KAISERSLAUTERN/KUSEL. Ein Social-Media-Beitrag des 1. FC Kaiserslautern sorgt für eine hitzige Debatte. Der Fußball-Zweitligist hatte erneut seine Unterstützung für das Festival „Kein Bock auf Nazis“ in Kusel öffentlich gemacht. Auf dem veröffentlichten Foto ist die Mannschaft neben Festival-Organisatoren zu sehen, die Antifa-Shirts tragen. In den Kommentarspalten brach daraufhin eine massive Diskussion los.
Der 1. FC Kaiserslautern hat in sozialen Medien für das Festival „Kein Bock auf Nazis“ in Kusel geworben. Auf einem Foto steht die Mannschaft neben Festival-Organisatoren, die Antifa-Shirts tragen. Viele Nutzer kritisierten daraufhin den Beitrag und warfen dem Verein politische Positionierung vor. Der FCK betont, für Vielfalt, Respekt und Demokratie einzustehen, sich aber nicht von politischen Gruppierungen vereinnahmen zu lassen.
FCK unterstützt Festival „Kein Bock auf Nazis“
Der 1. FC Kaiserslautern hat das Festival „Kein Bock auf Nazis“ im westpfälzischen Kusel bereits in der Vergangenheit unterstützt. In diesem Jahr hat die öffentliche Werbung des Vereins dafür jedoch eine besonders große Debatte ausgelöst.
Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte der Club in sozialen Medien ein Foto der Mannschaft mit Machern des Festivals. Dazu schrieb der FCK sinngemäß, der Verein stehe für Vielfalt und Toleranz und unterstütze daher auch in diesem Jahr wieder das Festival.
Zudem rief der Verein dazu auf, vorbeizuschauen und ein Zeichen gegen Hass und Intoleranz zu setzen.
Antifa-Shirts auf dem Foto sorgen für Kritik
Für Diskussionen sorgte vor allem ein Detail auf dem Bild: Mehrere Festival-Organisatoren tragen darauf Antifa-Shirts.
In den Kommentarspalten sammelten sich daraufhin Tausende Reaktionen. Viele Nutzer kritisierten den Beitrag scharf. Immer wieder war dabei zu lesen, Politik habe im Fußball nichts zu suchen.
Einige Kommentatoren drohten laut Bericht sogar mit der Kündigung von Mitgliedschaften oder Dauerkarten.
FCK reagiert auf „emotionale Diskussion“
Der Verein reagierte später auf die vielen und teils emotionalen Rückmeldungen.
Der 1. FC Kaiserslautern betonte, seit jeher für Vielfalt, Respekt, Toleranz und ein friedliches Miteinander zu stehen. Jede Form von Rassismus, Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit, Hass und Gewalt habe beim FCK keinen Platz.
Deshalb unterstütze der Verein regelmäßig gesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus und für demokratische Werte.
Verein betont parteipolitische Neutralität
Gleichzeitig stellte der FCK klar, dass man parteipolitisch neutral sei.
Der Verein lasse sich nicht von politischen Gruppierungen oder extremistischen Strömungen vereinnahmen – weder von rechts noch von links. Die Haltung gegen Rechtsextremismus sei ein Bekenntnis zu Menschenwürde, Demokratie und Zusammenhalt, nicht zu bestimmten politischen Organisationen, Symbolen oder Gruppierungen.
Damit versucht der Club erkennbar, zwei Linien zusammenzuhalten: ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus – und zugleich Distanz zu parteipolitischer oder extremistischer Vereinnahmung.
Interne Prüfprozesse sollen geschärft werden
Der FCK kündigte außerdem an, sachliche Rückmeldungen ernst zu nehmen und interne Prüfprozesse bei entsprechenden Veröffentlichungen zu schärfen.
Das deutet darauf hin, dass der Verein den gesellschaftlichen Anspruch seiner Kommunikation beibehalten will, zugleich aber künftig noch genauer prüfen dürfte, welche Bilder, Symbole und Kontexte in Social-Media-Beiträgen auftauchen.
Unterstützung aus der Landespolitik
Rückenwind bekam der Verein aus der rheinland-pfälzischen Landespolitik.
Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion im Landtag, Pia Schellhammer, begrüßte grundsätzlich, wenn sich Vereine für Demokratie und gegen Rechtsextremismus einsetzen. Genau dieses Engagement werde schließlich immer wieder eingefordert.
Damit ist die Debatte längst nicht mehr nur eine Diskussion unter Fans. Sie berührt eine grundsätzliche Frage: Wie politisch darf, soll oder muss ein Fußballverein sein, wenn es um Demokratie, Menschenwürde und Rechtsextremismus geht?
Debatte um Politik im Fußball
Der Fall zeigt einmal mehr, wie sensibel gesellschaftliche Positionierungen im Profifußball inzwischen wahrgenommen werden.
Für die einen ist ein öffentliches Bekenntnis gegen Rechtsextremismus selbstverständlich. Für andere überschreitet ein Verein eine Grenze, sobald politische Symbole oder Gruppierungen im Umfeld einer Kampagne sichtbar werden.
Der FCK versucht nun, seine Grundhaltung zu verteidigen und gleichzeitig die Kritik an der konkreten Darstellung ernst zu nehmen.
Klar ist: Das Foto hat eine Debatte ausgelöst, die weit über ein einzelnes Festivalplakat hinausgeht.
Quelle: dpa/lrs


















