Konzept zur Verkehrsberuhigung – Tempo 20 vor der Basilika

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Knotenpunkt. Auf dem von Fußgängern, Radfahrern, Pkws und Stadtbussen stark frequentierten Basilika-Vorplatz soll aktuellen Planungen zufolge eine Tempo-20-Zone eingerichtet werden.

Bildquelle: Presseamt Trier

TRIER. Auf dem von Fußgängern, Radfahrern, Pkws und Stadtbussen stark frequentierten Basilika-Vorplatz soll aktuellen Planungen zufolge eine Tempo-20-Zone eingerichtet werden.

Mehr Sicherheit und Attraktivität für die Fußgänger, weniger Lärm für die Anwohner: Diese Ziele sollen auf Initiative der Grünen durch verschiedene Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der östlichen Innenstadt erreicht werden. Im Bauausschuss herrschte über das Konzept weitgehend Konsens.

Die Kreuzung der Mustorstraße, der Weberbach und der Konstantinstraße vor der Basilika zählt zu den am stärksten frequentierten Plätzen der Stadt: Fußgänger auf Einkaufs- oder Sightseeing-Tour kreuzen auf vier Zebrastreifen, an der zentrumsnahen Haltestelle „Konstantin-Basilika“ stoppen die Busse fast im Minuten-Takt und Autofahrer passieren den Knotenpunkt auf dem Weg zur nahe gelegenen Einfahrt der Konstantin-Tiefgarage. Bisher gilt an dieser Stelle offiziell Tempo 50. Künftig soll der Basilika-Vorplatz als „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ mit einer Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h ausgewiesen werden.

Das Konzept zur Verkehrsberuhigung zwischen Fußgängerzone und Ostallee, das jetzt im Baudezernatsausschuss vorgestellt wurde, geht zurück auf einen Stadtratsantrag der Fraktion Bündnis 90/Grüne vom Juni. Für den damaligen Impuls gab es jetzt Lob von Baudezernent Andreas Ludwig: „Das war eine sehr qualifizierte Vorlage, die wir gerne aufgegriffen haben.“ So soll in dem besonders stark von Schülern frequentierten Viertel um die Dewora- und Sichelstraße eine Tempo-30-Zone mit durchgängiger Rechts-vor-Links-Vorfahrt eingerichtet werden. Eine zweite, kleinere Tempo-30-Zone ist für das Gebiet um die Tufa (Rahnen-, Pfützen-, German- und Gervasiusstraße) geplant. Auch für die Weberbach soll Tempo 30 angeordnet werden, allerdings soll sie ihren Status als Vorfahrtsstraße behalten, um den Busverkehr nicht zu sehr zu behindern.

Vorfahrt für Stadtbusse

Für den Basilika-Vorplatz hatten die Grünen ursprünglich einen „Shared Space“ vorgesehen, also eine Fläche, die von allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt genutzt werden kann, wobei Autos Schrittgeschwindigkeit einhalten müssen. „Dann müssten wir aber den gesamten Platz so umgestalten, dass es zwischen Gehwegen und Fahrbahn keinen Niveauunterschied mehr gibt“, erläuterte Wilko Kannenberg vom Stadtplanungsamt. Um diese Investitionskosten zu umgehen, schlägt das Baudezernat als Alternative den „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ mit Tempo 20 vor. Knackpunkt ist die Beibehaltung der für Stadtbusse wichtigen Vorfahrtsregelung. Ob dies in einer Tempo-20-Zone zulässig ist, sei juristisch noch nicht eindeutig geklärt, so Kannenberg.

Unstrittig ist, dass die meisten Fußgängerüberwege wegfallen müssen, weil sie den Anforderungen der Straßenverkehrsordnung hinsichtlich Beleuchtung und Beschilderung nicht mehr genügen. Zum Teil sollen sie durch Verkehrsinseln ersetzt werden.

Im Ausschuss wurde das Gesamtkonzept von allen Sprechern grundsätzlich befürwortet. Die Verwaltung wurde ohne förmliche Abstimmung beauftragt, die Pläne weiterzuverfolgen und die verschiedenen Tempo-30-Zonen anzuordnen. Etwaige Baukosten sollen in einer gesonderten Beschlussvorlage behandelt werden. Für die Umwidmung der Weberbach von Tempo 50 auf 30 sollen die Ergebnisse des hierfür vorgeschriebenen Anhörungsverfahrens abgewartet werden. Dabei könnten zum Beispiel die Stadtwerke Bedenken geltend machen, wenn sie durch die Geschwindigkeitsreduzierung die Einhaltung ihrer Busfahrpläne in Gefahr sehen.

8 KOMMENTARE

  1. Ein tolles Konzept auch weil eine der öffentlichen Tiefgaragen innerhalb dieser Zone liegen, das ganze ist unausgegoren, Tempo 20 schön und gut , dann fahren weiterhin Autos durch die Zone im 1. oder 2. Gang und produzieren noch mehr Abgase und Lärm. Dann macht doch gleich eine Spielstrasse daraus dann haben Fussgänger Vorrang . Erst werden im direkten Umfeld der Innenstadt bis in die 2000er Parkhäuser gebaut und dann will man den Verkehr fernhalten bzw entschleunigen, das wird sich in einem Verkehrschaos manifestieren.
    Wer hat denn noch Lust sich für einen Innenstadtbesuch aus dem Umland mit dem Wagen in Schleichgeschwindigkeit auf Parkplatzsuche zu begeben. Der ÖPNV ist mangelhaft insbesondere am Wochenende und viel zu teuer, ausserhalb der Stadtgrenzen ist parken auch kaum möglich .
    Welche Schwachköpfe haben den Bau des Alleencenterparkhauses und des City Parkhauses befürwortet?
    Hätte man ein Stadtbahnsystem das funktioniert und Parkhäuser weit vor der Stadt gebaut wie Luxemburg wäre die Verkehrssituation nicht so verfahren .
    Jetzt doktort man an den Symptomen herum und die motorisierten Bürger verlagern ihre Einkäufe ins Umland wo man problemloser hin kommt z.b Schweich , da kauft doch mittlerweile halb Trier von Biewer bis Quint seine Waren für den täglichen Bedarf .

    • Das stimmt alles.
      Parkhäuser in der Innenstadt haben wir noch dem alten CDU-dominierten Stadtrat zu verdanken. Jetzt sind diese nunmal da, und es braucht Zeit, diese wieder wegzubekommen. Sinnvoll wäre es sicher, wenn man zumindest als ersten Schritt einen Großteil der Parkplätze in Anwohnerparkplätze oder Bedienstetenparkplätze für Arbeitsplätze in der Innenstadt umwandelt.
      Der ÖPNV, insbesondere ins Umland, aber auch in den Aussenstadtteilen am Abend und am Wochenende ist echt schlecht. Niemand von ausserhalb kommt ernsthaft auf die Idee, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Einkaufen zu fahren. Ein erster Schritt hier wäre es, P+R das ganze Jahr über so wie an Adventssamstagen anzubieten (und auch zu bewerben!), sowie Busspuren einzurichten.
      Leider aber heißt es immer: zu teuer, nicht machbar, etc. Ich wünsche mir, dass mal einer kommt, der nicht weiß, dass es nicht machbar ist und es einfach macht.

  2. Warum muss man bei jeder Straße die Geschwindigkeit auf 30 setzen? Nur damit die Stadt an diesen Stellen Geld durch Blitzer verdienen kann? Mir kommt es so vor als werden seit kurzem immer mehr Straßen zu „Langsamen“ Straßen umgewandelt.
    Es ging Jahrzehnte mit 50 km/h gut. Auch beim Basilika-Vorplatz. Nur weil manche Autofahrer nicht Auto fahren können und Poller umfahren?
    Einfach nur Traurig.

    • Nein, aus dem einfachem Grund des Feinstaub und Lärmschutzes für die Leute, die dort wohnen! Für ein besseres Miteinander im Verkehr. Dies funktioniert nachweislich besser, wenn die Geschwindigkeitsdifferenzen niedriger sind.
      Und es sagt auch niemand, dass flächendeckend 30 km/h gelten soll. Durchgangsstraßen sollen nach wie vor 50 km/h erlauben.
      Und bedenken Sie mal, wie schnell Sie durchschnittlich in Trier unterwegs sind. Ich würde behaupten, dass die Durchnittsgeschwindigkeit bereits jetzt schon unter 30 km/h liegt; also keine signifikante Änderung. Im Übrigen können die meisten Straßen schon heute nicht mit mehr als 30 km/h befahren werden (z. B. die ganzen Seitenstraßen in diesem Bereich).

  3. Wenn man von Verkehrsberuhigung spricht denn könnte man schon viel erreichen wenn man in der Konstantinstr. mal tagtägliche massive Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt durchführen würde. Ab Einfahrt Tiefgarage Richtung Kornmarkt ist nur für Berechtigte erlaubt. Aber was ist, neun von zehn nicht berechtigten fahren durch und meinen das das für selber nicht gilt., och da unten wird es wohl noch einen Parkplatz geben, warum auch nicht, wird sowieso nichts kontrolliert.
    Aber es ist wie in der ganzen Stadt, das man mal die einfachsten Sachen zuerst angeht ehe man solche Pläne schmiedet, es passiert nichts, gar nichts.

  4. Toll. Ein weiteres, neues Verkehrskonzept. Bald wird dem Stadtrat gar nicht anderes übrigbleiben als das Theater in ein Hochregallager umzubauen weil langsam der Lagerplatz für die ganzen Konzepte ausgeht.
    Eine weitere Folge ; Im Jahre 2007 ! wurde die Verwaltung vom Rat beauftragt für die Umgehung Kürenz einen Zuschussfähigen Plan zu erstellen. Bis heute ist kein Strich gezeichnet und beim Land beantragt. Begründung : Kein Personal.
    Aber für neue Konzepte ist genug da.

    • Ja immer wieder dieses totschlagsargument wenn scheiße gebaut wurde, oder man Aufträge des Stadtrats nicht ausführen will. Einfach mal zugeben, dass man teilweise unfähig bzw einfach nur zu faul ist, oder zu viele andere Nebenjobs hat und deshalb die Beschlüsse nicht ausführen will/kann.

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