Alarmierende Zahlen: Kinder in Rheinland-Pfalz meiden den Zahnarzt – und Eltern auch!

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Regelmäßige Untersuchungen zur Zahnvorsorge können dabei helfen, Karies und Co. frühzeitig zu erkennen. (Symbolbild) Julian Stratenschulte/dpa

Mainz – Nur etwa jedes dritte Kind unter fünf Jahren war im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz zur Zahnvorsorge. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Barmer Krankenkasse hervor, die Daten ihrer Versicherten ausgewertet und auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet hat. Damit landet Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich auf dem drittletzten Platz.

Zahnvorsorge beginnt mit dem ersten Milchzahn

Viele Eltern glauben, dass Zahnarztbesuche erst ab dem Schulalter nötig seien – ein gefährlicher Irrtum, warnt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland:

„Die Grundlagen für die spätere Zahngesundheit werden ab dem ersten Milchzahn gelegt.“

Gesunde Milchzähne seien entscheidend, um Karies und spätere Zahnfehlstellungen zu vermeiden. Regelmäßige Vorsorge helfe, Zahnerkrankungen früh zu erkennen – und damit größere Eingriffe zu verhindern.

Auch bei älteren Kindern Luft nach oben

Etwas besser sieht es bei den 5- bis 14-Jährigen aus:
Rund zwei Drittel dieser Altersgruppe gehen regelmäßig zur Kontrolle. Doch auch hier sieht die Krankenkasse Nachholbedarf.

Ein Grund: Eltern sind oft selbst kein gutes Vorbild. Weniger als die Hälfte aller Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer war 2023 selbst bei einer Zahnvorsorgeuntersuchung.

„Hauptvorbild sind die Eltern“, betont Kleis.

Trend zeigt leichte Verbesserung

Positiv sei laut Barmer, dass die Zahl der Zahnarztbesuche bei Kleinkindern seit einigen Jahren kontinuierlich steigt. Seit die gesetzlichen Krankenkassen 2019 Vorsorgeuntersuchungen ab dem ersten Zahn bezahlen, habe sich die Zahl der wahrgenommenen Termine in Rheinland-Pfalz mehr als verdoppelt.

Wichtig seien ergänzend Gruppenprophylaxe-Angebote in Kitas und Schulen, so Kleis.
Außerdem empfiehlt die Krankenkasse:

  • tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta,

  • regelmäßige Zahnarztkontrollen,

  • eine zuckerarme Ernährung.

Fazit: Früh übt sich – Zahngesundheit beginnt zuhause

Zahnärzte und Krankenkassen sind sich einig:
Wer früh mit Vorsorge beginnt, erspart seinem Kind spätere Schmerzen – und aufwendige Behandlungen.

Eltern sollten die Zahngesundheit ihrer Kinder ernst nehmen – und Vorbild sein.

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