Deutschland geht mit einer eigenartigen Mischung aus Druck und Hoffnung in die WM 2026. Nach dem Vorrunden-Aus in den Jahren 2018 und 2022 will die Mannschaft von Julian Nagelsmann bei dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada wieder zur Weltspitze gehören. Als Favorit reist das Team nicht an, immerhin steht sie in der FIFA-Weltrangliste nur auf Platz zehn, aber die Offensive macht Lust auf mehr. Gerade deswegen sprechen die Wettquoten eine deutliche Sprache – und für Fans, die die Angebote verschiedener Buchmacher vergleichen, spielt dabei oft auch ein Sportwetten-Bonus eine Rolle. Und es beginnt vor jedem Turnier dieselbe Diskussion: Wer wird der große Star?
Florian Wirtz, der Kopf der Mannschaft
Ein Name fällt immer wieder: Florian Wirtz. Der 23-jährige Mittelfeldspieler wurde 2025 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt und ist im Nationaltrikot weiterhin ein Spieler der den Unterschied macht – trotz einer holprigen ersten Saison nach seinem Rekordtransfer zum FC Liverpool. In seinen jüngsten Länderspielen hat er mit Toren und Vorlagen jene Konstanz gezeigt, die vielen bei seinem Klub gefehlt hat. Auf seinen Schultern lastet der Druck eines extrem teuren Wechsels, doch in der Auswahl wirkt er befreit und spielt ohne Hemmungen. Nagelsmann sieht in ihm den kreativen Kopf des Teams, den Mann, der Lösungen findet, wo andere keine sehen. Hält er dieses Niveau, dürfte kaum jemand anderes zum Star werden.
Jamal Musiala, das Genie kehrt zurück
Der zweite naheliegende Kandidat ist Jamal Musiala. Ein Spieler, der eine Partie im Alleingang kippen kann – mit einer Dribbelkunst, die ihm weltweit nur wenige nachmachen. Schon seine bloße Präsenz zwingt den Gegner dazu, anders zu verteidigen. Das Problem ist die körperliche Verfassung: Bei der Klub-WM im vergangenen Sommer zog er sich mit einem Beinbruch und ausgekugeltem Sprunggelenk eine schwere Verletzung zu und brauchte Monate für die Genesung. Rechtzeitig ist er zurück, auch wenn Nagelsmann seine Einsatzzeiten anfangs wohl dosieren wird. Findet er zu alter Form, kann er zur Überraschung des Turniers werden. Er ist ohne Zweifel Deutschlands Joker.
Ein Kader mit mehr Argumenten
Doch nicht alles hängt an den beiden Jungen. Kai Havertz scheint dafür vorgesehen, den Angriff als Fixpunkt anzuführen – nach seiner Saison bei Arsenal fit und in Schuss. Im Tor steht überraschend wieder Manuel Neuer, der mit 40 Jahren aus dem Rücktritt vom Nationalteam zurückgekehrt ist, um eine weitere WM zu spielen. Kapitän bleibt Joshua Kimmich und anstelle des verletzten Lennart Karl kommt der Leipziger Forzan Assan Ouédraogo ins Team. Dahinter warten Optionen wie Leroy Sané oder Torjäger Deniz Undav, die einem konkurrenzfähigen Kader Tiefe geben. Aber ein Team besteht immer aus 11 Spielern und ein Turnier hat seine eigenen Regeln.
Fazit
Stand heute ist Wirtz der Favorit auf die Rolle des großen deutschen Gesichts: Verlässlichkeit, Talent und eine zentrale Aufgabe in Nagelsmanns Plan. Musiala ist der X-
Faktor, der alles verändern kann – wenn Knie und Sprunggelenk mitspielen. Deutschland startet am 14. Juni gegen Curaçao und dort werden wir erste Antworten bekommen.




















