Nebenjob statt Bafög: Studenten in Rheinland-Pfalz nutzen kaum staatliche Finanzierung

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Studenten sitzen bei der Erstsemesterbegrüßung am Campus Koblenz der Universität Koblenz-Landau im großen Hörsaal. Foto: Thomas Frey/dpa

GÜTERSLOH/MAINZ. Nur etwa jeder sechste bis siebte Student in Rheinland-Pfalz greift zur Finanzierung des Studiums auf staatliche Mittel zurück. Wie aus einer am Freitag veröffentlichten Analyse des CHE Centrums für Hochschulentwicklung in Gütersloh hervorgeht, waren es im vergangenen Jahr lediglich 15,9 Prozent.

Zu den Fördermöglichkeiten zählen Bafög, staatlich initiierte Studienkredite und Stipendien. Stattdessen finanzieren sich laut der Auswertung die meisten Studentinnen und Studenten mithilfe ihrer Eltern oder einem Nebenjob.

Deutschlandweit werden neun von zehn Studenten nach CHE-Angaben von ihren Eltern unterstützt, 68 Prozent arbeiten neben dem Studium. Auch in Rheinland-Pfalz waren 2021 64,5 Prozent aller eingeschriebenen Männer und Frauen erwerbstätig. Bafög bezogen 2022 dagegen nur 11,4 Prozent.

CHE-Experte Ulrich Müller sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. «Die politische Maßnahme, von der Studierende in den vergangenen Jahren am meisten finanziell profitiert haben, kam nicht aus dem Bildungs-, sondern aus dem Arbeitsministerium: Die Anhebung des Mindestlohnes auf 12 Euro im Oktober 2022.»

Gründe dafür, dass mindestens 84 Prozent aller Studentinnen ind Studenten in Deutschland die staatlichen Unterstützungsmöglichkeiten zur Studienfinanzierung nicht nutzen könnten oder wollten, sind dem Experten zufolge Verzögerungen bei der Bafög-Reform sowie die aktuell hohen Zinsen beim KfW-Studienkredit.

Der Anteil an Studenten in Rheinland-Pfalz, die 2022 einen KfW-Studienkredit erhielten, lag nur bei 0,5 Prozent und deckt sich mit dem Bundesdurchschnitt. (Quelle: dpa)

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