Nach Flutkatastrophe: Katwarn-Vertreter kritisieren fehlende Testmöglichkeiten

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Die Notfall-App ´Katwarnª.

Bildquelle: Foto: Rolf Vennenbernd/ (dpa)Archiv

MAINZ/REGION TRIER. Vertreter von “Katwarn” haben Probleme bei der Übermittlung von Warnmeldungen an die Nina-App des Bundesamts für Katastrophenhilfe (BBK) während der Flutkatastrophe an der Ahr eingeräumt – und fehlende Testmöglichkeiten beklagt.

Die vorgesehene Weiterleitung der Katwarn-Meldungen an die Warn-App Nina könne beim BBK nicht getestet werden, sagte der Gesamtprojektleiter Katwarn vom Fraunhofer-Institut, Daniel Faust, am Freitag im Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe.

Er könne daher nicht garantieren, dass der Austausch von Katwarn zu Nina insbesondere bei Hochwasser-Meldungen funktioniere, sagte Faust im Mainzer Landtag. Ob Warnungen bei den Nutzern ankämen, könne nur im Echtbetrieb festgestellt werden. Die Problematik sei dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe seit Jahren bekannt.

Der Geschäftsführer von Combirisk, einer Tochter der öffentlichen Versicherer in Deutschland, Arno Vetter, berichtete von «zähen» Gesprächen mit dem BBK über die aus seiner Sicht ebenfalls notwendigen Tests. «Das kann wieder passieren, dass die Meldungen nicht nach draußen gehen.» Die Combirisk GmbH habe die Entwicklung von Katwarn mit beauftragt, erläuterte Vetter.

Der damalige BBK-Präsident Armin Schuster hatte im Februar im Untersuchungsausschuss festgestellt, dass keine Warnung von Katwarn in der Warn-App Nina des BBK eingelaufen sei, obwohl dies eigentlich ein Automatismus sei. Nach der Wahrnehmung seiner Behörde sei dies ein einmaliger Fehler gewesen. Das Unternehmen, das die Katwarn-App betreibe, habe technische Gründe für die Nicht-Übermittlung angegeben.

Der Obmann der Freien Wähler im Untersuchungsausschuss, Stephan Wefelscheid, forderte, Schuster – inzwischen für die CDU Innenminister in Sachsen – erneut zu laden. «Dass den Verantwortlichen des BBK schon seit 2017 bekannt ist, dass die Warn-App Nina nicht getestet werden kann, ob diese im Katastrophenfall funktioniert, ist skandalös.» Dafür trage das BBK die Verantwortung.

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