Brache in Heiligkreuz: Ortsbeirat will Wohnungen – Baudezernent Becker sagt (noch) Nein!

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Das ehemalige Tankstellengelände inmitten von Heiligkreuz liegt seit Jahrzehnten brach. Foto: Geoportal

HEILIGKREUZ. Ein jahrzehntelanges Ärgernis sorgt für Diskussionen: Das heruntergekommene Tankstellengelände an der Straßburger Allee in Trier-Heiligkreuz steht im Mittelpunkt eines neuen Bauvorhabens. Der Ortsbeirat will die ungenutzte Fläche endlich einer sinnvollen Nutzung zuführen – doch Baudezernent Dr. Thilo Becker reagiert ablehnend.

Dringender Wohnraumbedarf trifft auf starre Bürokratie

Der Ortsbeirat Heiligkreuz fordert schon länger eine Lösung für das seit Jahrzehnten brachliegende Grundstück zwischen Wisport- und Rotbachstraße. Nun könnte Bewegung in die Sache kommen: Ein potenzieller neuer Eigentümer hat ernsthaftes Interesse bekundet, hier Wohnungen zu bauen – darunter auch Sozialwohnungen.

Das Problem? Das Gelände ist laut Bebauungs- und Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet ausgewiesen. Der Ortsbeirat bat deshalb um eine baurechtliche Prüfung, um eine schnelle Umwidmung zu ermöglichen.

Becker blockiert – Ein Nein zur Wohnbebauung trotz Wohnungsnot?

Baudezernent Dr. Thilo Becker reagierte ablehnend auf die Anfrage. Zwar bekräftigt er die Notwendigkeit einer Aufwertung des Geländes, doch eine Wohnbebauung an dieser Stelle sei seiner Meinung nach fehlgeleitete Stadtplanung.

Sein Hauptargument: Die Lage an einer Hauptverkehrsstraße sei für Wohnzwecke ungeeignet und könnte durch Lärmemissionen sogar gesundheitsschädlich sein. Dennoch betont er, dass die letztendliche Entscheidung beim Stadtrat liege – und er eine entsprechende Umwidmung umsetzen würde, falls dieser anders entscheide.

Blockade oder sinnvolle Stadtplanung? Kritik an Beckers Haltung wächst

Während Becker auf städtebauliche Grundsätze verweist, wirft seine ablehnende Haltung Fragen auf. Trier leidet seit Jahren unter steigenden Mieten und einem angespannten Wohnungsmarkt – wäre es nicht sinnvoller, Flächen wie diese für den Wohnbau zu nutzen?

Zudem wird in vielen Städten Lärmschutz erfolgreich mit modernen Baumaßnahmen wie Schallschutzfenstern oder begrünten Barrieren umgesetzt.

Bürgerhaus Heiligkreuz: Ein Lichtblick für den Stadtteil

Neben der Debatte um die Brache gibt es positive Entwicklungen: Die Arbeitsgruppe „Nutzungs- und Betreiberkonzept des Bürgerhauses Heiligkreuz“ hat sich neu aufgestellt und arbeitet intensiv an einem zukünftigen Nutzungskonzept für das alte Umspannwerk in der Wisportstraße.

Der Baubeschluss soll voraussichtlich in der Mai-Sitzung des Stadtrates gefasst werden – eine erfreuliche Nachricht für die Bewohner von Heiligkreuz.

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3 Kommentare

  1. Dieser Dr. Thilo Becker hat Trier gerade noch gefehlt, die Verwaltung einer Stadt soll sich für die Belange der Bürger und Betriebe einsetzen und diese nicht mit Immer abstruseren Vorschriften vor den Kopf stoßen, ein wenig Menschenverstand ist wohl zuviel verlangt….

  2. Nahezu alles was Becker bislang gemacht hat war Unsinn. Aber hier muss ich ihn in Schutz nehmen. Dies ist und bleibt eine Gewerbefläche. Wohnungen an einer so lauten und gefährlichen Lage wäre falsch. Gewerbesteuer senken, dann findet sich schnell ein Gewebetreibender der hier was baut und Arbeitsplätze schafft.

  3. Becker überschätzt sich. Er wird da landen, wo schon sehr viele Grüne nach der Wahl gelandet sind. Mehr hat er nicht verdient.

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