgebühren in Trier stabil, nun steht eine Anpassung an den allgemeinen Lohn- und Preisindex bevor: Der Stadtrat folgte mit großer Mehrheit dem Vorschlag der Verwaltung, die Gebühren in der Innenstadt von 1,60 auf 1,80 Euro pro Stunde anzuheben. Trier liegt damit im Vergleich der Großstädte bundesweit im Mittelfeld.

Auch in den Parkhäusern und Tiefgaragen der Stadtwerke (SWT) gilt ab Juni ein neuer Tarif.

Die Vorlage zur Erhöhung der Parkgebühren war im Stadtrat kein Aufreger. Vom „richtigen Maß“ sprach Thomas Albrecht (CDU), Rainer Lehnart (SPD) von einer „vertretbaren Erhöhung“, Mateusz Buraczyk (Die Linke) von einer „notwendigen“ und Michael Frisch (AfD) von einer „moderaten“ Maßnahme. Neben dem Anstieg des Stundentarifs auf 1,80 Euro in der Innenstadt wurde für die Zone 2, also alle bewirtschafteten Parkplätze außerhalb des Alleenrings, eine Anhebung von 80 auf 90 Cent beschlossen. Ausgenommen sind Stellplätze, an denen noch mit Parkuhren abgerechnet wird, da sich eine Umrüstung auf den neuen Tarif nicht mehr lohnt. Die Parkuhren werden nach und nach durch Parkscheinautomaten ersetzt.

Ein wichtiges Argument für die Gebührenerhöhung war der Vergleich mit dem ÖPNV: Die Bustickets im Verkehrsverbund Region Trier haben sich seit 2011 spürbar verteuert, so dass die Konkurrenzfähigkeit des im Vergleich zum Privatauto umweltfreundlicheren Verkehrsmittels in Frage gestellt war.Kritik und insgesamt vier Nein-

Stimmen gab es dennoch seitens der UBT und FDP. Christiane Probst (UBT) warnte vor einem Attraktivitätsverlust für Trier, während Tobias Schneider (FDP) sich grundsätzlich gegen Gebühren- und Steuererhöhungen aussprach, solange die Stadt eigene Einsparpotenziale nicht ausschöpfe.

Konsens mit dem Einzelhandel

Keine Mehrheit fand ein Änderungsantrag der Grünen, den Parktarif in der City auf zwei Euro zu erhöhen. Um eine echte Lenkungswirkung zu erzielen und „die Autos von der Straße zu bekommen“, sei ein deutlicherer Abstand zwischen den Gebühren für Straßenparkplätze und dem Parkhaustarif erforderlich, begründete Thorsten Kretzer den Vorstoß. Bis auf die Linke lehnten die übrigen Fraktionen den Antrag ab. Unter anderem, weil sich Rat und Verwaltung in den vorgeschalteten Gesprächen mit den Vertretern des Einzelhandels, der Hotellerie und Gastronomie auf einen Stundentarif von 1,80 Euro verständigt hatten. Dieser für die Akzeptanz des Parkraumkonzepts wichtige Konsens dürfe nicht einseitig wieder aufgekündigt werden, betonte Rainer Lehnart.

In den Anlagen der SWT steigt die Parkgebühr ab Juni von 1,50 auf 1,70 Euro pro Stunde. Sie ist damit wie bisher zehn Cent günstiger als bei den Parkplätzen im öffentlichen Raum. Die Abrechnung erfolgt im Halbstundentakt, wobei die ersten 30 Minuten 80 und die zweiten 90 Cent kosten. Zwischen 22 und 7 Uhr gilt ein Maximaltarif von 3,40 Euro, ebenso an Sonn- und Feiertagen. Die SWT haben zuletzt viel in ihre Parkhäuser investiert, von generellen Renovierungen bis hin zu einem parkhausinternen Leitsystem mit Einzelplatzanzeigen. Die sieben Anlagen mit insgesamt 3200 Stellplätzen sind rund um die Uhr geöffnet. Neuester Service ist das Komfort-Parken: Mit der SWT-Parkkarte an der Windschutzscheibe öffnet sich die Schranke bei der Ein- und Ausfahrt automatisch, zugleich wird die Gebühr abgebucht.

4 KOMMENTARE

  1. Es mag ja sein dass eine Anpassung der Parkgebühren notwendig ist da man seit 2011 ja alle möglichen Gebühren wie Grundsteuern , Hundesteuer , Ausweise und viele andere erheblich erhöht hat.

    Aber der Gegenwert den man für die Erhöhung der Parkgebühr bekommt ist schlecht, denn aufgrund einer vollkommen verfehlten Verkehrspolitik hat man die Parkhäuser in den Alleenring geklatscht , damit die Kunden auch fast bis ins Geschäft fahren können und der ÖPNV insbesondere Zug und Stadtbus unverschämt teuer und unverschämt schlecht organisiert sind insbesondere ausserhalb der Kernzeiten so dass niemand der einen PKW hat freiwillig mit dem ÖPNV fährt und P & R auch keine Rolle spielt insbesondere seit man auf dem P & R Moselauen auch abkassiert aber keine vernünftige Anbindung an die Innenstadt bietet.

    Glaubt denn allen Ernstes irgend jemand daran dass man hier regulierend in den Verkehr eingreifen kann,so dass sich die Anzahl der PKW in der Innenstadt verringert ?
    Das einzige weswegen sich eventuell die Anzahl der PKW verringert ist dass man auf die vielen Einkaufszentren um Trier ausweicht , da man dort kostenfrei parken und seine Einkäufe auch erledigen kann anstatt sich in Trier durch die Stadt zu stauen.
    Unter den Blinden ist der einäugige Verkehrsplaner König.

  2. Die Begründung einer Preiserhöhung als „Anpassung an allgemeine Preisindizes“ ist regelmäßig unredlich…und das aus mehreren Gründen: Man kann offensichtlich keine konkrete Notwendigkeit darlegen und argumentiert auf dem „das machen doch alle so…!“-Niveau. Im öffentlichen Bereich sollte z.B. „Bedarfsdeckung“ aber auf keinen Fall „me too“ handlungsleitend sein. Der weitere „Pferdefuß“ liegt darin, dass Preiserhöhungen aufgrund eines „allgemeinen Index“ genau diesen Index wieder hochtreiben…jede Preiserhöhung schafft also automatisch die Rechtfertigung für die nächste Erhöhung. Es bleibt festzuhalten, dass eine „große Koalition“ aus SPD, AfD und CDU mit einer anlasslosen Preiserhöhung um ca. 15% keine Probleme hat und Grüne und Linke noch heftiger zulangen wollten. Hier zeigt sich deutlich, wie ernst es die ganzen sozialen&sozialistischen Phrasendrescher mit ihren eigenen Ideen meinen…eine „Mietpreis-Bremse“ propagieren und gleichzeitig die „Miete“ für den Eintritt in die Stadt um 15% erhöhen 🙂

    • @Sven Dahmen, der Oberbürgermeister Leibe von der sPD ist doch ein Spezialist wenn es Löhne usw. geht. Er als ehemaliger Leiter des Arbeitsamtes Trier kann uns ja sicherlich alle erklären, wie sich zum Beispiel die Reallöhne seit 2011 entwickelt haben. Natürlich im Zusammenhang zum Mietzins (seit 2011) und der aktuellen Erhöhung der Parkgebühren um 15%.

      Unglaublich wie hier wieder der demente Michel über den Tisch gezogen wird!

  3. Das Ziel ist doch immer das Mehr im Stadtsäckel, unser Finanzminister kratzt doch auch jeden Steuereuro zusammen den er realisieren kann. Der Kapitalismus hat doch auch schon unsere Stadtverwaltung erreicht, siehe die ehemaligen stadteigenen Betriebe die ausgegliedert und in die Gewinnmaximierung als AöR und anderes getrieben werden, da hält man dann als Anteisleigner auch die Hand offen um den Gewinn teilweise abzugreifen.

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