TRIER – Die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern bleibt auch in der Region rund um Trier ein zentrales frauenpolitisches Thema. Zwar ist der Gender Pay Gap in den letzten Jahren bundesweit zurückgegangen, doch von echter Lohngleichheit ist man weiterhin entfernt.
Auch in Rheinland-Pfalz bestehen teils erhebliche regionale Unterschiede – mit spürbaren Folgen für viele Frauen vor Ort. Das betont die städtische Frauenbeauftragte Angelika Winter zum Equal Pay Day 2026 am 27. Februar. Er markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden:
„Trier hat mit einem Gender Pay Gap von 16,5 Prozent den niedrigsten Wert in der Region Trier, gefolgt vom Landkreis Trier-Saarburg. Den höchsten Wert gibt es mit 26 Prozent im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Die Ursachen der anhaltenden Lohnlücke sind struktureller Natur: Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit. Nach einer Erhebung der Agentur für Arbeit vom Juni 2024 sind 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten Frauen. 52,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeiten in Teilzeit. Sie übernehmen den Großteil der Sorgearbeit und sind überdurchschnittlich in Branchen tätig, die schlechter entlohnt werden – etwa im Gesundheits- und Sozialwesen oder im Dienstleistungsbereich.
Gerade diese Wirtschaftsstruktur prägt auch die Region Trier. Damit ist der Gender Pay Gap keine abstrakte Statistik, sondern konkrete Lebensrealität für viele Frauen zwischen Mosel, Eifel und Hunsrück. Die Verringerung der Lohnlücke ist daher eine klare Aufgabe moderner Frauen- und Gleichstellungspolitik. Erforderlich sind ein konsequenter Ausbau der Kinderbetreuung, flexible und partnerschaftliche Arbeitszeitmodelle, bessere Rahmenbedingungen für den Wiedereinstieg sowie transparente und faire Entgeltstrukturen in Unternehmen und Verwaltung. Nur wenn Frauen gleiche Chancen auf Einkommen, Karriere und wirtschaftliche Unabhängigkeit haben, kann tatsächliche Gleichstellung erreicht werden.
Ein wichtiger Impuls geht von der Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Januar aus. Nach Einschätzung des Statistisches Bundesamts profitieren Frauen überdurchschnittlich davon. Gerade in Regionen mit vielen Beschäftigten im Niedriglohnsektor – wie in Teilen der Region Trier – kann dies zu einer spürbaren Verbesserung beitragen. Dennoch bleibt klar: Einzelschritte reichen nicht aus. Die Herstellung von Lohngleichheit ist und bleibt eine zentrale frauenpolitische Daueraufgabe – auch und gerade in der Region Trier.“













