„Eldorado“ für Orchideen: Schutzgebiet Perfeist bei Wasserliesch ist Heimat seltener Arten

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Sie sind die Hingucker im Naturschutzgebiet: Orchideen wie das Pyramiden-Knabenkraut. Foto: Annika Fuhrmann/SGD Nord

WASSERLIESCH. Bocks-Riemenzunge, Ohnhorn, Purpur-Knabenkraut: ungewöhnliche Namen, die Pflanzenexpertinnen und -experten ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Denn dahinter verbergen sich seltene Orchideen – und sie alle wachsen im Naturschutzgebiet Perfeist bei Wasserliesch, das nun bereits seit 40 Jahren besteht.

Damit dieser Artenreichtum auch künftig erhalten bleibt, pflegt und schützt die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord das Gebiet im Kreis Trier-Saarburg gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort. Kleine Fläche, große Vielfalt: Diese Kombination zeichnet das Naturschutzgebiet aus, das im Jahr 1986 ausgewiesen wurde und das sich südwestlich von Trier, am Südwesthang des Liescher Bergs befindet. Auf einem vergleichsweise kleinen Areal von rund 22 Hektar gedeihen hier mehr als 200 Pflanzenarten, darunter viele seltene und streng geschützte Gewächse. Das Geheimnis hinter der Vielfalt: Ein optimales Klima und ein Untergrund aus Mittlerem Muschelkalk haben einen Boden geschaffen, auf dem ein sogenannter Kalkmagerrasen gewachsen ist. Damit die Vielfalt erhalten bleibt, müssen die Flächen jedoch regelmäßig gepflegt werden. Die SGD Nord finanziert deshalb in ihrer Funktion als Obere Naturschutzbehörde diverse Maßnahmen, die von einem Naturschutzmanager vor Ort koordiniert und vorbereitet werden.

Schafe und Mahd halten Flächen offen

Hierzu zählen unter anderem die Beweidung mit Schafen, die Mahd sowie das Entfernen von Büschen. Umgesetzt werden die Maßnahmen – unterstützt von der Gemeinde Wasserliesch – von der Kreisgruppe Trier-Saarburg des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie von verschiedenen Unternehmen. Diese sorgsame Pflege und das Offenhalten der Flächen sind wichtig, denn nur so bleibt der Artenreichtum erhalten, der das Gebiet auch zu einem wertvollen Teil des Natura 2000-Gebiets „Obere Mosel bei Oberbillig“ macht.

Pflanzenwelt auf Rundweg entdecken

Zu der außergewöhnlichen Vielfalt zählen jedoch nicht nur Orchideen, wie die Hummel-Ragwurz, sondern auch viele weitere geschützte Arten, wie beispielsweise die Wiesenprimel, der Aufrechte Ziest, die Gewöhnliche Kuhschelle und der Gelbe Enzian. Diese Pflanzen wiederum bieten zahlreichen, oft ebenfalls seltenen und gefährdeten Tieren Nahrung und Lebensraum – vor allem Schmetterlinge fühlen sich hier heimisch. Wer die spannende Flora und Fauna entdecken möchte, dem steht der „Orchideenpfad“ offen: ein Rundweg, der sich durch die Wiesen schlängelt, und der Erholungssuchenden und Naturinteressierten einen Blick auf die Blütenpracht ermöglicht. Um die sensible Natur nicht zu beeinträchtigen, bittet die SGD Nord darum, sich ausschließlich auf diesem offiziellen Weg aufzuhalten. Denn auch achtsame Besucherinnen und Besucher tragen dazu bei, dieses besondere Stück Natur für künftige Generationen zu bewahren. (Quelle: SGD Nord)

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