Drama im Hochwald: Verletzter Wolf sucht Zuflucht in Kapelle und verendet dort!

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Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archiv

WALDWEILER. Ein verstörender Fund im Hochwald: In der kleinen Gemeinde Waldweiler im Kreis Trier-Saarburg haben Spaziergänger einen toten Wolf in einer Kapelle entdeckt. Das schwer verletzte Tier soll sich bei eisigen Temperaturen in das Gotteshaus geschleppt haben – und dort verendet sein. Die Hintergründe beschäftigen nun Naturschützer und Behörden.

Fund in Kapelle bei Waldweiler

Der Fund ereignete sich am Sonntagnachmittag in einer Kapelle am Brandweiher nahe Waldweiler. Nach Angaben von SWR aktuell entdeckten Spaziergänger das tote Tier und verständigten umgehend die Polizei.

Parallel dazu wurde die Großkarnivoren-Hotline des Landes Rheinland-Pfalz informiert. Das bestätigte das Koordinationszentrum für Luchs und Wolf (KLUWO). Eine ehrenamtliche Wolfsbeauftragte wurde daraufhin zur Kapelle entsandt.

Wolf vermutlich bei Unfall verletzt

Nach übereinstimmenden Angaben von KLUWO und Polizei handelt es sich bei dem Tier mutmaßlich um einen jungen Wolfsrüden. Nach ersten Einschätzungen könnte das Tier zuvor bei einem Verkehrsunfall auf der nahegelegenen Bundesstraße 407 verletzt worden sein.

Eine Sprecherin der Polizei Hermeskeil erklärte gegenüber BILD.de, in der Kapelle seien Blutspuren gefunden worden. Die Beamten hätten den Fundort dokumentiert, danach sei der Einsatz beendet worden. Weitere Ermittlungen seien zunächst nicht vorgesehen.

„Angefahrene Tiere stehen oft unter starkem Adrenalin und können trotz schwerer Verletzungen noch einige Strecke zurücklegen“, erklärte die Polizeisprecherin.

Tier sichergestellt – Untersuchung läuft

 

Der tote Wolf wurde noch vor Eintreffen einer Streife durch die Wolfsbeauftragte geborgen.
Laut KLUWO wurde das Tier fachgerecht verpackt und zur gekühlten Verwahrung gebracht, um es zu konservieren.

Eine abschließende Klärung der Todesursache steht noch aus.

„In Ermangelung einer vollständigen Sektion ist die definitive Todesursache derzeit noch nicht gesichert“, teilte ein Sprecher des KLUWO gegenüber BILD.de mit. Eine weitere pathologische Untersuchung soll folgen.

Hochwald-Rudel lebt in der Region

Nach Angaben des Koordinationszentrums ist im Großraum Waldweiler das sogenannte Hochwald-Rudel heimisch. Es besteht aus zwei Elterntieren und mehreren Jungwölfen.

  • 2024: mindestens vier Welpen

  • 2025: ebenfalls mindestens vier Welpen

Wie viele Jungtiere aktuell zum Rudel gehören und ob der tote Wolf tatsächlich aus diesem Verband stammt, ist derzeit nicht geklärt. Üblicherweise verlassen junge Wölfe ihr Rudel im Alter zwischen zehn und 22 Monaten.

Ungewöhnlicher Fund mit offenem Ausgang

Dass ein Wolf sich ausgerechnet in eine Kapelle zurückzieht, ist ungewöhnlich – könnte aber auf die schwere Verletzung und Orientierungslosigkeit des Tieres hindeuten. Bis zum Abschluss der Untersuchungen bleiben viele Fragen offen.

(Quelle: SWR; bild.de)

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