MAINZ. Für Patienten ohne niedergelassenen Hausarzt vor Ort gibt es unter dem Dach der Mainzer Universitätsmedizin eine neue Anlaufstelle.
Von März an gibt es dort eine Hochschulambulanz für Allgemein- und Hausarztmedizin, wie das größte Krankenhaus von Rheinland-Pfalz mitteilte. Menschen, die eine akute Behandlung brauchen, können ohne vorherige Terminvereinbarung und ohne Überweisung eines Facharztes kommen.
Die neue Hochschulambulanz wird in die Lehre integriert, wie die Unimedizin erklärte. Das heißt, dass dort auch Medizinstudenten nach vorheriger Einverständniserklärung Patienten untersuchen.
Kein Ersatz für Modellprojekt
Weil die Ambulanz allerdings kein Teil des regulären ambulanten Sektors ist, ist sie kein Ersatz für das im Dezember 2024 beendete Modellprojekt «Allgemeinmedizinische Praxis auf dem Campus» der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Das war fast sechs Jahre gelaufen und in der Form bundesweit einzigartig gewesen. Ziel war die Entlastung der Notaufnahme des einzigen Universitätsklinikums von Rheinland-Pfalz. Die neue Hochschulambulanz hat dagegen nur wochentags geöffnet, spätestens bis 18.00 Uhr.
Die KV hatte nach Auslaufen des Modellprojekts zwar ein positives Fazit gezogen, gleichzeitig aber betont, dass der Betrieb in den derzeitigen Strukturen defizitär sei. Für eine langfristige Finanzierung zu ermöglichen, müsse eine angemessene Vergütung durch die Krankenkassen gewährleistet werden, argumentierte die KV zum Abschluss des Projekts.