MAINZ/SAARBRÜCKEN. Nach einem Rückgang in den vergangenen Monaten ist die Arbeitslosenzahl in Rheinland-Pfalz im Juni wieder leicht gestiegen. In dem Bundesland wurden etwas mehr Arbeitslose registriert als einen Monat zuvor, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag mitteilte.
108.400 Menschen waren arbeitslos – und damit 0,8 Prozent mehr als im Mai. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 8 Prozent mehr gezählt. «Der durch den Krieg in der Ukraine verursachte Anstieg der Arbeitslosigkeit konnte noch nicht merklich durchbrochen werden, eine sonst übliche starke Frühjahrsbelebung blieb auch aus diesem Grund aus», sagte Regionaldirektionschefin Heidrun Schulz.
Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung betonte derweil, es gebe «gute Chancen, dass immer mehr Zugewanderte aus der Ukraine offene Stellen in Deutschland besetzen werden». Zunächst bedeute Jobsuche allerdings oft Arbeitslosigkeit.
Die Arbeitslosenquote lag im Juni wie im Vormonat bei 4,8 Prozent. Im Juni 2022 hatte sie bei 4,5 Prozent gelegen.
Bei der Unterbeschäftigung zeigte sich ebenfalls ein Anstieg. Als unterbeschäftigt zählen auch Menschen, die an sogenannten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt werden. Rund 145.000 Menschen waren das im Juni und damit 9,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Derzeit sind 7750 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Demgegenüber stehen 12.500 offene Ausbildungsplätze. «Für Bewerberinnen und Bewerber waren die Chancen lange nicht besser», sagte Schulz. Seit Oktober wandten sich 18.100 Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildung an die Berufsberatung der Bundesagentur.
Im Juni meldeten sich 7500 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das waren 0,2 Prozent mehr als einen Monat zuvor. 6100 Menschen beendeten die Erwerbslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit wieder – 10,1 Prozent weniger als in den vier Wochen zuvor.
Insgesamt waren 42.600 offene Stellen in Rheinland-Pfalz gemeldet, ein Prozent weniger als im Vorjahr. Die meisten Stellen gab es in der Zeitarbeit (8730) und im Handel (4890). (Quelle: dpa)















