Eifel: Notruf aus 32 Metern Tiefe – Männer aus Lavatunneln gerettet

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MENDIG – Ein unüberlegter Ausflug in ein historisches Tunnelsystem hat am späten Mittwochnachmittag zu einem umfassenden Rettungseinsatz in Mendig geführt.

Drei herangewachsene Männer aus Nordrhein-Westfalen betraten gegen 16:25 Uhr unberechtigt die unterirdischen Stollen im Bereich der Brauerstraße. Nach kurzer Zeit verloren die Männer in dem komplexen Gangsystem die Orientierung. Da sie den Rückweg aus eigener Kraft nicht mehr fanden, mussten die Einsatzkräfte alarmiert werden.

as Tunnelsystem unter Mendig ist weit verzweigt – und man kann schnell die Orientierung verlieren. (Symbolbild)Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Koordinierte Rettung mit Expertenunterstützung

Die Feuerwehren aus Mendig und Bell sowie die Polizei Mayen leiteten umgehend eine Such- und Bergungsaktion ein. Um die Männer in dem unübersichtlichen Areal sicher zu lokalisieren, zogen die Retter einen Experten des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität hinzu. Mit dessen Fachwissen gelang es den Einsatzkräften, zu den Vermissten vorzudringen. Die drei Heranwachsenden wurden wohlbehalten aus den Stollen hinausbegleitet. Sie wiesen Anzeichen einer leichten Unterkühlung auf, benötigten jedoch keine akute rettungsdienstliche Behandlung.

Rechtliche und finanzielle Konsequenzen

Der Vorfall zieht nun spürbare Konsequenzen für die Beteiligten nach sich. Die Polizei leitete ein offizielles Strafverfahren gegen die drei Männer ein. Zudem prüft die Gemeinde die Auferlegung der gesamten Einsatzkosten für die Beteiligten. Die Polizei Mayen nutzte den Vorfall für eine eindringliche Warnung an die Öffentlichkeit. Das unbefugte Betreten der unterirdischen Anlagen gefährdet das eigene Leben sowie das Leben der Rettungskräfte.

Wie entstand das Tunnelsystem?

Mitten in einem erkalteten Lavastrom spannt sich in 32 Metern Tiefe unterhalb der Stadt Mendig ein Netz von Felsenkellern. Es umfasst rund drei Quadratkilometer. Bei Führungen, die vom Vulkan-Museum Lava-Dome organisiert werden, können die Keller besichtigt werden.

Entstanden ist das System aus Stollen und Schächten im späten Mittelalter, als die Mendiger begannen, den kostbaren schwarzen Basalt abzubauen. Er war durch einen Lavastrom der letzten Vulkanausbrüche entstanden.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich durch den intensiven Abbau nach Angaben der Stadt das größte Basaltlava-Bergwerk der Welt. Mitte des 19. Jahrhunderts nutzten die damals 28 Brauereien in der Stadt die Felsenkeller wegen ihrer konstant idealen Temperatur zur Lagerung der Biere.

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