RLP: Starkregen durch Klimakrise – Forstämter arbeiten an dezentralem Hochwasserschutz

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Abendstimmung auf einer Wiese im Kreis Südwestpfalz im Pfälzerwald. Foto: Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa

TRIPPSTADT. Wegen zunehmender Starkregen-Ereignisse durch die Klimakrise arbeiten die Forstämter in Rheinland-Pfalz an einem dezentralen Hochwasserschutz in den Wäldern im Bundesland. «Im gesamten Zuständigkeitsbereich liegt eine entsprechende Anweisung vor», sagte die Forsthydrologin Eva Verena Müller von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) in Trippstadt der Deutschen Presse-Agentur.

Dies betreffe unter anderem den Pfälzerwald. «Hier gibt es Verbesserungsbedarf – auch wenn diese Region sehr günstige Bedingungen für die Versickerung aufweist und daher für Sturzflutentstehung verhältnismäßig gering gefährdet ist.»

Ein Problem sei, dass viele Waldwege so beschaffen seien, dass der Regen schnell oberflächig abfließe. Damit gingen Wasser und Nährstoffe dem Wald verloren. Zudem komme es in Flüssen zu erhöhten Abflussspitzen, die die Entstehung von Sturzfluten begünstigen. Mit abgerundeten Wegen und Mulden sowie Rigolen, in denen oberflächig abfließendes Regenwasser versickern kann, soll dem entgegnet werden.

Auch sollen Kahllagen vermieden werden, da auch dort das Wasser oft zu schnell oberflächig abfließe. «Das Kronendach der Wälder hat eine Rückhaltewirkung auf Regenwasser, sodass dieses verzögert und in geringerer Menge am Boden ankommt», sagte Müller. Auf Kahlflächen werde der Niederschlag nicht abgefangen, und die Böden trockneten zudem stärker aus und seien dadurch weniger wasseraufnahmefähig.

Allerdings könne das Problem von Sturzfluten und Überschwemmungen nicht allein im Wald gelöst werden. Als wesentlichen Beitrag zum Hochwasserschutz bezeichnete Müller auch natürliche Bachauen, in denen sich zum Beispiel das Fließgewässer bei Hochwasser ausbreiten könne. «Naturnahe Auen verringern die Fließgeschwindigkeit und verteilen Wasser in der Landschaft, wo es zum Teil versickern kann.»

Die Finanzierung sei immer eine entscheidende Frage, aber auch der Nutzungsdruck im Wald. «Einerseits betrifft das die Freizeitnutzung, aber auch die Holzernte – etwa mit schweren Erntemaschinen, wodurch der Boden verdichtet wird und das Wasser oberflächig abfließt.» Die Gesellschaft sei auch zukünftig auf die Ressource Holz angewiesen, betonte Müller. «Hier gilt es, ein Gleichgewicht mit anderen gesellschaftlichen Interessen wie dem Hochwasserschutz zu finden.» (Quelle: dpa)

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