RKI-Schätzungen: Schon Hunderte Hitzetote dieses Jahr in RLP – deutlicher Anstieg

Bereits bis Ende Juni sind in Rheinland-Pfalz nach RKI-Schätzungen deutlich mehr Menschen an den Folgen von Hitze gestorben als im gesamten Vorjahr. Deutschlandweit sollen es sogar Tausende sein.

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Foto: pixabay/Symbolbild

BERLIN/MAINZ. Bis Ende Juni sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Rheinland-Pfalz 560 Menschen durch Hitze bedingt gestorben. Das sind jetzt schon mehr als doppelt so viele wie im gesamten vergangenen Jahr, wie das RKI mitteilte. 2025 seien es geschätzt 270 Menschen gewesen.

Damit kommen im laufenden Jahr 13,6 hitzebedingte Tode auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Im vergangenen Jahr waren es 6,5 gewesen. In den vergangenen zehn Jahren lag der Wert 2022 am höchsten: Da waren es geschätzte 12,5 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Die Schätzung des RKI basiert unter anderem auf dem Monitoring der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes und Daten des Deutschen Wetterdienstes. Die Spanne der Schätzungen ist hoch: Je nach Berechnung kommen die Statistiker des RKI auf 350 bis 780 hitzebedingte Sterbefälle von Januar bis Ende Juni dieses Jahres in Rheinland-Pfalz.

Hitzewelle Ende Juni auch in Rheinland-Pfalz

Seit Beginn dieses Sommers bis einschließlich Ende Juni starben in Deutschland den Schätzungen zufolge 5.120 Menschen wegen der Hitze, wie aus dem RKI-Bericht zur hitzebedingten Mortalität hervorgeht.

Die Unterschiede können dem RKI zufolge auf die unterschiedlich ausgeprägten Hitzeperioden zurückgeführt werden. Typischerweise gebe es in Sommerwochen mit einer mittleren Temperatur über 20 Grad deutlich höhere Sterblichkeitswerte im Vergleich zu kühleren Sommerwochen, heißt es im RKI-Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität.

In der Woche vom 22. bis 28. Juni lag der Durchschnitt über die Tages- und Nachttemperaturen dem RKI zufolge bei 26,4 Grad und damit oberhalb der Schwelle, ab der ein merklicher hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit zu erwarten ist. Auch in Rheinland-Pfalz hatte eine Hitzewelle Ende Juni für Temperaturen von bis zu etwas mehr als 41 Grad gesorgt. (Quelle: dpa)

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4 Kommentare

  1. Das ist leider Gottes tatsächlich Realität, da ich die besten Quellen zum Bestattungswesen habe. Das liegt aber daran, dass es überwiegend ältere Menschen triff und gerade im Bereich betreutes Wohnen, also Altersheim. Hier vegetieren die Menschen bei +30° Celsius in ihren Zimmern und das ist unverantwortlich. Da stelle ich mir die Frage, ob das nicht unter Fahrlässigkeit fällt. Abhilfe würden da klimatisierte Räume bringen, dafür wird das Geld lieber eingespart. Wobei die Chefetage bestimmt im kühlen sitzt und kräftig kassiert.

    Wir bekommen als Ottonormalverbraucher auch beim Neu- oder Altbau sämtliche Vorschriften gemacht, gerade im Bereich der Energieeffizienz und im Bereich zum Schutze der Bewohner. Aber in solchen Fällen interessiert das Papa Staat und die EU nicht. Ein Schelm der böses dabei denkt. Erleichterung für Renten- und Pflegekasse auf scheinbar natürliche Weise.

    • Leider nicht nur im Pflegebereich. Freunde von mir wohnen in einem Mietshaus. Der Vermieter hatte die tolle Idee sein Haus aufgrund von Bundeszuschüssen dem geforderten und hochgelobten Klimastandart anzupassen. Nun, durch die Rundumisolierung dauert es zwar 2 Tage länger bis die Bude sich aufgeheizt hat aber wenn die Hitze erst drin ist, verschwindet sie auch nicht mehr. Seit 2 Wochen kämpfen die jetzt mit 30° und mehr. Selbst Nachts keine Abkühlung mehr.

      Mir stellt sich da jetzt folgende Frage: Wenn die Mehrheit der Klimawissentschaftler immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt, dass die Sommer immer heißer werden, die Hitzeperioden immer länger werden und im Winter die Temperaturen nur noch selten unter 0 gehen… Aus welchem Grund sollen dann auf Wunsch der Regierung die Wohnungen weiter abgeschottet werden. Glaube da wären Hitzeschutzmaßnahmen wichtiger als eine Vollisolierung gegen Kälte. Im Prinzip ein Widerspruch an sich, gemessen an den Prognosen.

    • @ Bubbeldibub

      Ist ja alleine schon ein Skandal, dass es überhaupt Wohnungen geben darf, die keinerlei Sonnenschutz vor dem Fenster haben. Also weder Rollläden oder wenigstens Fensterläden. Das alleine würde schon so viel bringen.
      Würde auch im Winter Energie sparen. Aber das wäre ja zu einfach und kostengünstig.

  2. Fairerweise müsste man auch aufführen das die Sterberate aufgrund kältebedingter Erkrankungen deutlich zurückgeht! Wir haben durch milde Winter viel weniger Atemwegserkrankungen und Herz- Kreislauf Probleme.
    Ich weiß nicht warum die letzten Sommer hier genannt werden , die von 2024 und 2025 sind ja komplett ins Wasser gefallen mit Temperaturen von um die 20*C und ständigem Regen bis Mitte Juli .
    Davon liest man bei den Statistiken vom RkI allerdings kein Wort.

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