Kurzsichtigkeit: Ursachen, Symptome und Behandlung

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Zur richtigen Diagnose wird der Augenarzt einen Sehtest durchführen.; Foto: pixabay © Kalhh (CCO Creative Commons)

Angestrengtes Blinzeln und Augen-Zusammenkneifen, um in weiterer Ferne überhaupt noch etwas erkennen zu können? So geht es immer mehr Menschen. Die Rede ist von Kurzsichtigkeit, in Fachkreisen auch als Myopie bekannt. Vor allem die jüngere Bevölkerung ist zunehmend betroffen. So liegt die Quote der Kurzsichtigen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren hierzulande bei fast 50 Prozent! Mit zunehmendem Alter sinkt der Anteil dann wieder, bei Menschen zwischen 65 und 69 Jahren weisen nur noch etwa 15 Prozent eine Kurzsichtigkeit auf. Ein Phänomen, das mehr als nur genetische Ursachen hat.

Es sind vor allem die veränderten Lebensumstände, die zu diesem signifikanten Anstieg des Anteils an Kurzsichtigen führen. Unsere Augen sind nahezu den ganzen Tag einem Bildschirm ausgesetzt. Ob beruflich oder privat – viele Tätigkeiten fordern die Augen im Nahbereich. Dies beginnt am Morgen bereits mit dem ersten Blick auf das Handy, zieht sich über den ganzen Tag mit Bildschirmarbeit unterschiedlicher Art und endet bei den meisten auch spät am Abend mit einem letzten Check des Smartphones. Dafür wird deutlich weniger und seltener in die Ferne geschaut. Die Pandemie und die damit verbundene noch häufigere Anwesenheit in geschlossenen Räumen und oft noch längere Bildschirmarbeit taten ihr Übriges.

Dieser Artikel erklärt, wie es zu einer Kurzsichtigkeit kommen kann und welche Möglichkeiten bestehen, um dieser vorzubeugen oder sie zu behandeln.

Welche Symptome hat die Kurzsichtigkeit?
Kurzsichtige Menschen haben Schwierigkeiten mit dem Sehen in die Ferne. Während sie Objekte in der Nähe ohne Probleme erkennen können, sehen sie weiter entfernte Dinge nur verschwommen. Dies kann im Alltag zu etlichen Problemen führen. Endgültigen Aufschluss kann nur ein Sehtest bringen, aber wer die folgenden Symptome an sich wahrnimmt, kann relativ sicher sein, an Kurzsichtigkeit zu leiden:

  • Je weiter entfernt sich Personen oder Gegenstände befinden, desto unschärfer erscheinen sie.
  • Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration erfordern – wie das Autofahren – können zu tränenden Augen und Kopfschmerzen führen.
  • Das Lesen von projizierten Texten, z. B. bei einer Präsentation, fällt zunehmend schwer.
  • Es wird beispielsweise ein Baum wahrgenommen, nicht aber einzelne Zweige oder Blätter.
  • Gesichter von Personen werden oft erst sehr spät erkannt.

    Wer solche Probleme an sich wahrnimmt und dadurch im Alltag eingeschränkt wird, sollte einen Termin beim Augenarzt vereinbaren. Die Untersuchung, verbunden mit einem Sehtest, dauert nur wenige Minuten und ist nicht schmerzhaft. Dafür kann die Konsultation helfen, ernsthaften Erkrankungen des Sehapparates vorzubeugen.

    Welche Ursachen hat die Kurzsichtigkeit?
    Bei kurzsichtigen Menschen liegt der Brennpunkt – das ist der Punkt, an dem die einfallenden Lichtstrahlen im Auge gebündelt werden – vor statt auf der Netzhaut. Deshalb erscheinen die in der Ferne liegenden Gegenstände unscharf. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Entweder ist der Augapfel zu lang oder die Brechkraft der Linse zu hoch. Augenärzte sprechen hierbei von Achsenmyopie und Brechungsmyopie. Nicht selten treten bei einer Person beide Formen der Kurzsichtigkeit gleichzeitig auf.

    Aktuell entwickeln immer mehr Kinder eine Myopie. Dies ist ein weltweites Phänomen, tritt aber besonders häufig in Regionen und Ländern auf, in denen Kinder bereits sehr früh viel lesen – auch und insbesondere am Bildschirm. Auch ist zu beobachten, dass Kurzsichtigkeit mit steigendem Bildungsgrad häufiger auftritt. So sind fast 50 Prozent der jungen Erwachsenen mit Abitur und Hochschulabschluss kurzsichtig, während es bei jenen ohne Schul- und Berufsabschluss nur etwa 25 Prozent sind.

    Wenngleich eine genetische Disposition besteht, wird ein Mensch meist nicht kurzsichtig geboren. Oft beginnen die Probleme entweder im siebten bis achten Lebensjahr oder zu Pubertätsbeginn. Unmittelbar nach der Geburt ist der Augapfel etwas zu kurz, weshalb Babys leicht weitsichtig sind. Dann wächst der Augapfel, im Idealfall so lange, bis alle Sehbereiche gut eingestellt sind. Damit kann ein normales Auge sowohl fern als auch nah sehen, weil die Linse in der Lage ist, sich an den jeweiligen Abstand anzupassen.

    Wie kann Kurzsichtigkeit vorgebeugt werden?
    Eine Ursache für Kurzsichtigkeit ist, dass Kinder in der Wachstumsphase zu viel „nah“ schauen, wie beispielsweise beim Lesen, beim Fernsehen und auch immer früher auf Smartphones und Laptops. Um die Muskulatur des Auges zu schonen, passt es sich an diese Anforderungen an, was zu einer Vergrößerung des Augapfels führt.

    Dies soll nun nicht heißen, dass Kinder weniger lesen sollten. Es ist jedoch wichtig, regelmäßig Pausen einzulegen, in denen die Augen sich mit Blicken in die Ferne erholen können. Auch ein frühzeitiges Eingreifen durch das Tragen einer Brille kann dem Fortschreiten der Kurzsichtigkeit entgegenwirken.

    Das Tageslicht spielt offenbar ebenso eine Rolle. So haben Untersuchungen gezeigt, dass Kinder, die sich häufig im Freien aufhalten, seltener an Kurzsichtigkeit leiden. Das liegt daran, dass Tageslicht viel heller als künstliches Licht ist. Für eine gesunde Entwicklung benötigen die Augen den regelmäßigen Wechsel von fern und nah und ausreichendes Tageslicht. Deshalb ist es wichtig, sich auch bei schlechtem Wetter nach draußen zu begeben – mit einem gestärkten Immunsystem ist das kein Problem.

    Kinder entwickeln oft durch zu viel Lesen am Bildschirm eine Kurzsichtigkeit.; pixabay © Victoria Watercolour (CCO Creative Commons)

    Einmal kurzsichtig, immer kurzsichtig?
    Ist der Augapfel zu lang, wird er das für den Rest des Lebens bleiben. Dann liegt das scharfe Bild nicht auf, sondern vor der Netzhaut. Dieser Fehler kann durch eine zusätzliche Linse in Form einer Brille oder Kontaktlinse ausgeglichen werden. Eine Möglichkeit ist auch eine Netzhautoperation. Aber auch ohne künstliche Hilfsmittel können Betroffene einiges tun, damit sich die Beschwerden zumindest nicht verschlimmern. Sie sollten möglichst oft nach draußen gehen, Sonnenlicht tanken und den Blick in die Ferne schweifen lassen. Ansonsten kann sich eine Myopie bis zum 30. Lebensjahr noch weiter verstärken.
    Je stärker die Kurzsichtigkeit ist, desto mehr laufen Betroffene Gefahr, an Folgeerkrankungen, wie beispielsweise an einer Netzhautablösung, zu leiden. Davor schützt übrigens auch eine Laseroperation nicht, denn eine solche verändert lediglich die Brechkraft der Linse, ohne etwas an der Länge des Augapfels zu ändern.

    Was macht der Augenarzt?
    Wer die beschriebenen Symptome oder einige davon an sich wahrnimmt, kommt um einen Besuch beim Augenarzt nicht herum. Dieser wird feststellen, ob tatsächlich eine Kurzsichtigkeit vorliegt und in welcher Stärke, und die passende Korrektur vorschlagen. Dazu prüft er die Fern- und Sehschärfe, um Hinweise auf eine mögliche Fehlsichtigkeit zu erhalten. Dies erfolgt mit Tafeln, worauf Buchstaben oder Zahlen in verschiedenen Größen abgebildet sind. Aufgrund der Größe, die der Patient fehlerfrei erkennen kann, wird der Arzt eine entsprechende Sehhilfe vorschlagen.

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